Formel E

Peking-Rennvorschau: Es ist angerichtet!

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Es ist soweit: Die Formel E kehrt aus ihrer Sommerpause zurück und startet nach einem erfolgreichen Saisonabschluss in London in ihr zweites Jahr. Wie auch im vergangenen Jahr startet die Saison in der chinesischen Hauptstadt Peking. Besonderer Hingucker im vergangenen Jahr war der Sieg von Abt-Fahrer Lucas di Grassi, der von einem spektakulären Unfall zwischen den bis zur letzten Kurve führenden Autos von Nicolas Prost (e.dams) und Nick Heidfeld (Venturi) profitieren konnte.

Anders als im vergangenen Jahr ist die Formel-E-Meisterschaft bestens auf das Wochenende vorbereitet. Die Teams konnten ihre Fahrzeuge bei den Testfahrten in Donington ausgiebig testen und mit Erfahrungen aus der ersten Saison verbinden. Auch die Verantwortlichen konnten lernen. Die Organisation des ePrix wird dementsprechend deutlich besser ablaufen als noch in der letzten Saison, was die Fans vor den Fernsehbildschirmen, nun erstmals auch im deutschen Free-TV, freuen wird.

 

In der Favoritenrolle steckt nach den Tests in England wohl einer der beiden e.dams-Fahrer, die nach starken Rundenzeiten womöglich nur vom bayrischen Abt-Team in die Bredouille gebracht werden könnten. Neben Sebastien Buemi und Lucas di Grassi, die schon im letzten Jahr im Titelkampf mitmischen konnten, wird man sich auch auf Fahrer-Weltmeister Nelson Piquet jr. konzentrieren müssen, der nach einem Tief in Donington beweisen muss, was er kann. Des Weiteren wird man sich sicherlich im Fahrerlager auch nach Neuankömmling Jacques Villeneuve umdrehen. Der ehemalige Formel-1-Weltmeister konnte beim Venturi-Team einen Vertrag abschließen.

Die Karten liegen für alle Teams und Fahrer am Saisonanfang jedoch gleich. Besonders von Aguri und Andretti wird man hoffen können, dass sie in China gute Punkte sammeln können. Beide Teams entschieden sich vor der Saison, auf die bewährte Technik aus Saison eins zu setzen, während alle anderen Teams von eigens entwickelten oder eingekauften Motoren, Getrieben und Inverten Gebrauch machen werden. Besonders beim Getriebe unterscheiden sich die Teams nun, was es auf einem Kurs wie in Peking hinsichtlich der Getriebeabstimmung noch spannender für die Technik-Freaks macht.

Zeitplan 2015 (alle Angaben in MESZ):

1. Freies Training - 2:15 Uhr – 3:00 Uhr
2. Freies Training - 4:30 Uhr – 5:00 Uhr
Qualifikation - ab 6:00 Uhr
Rennen - ab 10:00 Uhr (26 Runden)

Im Vergleich zur ersten Saison ändert sich die Strecke in der Hauptstadt der Volksrepublik China kaum etwas. Es bleibt bei einem quadratischen Layout, jedoch wurde die erste Schikane entfernt, sodass zwischen Kurve 2 und 3 nun eine kleine Gerade entsteht. Besonderes Schmankerl ist, dass die breite, teils vierspurige Strecke um das Olympiastadion aus 2008 gebaut wurde und auch an der Stätte für die Schwimmsport-Disziplinen vorbeiführt. Speziell ist auch die Boxengasse, die aufgrund von Platzmangel in zwei kleine Geraden unterteilt wurde und schließlich parallel zur Zielgerade verläuft, um zwischen den Kurven 1 und 2 wieder auf die Strecke überzugehen.

Über das Wetter brauchen sich die Teams keinen Kopf zerbrechen: Nach dem üblichen morgendlichen Smog scheint ab acht Uhr morgens die Sonne bei nahezu wolkenlosem Himmel. Die Temperaturen steigen auf bis zu 19°C – ideales Rennwetter also.

Nach den Testfahrten in Donington könnte man es wagen, auf e.dams oder Abt als Siegerteam zu tippen. Doch Vorsicht: Anders als alle Strecken (mit Ausnahme von voraussichtlich Mexiko) ist der Kurs in Donington kein Straßenkurs, weshalb gänzlich andere Bedingungen herrschen. Wer in Donington noch enttäuschte, könnte in Peking schon um ein Podium kämpfen. Und auch ein FanBoost, für welchen noch sechs Minuten nach Rennstart abgestimmt werden kann, kann den Ausgang des Rennens verändern. Freuen wir uns auf einen hoffentlich der Formel E gebührenden Startschuss in die zweite Saison!

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