Formel E

Pascal Wehrlein nach Formel-E-Sieg in London nun WM-Favorit: "Ziel ist es, morgen wieder zu gewinnen"

Thomas Grüssmer

Thomas Grüssmer

Nach seinem dominanten Sieg beim Samstagsrennen in London führt Pascal Wehrlein nun wieder die Fahrerwertung an und hat vor dem morgigen Finale somit bereits eine Hand an der WM-Trophäe. Mit einer starken Performance eliminierte der Porsche-Fahrer gleich mehrere seiner Rivalen im Kampf um den Titel.

Wehrleins Tag begann mit einem perfekten Qualifying, bei dem er sich die Pole-Position und somit drei wichtige Punkte sichern konnte. Teamkollege Nico Müller belegte direkt dahinter den zweiten Rang, was dem Weltmeister von Saison 10 extrem in die Karten spielte.

Müller blockierte die Fahrer hinter sich, während Wehrlein zunächst davoneilen konnte. WM-Rivale Mitch Evans kam daher für seinen Pit-Boost sehr früh an die Box, kurz darauf auch Müller. Im weiteren Rennverlauf löste der havarierte Lola Yamaha ABT von Lucas di Grassi eine Full-Course-Yellow-Phase aus, die für Wehrlein sehr gelegen kam und die Aufholjagd von Evans im Keim erstickte.

Full-Course-Yellow wird Evans zum Verhängnis

Während Wehrlein durch den geringeren Zeitverlust also stark von der Full-Course-Yellow profitierte, fielen sowohl Evans als auch Müller weit zurück. Evans konnte nur noch Schadenbegrenzung betreiben, indem er sich auf Platz 8 vorkämpfte. Im Kampf um die WM spielt er morgen daher nur noch eine Außenseiterrolle.

Über das Ergebnis zeigte Wehrlein sich entsprechend glücklich. In der Pressekonferenz nach dem Rennen sagte er: "Es war ein großartiger Tag. Schon während des gesamten Wochenendes hatten wir eine gute Performance. Auch das Qualifying haben wir perfekt ausgeführt und beide Autos in die erste Reihe gestellt. Das Rennen lief dann einfach wie geplant."

Auf die Hilfe seines Teamkollegen angesprochen sagte er: "Er hat mir sehr geholfen. Leider war er mit der Strategie, früh zu stoppen, wegen der Full-Course-Yellow auf der falschen Seite. Für das Team hätte es sonst ein Doppelpodium geben können, denke ich."

"Plan A ist es, zu versuchen, das Rennen wieder zu gewinnen", sagt er zum Saisonfinale am Sonntag. "In erster Linie muss ich sicherstellen, dass das Auto im Qualifying weit vorne steht. Natürlich ist das Ziel, zu gewinnen. Wenn wir das nicht können, werden wir rechnen, wenn es das braucht."

Nur noch drei Fahrer können theoretisch Weltmeister werden

Wehrleins größter Konkurrent auf den WM-Titel ist weiterhin Jake Dennis, der das Rennen auf dem zweiten Platz beendete und in der Gesamtwertung nun Rang 2 belegt. Sein Rückstand beträgt fünf Punkte. Evans' geringe Punkteausbeute wirft ihn im Kampf um die WM stark zurück. Sein Rückstand auf Wehrlein beträgt bereits 21 Punkte. Seine Chance auf den Titel ist daher denkbar gering. Das Sonntagsrennen beim London E-Prix verspricht somit, ein spannendes letztes Rennen mit dem Gen3 Evo-Boliden zu werden.

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