Pascal Wehrlein über seinen 2. Formel-E-Titel: "Dieser Meistertitel ist befriedigender"
Jasmin Fromm
FIA Formula E
Pascal Wehrlein hat in London seinen zweiten Formel-E-Weltmeistertitel gewonnen. Für den Porsche-Piloten fühlt sich der Triumph sogar befriedigender an als seine erste Meisterschaft 2024. In einer Medienrunde, an der auch e-Formel.de teilnahm, erklärt Wehrlein, warum ihm ausgerechnet die Rückschläge auf dem Weg dorthin diesen Titel besonders wertvoll machen und welches Wochenende den WM-Kampf entscheidend veränderte.
Im dramatischen Saisonfinale in London krönte sich Wehrlein zum zweiten Mal zum Formel-E-Weltmeister. Bereits in Saison 10 hatte der Porsche-Pilot den Fahrertitel gewonnen. Nach Jean-Eric Vergne ist er damit erst der zweite Fahrer in der Geschichte der Formel E mit zwei Meisterschaften.
Den Titel bereits einmal gewonnen zu haben, macht den Erfolg für Wehrlein aber nicht weniger besonders. Ganz im Gegenteil, betont Wehrlein: "Die erste Meisterschaft fühlt sich immer besonders an, von null Titeln auf einen zu kommen. Aber in gewisser Weise ist dieser Meistertitel aus vielen Gründen befriedigender als der vor zwei Jahren."
Wehrlein selbst beschreibt die Saison als eine mit Höhen und Tiefen. Eine besondere Rolle spielten dabei die Reifen. "Es war eine Saison, in der wir an die letzte Saison anknüpfen konnten, insbesondere was die Änderung der Reifenmischungen in den letzten zwei Jahren betrifft. Ich habe das Gefühl, dass wir ziemlich oft ein wenig mit dem Reifenverschleiß und der Leistung im Qualifying zu kämpfen hatten, besonders im letzten Jahr, und dann in einigen Rennen Schwierigkeiten hatten."
Wehrlein und das Porsche-Team haben aus diesen Momenten der Vergangenheit gelernt und sind besser daraus hervorgegangen: "Letztes Jahr war es ganz offensichtlich, dass Ollie (Rowland) im Meisterschaftskampf irgendwann einfach davongezogen war und einen so großen Vorsprung hatte. Sich dieses Jahr so zurückzukämpfen, und das noch dazu mit einem ganz besonderen letzten Saisonwochenende, fühlt sich sehr befriedigend an. Ich bin sehr stolz auf das gesamte Team."
Shanghai: "Ein entscheidendes Wendepunkt-Wochenende für diese Saison"
Als entscheidenden Wendepunkt seiner Saison hebt Wehrlein das Rennwochenende in Shanghai hervor: "Als wir in Shanghai ankamen, lagen wir 27 Punkte zurück. Ich holte die Pole-Position für das erste Rennen. Dort habe ich den Sieg geholt. Auch das zweite Rennen hätten wir gewonnen, wenn die Strecke am Ende nicht abgetrocknet wäre und einige Fahrer kein Risiko eingegangen wären. Dieses Wochenende brachte uns direkt zurück in den Kampf um die Meisterschaft. Ich übernahm wieder die Führung."
Eine wichtige Rolle spielten für Wehrlein im engen Titelkampf auch die Zusatzpunkte aus dem Qualifying. In Sao Paulo, Berlin, Shanghai und London holte er insgesamt vier Pole-Positions und sammelte damit zwölf zusätzliche WM-Punkte.
Trotz 2. WM-Titel: Wehrlein sieht noch Verbesserungspotenzial
Trotz seines zweiten WM-Titels sieht Wehrlein weiterhin Bereiche, in denen er sich verbessern möchte. Mit Blick auf die Gen4-Ära nennt er insbesondere seine Qualifying-Performance und die Zusammenarbeit mit dem Team bei der Fahrzeugabstimmung: "Ich arbeite weiter daran, besser zu werden, meine Runden besser zusammenzustellen und im Qualifying mehr aus dem Auto herauszuholen, besser mit dem Team zusammenzuarbeiten und zu entscheiden, in welche Richtung wir mit dem Auto gehen sollten, um die Leistung zu steigern."
Mitte Dezember geht für Wehrlein der Kampf um seinen dritten Weltmeistertitel weiter. Der Formel-E-Saisonauftakt findet am 18. Dezember 2026 in Jeddah, Saudi-Arabien, statt.
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