Formel E

Pascal Wehrlein zum 2. Mal Formel-E-Weltmeister: "Das war das Unfairste, das ich je erlebt habe!"

Thomas Grüssmer

Thomas Grüssmer

Pascal-Wehrlein-Porsche-London-Podium-championship-trophy

Pascal Wehrlein ist zum zweiten Mal Formel-E-Weltmeister. In einem kontroversen Saisonfinale in London reichte dem Porsche-Piloten ein punkteloses Rennen, um Jake Dennis und Mitch Evans hinter sich zu halten. Zuvor musste sich Wehrlein jedoch gegen Blockaden, Positionskämpfe und eine Kollision behaupten. Nach dem Rennen fand der neue Weltmeister besonders für die Fahrweise von Antonio Felix da Costa deutliche Worte: "Das war das Unfairste, das ich je erlebt habe!"

Nach seinem Sieg am Samstag ging Wehrlein als klarer Favorit in das letzte Rennen der Gen3-Ära. Mitch Evans besaß nach seinem Rückschlag im ersten London-Rennen nur noch Außenseiterchancen, brachte sich im Qualifying aber noch einmal in eine aussichtsreiche Position. Der Jaguar-Pilot startete von Platz 5 und hatte erneut Nico Müller unmittelbar vor sich.

Schon am Samstag hatte Müller eine wichtige Rolle im Titelkampf gespielt. Auch am Sonntag bestand seine Aufgabe darin, Evans möglichst lange hinter sich zu halten. Doch während sich an der Spitze die taktischen Manöver entwickelten, fielen zunächst Müller und später auch Wehrlein immer weiter zurück.

Felix da Costa bremst Wehrlein aus den Punkten

Entscheidend wurde dabei Antonio Felix da Costa. Der Portugiese verlangsamte das Feld zeitweise massiv und blockierte Wehrleins Angriffe konsequent. Der Deutsche fiel dadurch aus den Top 10 und damit aus den Punkterängen.

Mit aktiviertem Attack-Mode begann Wehrlein anschließend seine Aufholjagd. Er überholte Felix da Costa und schloss zu Dennis auf. Im dichten Mittelfeld kollidierte Wehrlein schließlich mit Joel Eriksson. Auch Dennis wurde in die Situation verwickelt und verlor dadurch seine letzte Chance auf Punkte. Am Ende blieben sowohl Wehrlein als auch Dennis ohne Punkte.

Damit hing Wehrleins Titel plötzlich allein vom Ergebnis von Evans ab. Der Jaguar-Pilot kam jedoch nur auf Platz 4 ins Ziel – zu wenig, um seinen Rückstand noch aufzuholen. Wehrlein stand damit trotz eines punktelosen Finales als Formel-E-Weltmeister 2025/26 fest. Die Freude über den Titel konnte seinen Ärger über Felix da Costas Fahrweise jedoch nicht vollständig überdecken.

"Das war das Unfairste, das ich je erlebt habe", sagt Wehrlein unmittelbar nach dem Rennen über die Manöver seines Ex-Teamkollegen. "Es war ein wenig unvorhersehbar, was Antonio da gemacht hat und wie weit er damit ging. Besten Dank an ihn für das, was er in diesem Rennen getan hat. Unter normalen Umständen hätten wir ein gutes Rennen haben können und vermutlich auch ein weiteres Podium. Nichtsdestotrotz erreichten wir, was wir erreichen mussten und taten auch alles, was wir dafür tun mussten."

Wehrlein: "Wenn es zählt, sind wir sehr gut"

Trotz des chaotischen Finales überwog bei Wehrlein schließlich die Freude über seinen zweiten Fahrertitel.

"Ich muss sagen, dass der erste Titel immer etwas aufregender ist", sagt der neue Weltmeister. "Unter den heutigen Umständen fühlt sich dieser Titel aber sehr speziell an. Es war definitiv ein hartes Rennen. Ich habe nie erwartet, dass passiert, was dann wirklich passiert ist. Es ist, wie es ist. Am Ende haben wir es geschafft."

Für Wehrlein war der Titel jedoch das Ergebnis einer ganzen Saison. "Die Basis dafür haben wir in den letzten 16 Rennen gelegt. Die komplette Saison war ein Auf und Ab", erklärt er. "Wenn der Druck da ist und es zählt, sind wir sehr gut."

Damit beendet Wehrlein die Gen3-Ära der Formel E als Weltmeister. Zwei Jahre nach seinem ersten Titel in Saison 10 krönte sich der Porsche-Pilot in London zum zweiten Mal zum Champion der Elektrorennserie.

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