Formel E

Paddock-Geflüster: Die Fahrerlager-Themen beim Formel-E-Rennen in Rom

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Nach sechs Wochen Pause geht die Formel-E-Saison 2021 endlich weiter. Mit dem "Double-Header" in Rom stehen die Saisonrennen 3 und 4 auf dem Plan. Was das Fahrerlager abseits der großen sportlichen Themen in Rom sonst noch so beschäftigt, erfährst du in der zweiten Ausgabe unserer Serie "Paddock-Geflüster".

Während sich Teams und Fahrer der Formel E bei der Rückkehr in die "Ewige Stadt" nach fast zwei Jahren auf eine neue Streckenführung einstellen müssen, gibt es abseits der großen Stories einige interessante Nebengeschichten, die wir dir nicht vorenthalten wollen. In diesem Artikel sammeln wir sie über das Wochenende hinweg.

Die Nebengeschichten vom Formel-E-Freitag in Rom

>>> Rennsport inmitten der Pandemie, Racing im Herzen der Stadt - mit strengen Maßnahmen hat die Formel E ein Rennen auf die Beine gestellt, während in Italien Lockdown herrscht. Mit nach eigener Angabe lückenlosen Testreihen sowie einer elektronischen Zugangsregelung zum Fahrerlager sollen Infektionen schnell erkannt und eine Verbreitung im Fahrerlager verhindert werden. Zudem gelten jederzeit eine Maskenpflicht und die übrigen AHA+L-Regeln. Darüber hinaus bleiben alle Beteiligten der Formel E stets in ihrer "Blase" - es ist lediglich der Aufenthalt im Fahrerlager sowie in den jeweiligen Hotels erlaubt.

>>> Kein Sprung mehr in Rom: Durch die neue Streckenführung wird es keine Bilder mehr von Boliden geben, die an einer Kuppe abheben. Auf Nachfrage von 'e-Formel.de', ob die Fahrzeuge denn nun an einer anderen Stelle kurzzeitig den Bodenkontakt verlieren könnten, antwortete Sam Bird bei der offiziellen Pressekonferenz kurz und bündig: "Nein". Lucas di Grassi ergänzte: "Höchstens ein negativer Sprung. Es ist jetzt ganz anders, da ist eine Kompression. Keine Chance!"

>>> Stattdessen war im Shakedown zu beobachten, dass insbesondere zwischen der Startlinie und Kurve 7 eine besonders große Bodenwelle vorhanden ist. Audi-Pilot Rene Rast auf Anfrage von 'e-Formel.de': "Du merkst die Bodenwelle schon ziemlich deutlich, selbst heute im Shakedown mit nur 110 kW. Es ist wie ein kleiner Hüpfer, und anschließend hast du eine recht starke Kompression. Morgen werden wir noch mal gut ein Drittel schneller sein an der Stelle - statt heute 160 oder 170 km/h dann mit über 200 km/h. Das wird noch mal deutlich intensiver morgen!"

>>> Andre Lotterer blieb im Shakedown am Freitagnachmittag auf der Strecke stehen. "Ich habe einen Brake-by-Wire-Fehler und jeden Vortrieb verloren", funkte er an die Box. Wenig später ging es für den Porsche-Piloten weiter. Sonst gab es während des Shakedowns keine weiteren Vorkommnisse.

>>> Wie die Kollegen von 'The Race' berichten, hat die Formel E offenbar endgültig entschieden, beim Rennen in Monaco dasselbe Streckenlayout wie die Formel 1 zu verwenden. Also die längere Grand-Prix-Variante, die vergangene Woche fast vollständig neu asphaltiert wurde. Die Attack-Zone könnte sich an der Außenseite der "Grand-Hotel-Kurve" befinden, die vielen langjährigen Motorsportfans noch unter dem Namen "Loews-Haarnadel" bekannt sein dürfte.

>>> Die Ursache für den Verlust des Bremsdruckes am Venturi von Edo Mortara in Diriyya, der zum schweren Trainingsunfall führte, ist nach wie vor unklar. Der Technische Delegierte der FIA, Laurent Arnaud, ließ sich in einem bereits im März an die Hersteller der Elektrorennserie verschickten Bulletin seinen Humor jedoch nicht nehmen. Der wörtliche Inhalt: "Als Back-up wäre es gut, eine Wippe zu haben und die Fahrer daran zu erinnern, dass sie diese im Falle eines Problems mit dem Bremspedal aktivieren können (gut, leicht zu sagen, wenn man hinter einem Bildschirm sitzt, aber auf jeden Fall dürfen Sie die Fahrer daran erinnern...)."

>>> Entscheidungen der Rennkommissare, Teil 1: Alex Lynn erhält nach seinem Überschlag in Diriyya beim Rom E-Prix ein neues Chassis, da das alte irreparable Beschädigungen aufwies. Der Tausch des Monocoques erfolgt allerdings aus Sicherheitsgründen und bleibt deshalb straffrei.

>>> Entscheidungen der Rennkommissare, Teil 2: Bei Mitch Evans' Jaguar mussten nach der Kollision mit Lynn der Seitenkasten und der V-Flügel ausgetauscht werden. Da der Fahrer keine Schuld an den Beschädigungen trug, gibt es auch hier keine Strafe für den Rom E-Prix.

Die Nebengeschichten vom Formel-E-Samstag in Rom

>>> An seinem Debütwochenende kam das neue Safety-Car der Formel E gleich zweimal zum Einsatz: Sowohl beim Start als auch in den letzten Minuten des Rennens fuhr der vollelektrische Mini vor dem Feld her.

>>> Keine Champagnerdusche für Bird und Evans: Die Jaguar-Piloten verzichteten nach dem Doppelpodium im Rennen auf das obligatorische Verspritzen des Champagners. Grund war der Tod von Prinz Phillip, Ehemann von Königin Elisabeth II., der am Tag vor dem Rennen in Alter von 99 Jahren verstorben war.

>>> Hollywood-Schauspieler und TAG-Heuer-Botschafter Patrick Dempsey, der selbst GT2-Rennen für Porsche bestreitet und 2015 beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans sogar den zweiten Platz in der Klasse LMGTE Am belegte, drehte einige Runden mit einem Porsche Taycan auf dem Formel-E-Kurs und nahm auch an der Siegerehrung teil. Zuvor hatte Dempsey das Rennen gemeinsam mit Ersatzfahrer Neel Jani in der Porsche-Box verbracht.

>>> Neben Dempsey waren auch Alessandro Borghi und Michelle Hunziker als prominente Gäste von TAG Heuer vor Ort.

Weitere Informationen folgen im Laufe des Wochenendes.

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