Formel E

Pascal Wehrlein staubt Formel-E-Podium in Madrid ab: "Ich bin mehr als happy damit!"

Thomas Grüssmer

Thomas Grüssmer

Pascal-Wehrlein-Porsche-2026-Madrid-E-Prix-Podium

Es war ein hektischer Formel-E-Samstag in Madrid: Pascal Wehrlein schnappte sich bei einem sehr engen Rennen in allerletzter Sekunde den dritten Platz von Dan Ticktum und sicherte sich somit sein 21. Podium in der Formel E. Zuvor hatte er bei einer Kollision mit Nyck de Vries noch Glück im Unglück. Nach dem Rennen stand er e-Formel.de für ein Interview zur Verfügung, sprach über seinen Renntag und blickte darauf, was in der Pause zwischen Madrid und Berlin passieren wird.

Schon das Qualifying lief für Wehrlein nicht ganz ideal. Zwar konnte er sich bis in die Duellphase qualifizieren, nach seinem Viertelfinal-Duell gegen den späteren Rennsieger Antonio Felix da Costa war dann aber schon Schluss. Grund dafür war ein Problem mit dem Frontmotor an seinem Boliden, der anschließend gewechselt werden musste. Ins Rennen ging er somit von Platz 6.

Der Deutsche erwischte einen guten Start und arbeitete sich zunächst bis auf Platz 2 hinter Pole-Sitter Nick Cassidy vor. Im Kampf mit Nyck de Vries fuhr der Niederländer ihm ins Heck. Während der Deutsche vergleichsweise glimpflich aus der Situation hervorging, verlor de Vries seinen Frontflügel, fiel weit zurück und kassierte schließlich noch eine Strafe. Auch nach der Pit-Boost-Phase spielte Wehrlein weiterhin eine Rolle im engen Kampf und den Sieg. In der letzten Runde des Rennens lagen beide Jaguar und der Cupra Kiro von Dan Ticktum vor ihm. Als beide Jaguar-Piloten mit dem Briten um den Sieg stritten, nutzte Wehrlein die Gunst der Stunde und kam noch an Ticktum vorbei.

"Es war ein ziemlich harter Schlag"

Nach dem Rennen äußerte sich der Weltmeister der Saison 10 bei e-Formel.de: "Ich bin mehr als happy mit Platz 3. Ich glaube, ihr kennt mich. Normalerweise bin ich nicht so aufgeregt über einen dritten Platz. Mit dem, was heute in den ersten Runden mit de Vries passiert ist, hätte ich nicht gedacht, dass ich weiterfahren kann - das war ein ziemlich harter Schlag. Als ich dann den Heckflügel gesehen habe, hätte ich überhaupt nicht erwartet, noch auf einen der vorderen Plätzen fahren zu können."

"Ich mag Übersteuern allgemein, heute war es aber ein bisschen zu viel", lachte er. "Es war klar, dass wir gegen Ende des Rennens, wenn alle das Maximum rausholen, nicht schnell genug sind. Zu mehr war das Auto nicht in der Lage. Ich habe Platz 4 schon akzeptiert, wusste aber, dass am Ende immer noch etwas passieren kann, wenn die anderen sich bekämpfen. Deshalb wollte ich so nah wie möglich dranbleiben."

"Am Ende ist genau das passiert und ich konnte davon profitieren. Das wäre aus eigener Kraft auf keinen Fall möglich gewesen, da ich weniger Energie als die anderen hatte. Ich konnte nicht so schnell durch die Kurven fahren und musste daher mehr Energie auf den Geraden benutzen. Die Balance und die Hinterreifen waren einfach nicht gut. Daher war klar, dass, wenn weiter vorne nichts passiert, Platz 4 das Maximum ist. Das Podium war also ein klassischer Abstauber", erzählt er weiter.

"Wir waren dieses Wochenende nicht der Benchmark"

"Dieses Wochenende waren wir in keiner Session die Benchmark. Wir waren zwar in der Topgruppe dabei, die Benchmark waren aber andere. Wir werden versuchen das aufzuarbeiten und uns zu verbessern. Ich hoffe einfach, dass wir den richtigen Kompromiss finden können, da wir auch Gen4-Tests vor uns haben."

"Gleichzeitig wollen wir Schritte mit dem aktuellen Auto machen", fährt er fort. "Wir hatten einen wirklich guten Start in das Jahr. Man sieht einfach, wie eng alles ist und wie schnell man auch auf den Top 10 herausrutschen kann. Ich möchte das Jahr einfach so gut wie möglich beenden."

In der Fahrerwertung hat der Deutsche weiterhin die Nase vorne. Er führt mit elf Punkten Vorsprung vor Edoardo Mortara. Als nächstes steht sein Heimrennen in Berlin an: "Ich freue mich auf jeden Fall, als WM-Führender anzureisen. Ich glaube aber, dass die Resultate in Berlin wichtiger sind als die Tabelle. Dennoch reise ich lieber als Erster statt als Letzter an."

Das nächste Rennwochenende der Formel-E-Weltmeisterschaft findet am ersten Mai-Wochenende statt. Gefahren wird wieder am Flughafen Berlin-Tempelhof. Wehrlein und Porsche reisen als Führende in allen drei WM-Wertungen zu ihren beiden Heimrennen.

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