Formel E

Piquet ist Meister! Bird siegt in London

Timo Pape

Timo Pape

Nelson Piquet jun. ist der erste Meister der Formel-E-Geschichte – mit einem Punkt Vorsprung! In einem grandiosen Finale im Battersea Park von London sammelte er als Siebter gerade genug Zähler, um seinen Vorsprung in der Gesamtwertung zu verteidigen. Sebastien Buemi musste sich erst in der vorletzten Kurve geschlagen geben. Sieger von London wurde Lokalmatador Sam Bird im Virgin, der von einer Bestrafung des eigentlichen Siegers Stephane Sarrazin profitierte.

Am Start konnten alle drei Titelkandidaten direkt Plätze gutmachen. In der Spitzengruppe ging Loic Duval an Dragon-Teamkollege Jerome d’Ambrosio vorbei, während Pole-Sitter Stephane Sarrazin die Führung verteidigte. Die sollte er auch bis zur Ziellinie behalten. Für ein paar Runden ging es gesittet zu, bis Aguri-Fahrer Sakon Yamamoto zum wiederholten Male an diesem Wochenende einen Fehler machte und Jarno Trulli ins Heck krachte – das Aus für den Japaner.

Anschließend verpasste Fabio Leimer im Virgin einen Bremspunkt und fuhr in die Mauer – das Safety-Car kam auf die Strecke. Dadurch holte Piquet auf seinen China-Teamkollegen Oliver Turvey auf, den er wenig überraschend kurz nach dem Restart überholte. Kurze Zeit später schnappte sich der Brasilianer auch noch Salvador Duran. Jetzt hatte er genau den Platz, den er für den Titel benötigte.

Buemi versuchte infolgedessen, am vor ihm fahrenden Bruno Senna vorbeizukommen, denn diese eine Position besser hätte ihm den Titel gebracht. In Runde 16 hatte sich Buemi den entscheidenden Fehler geleistet: Dreher in Kurve 3, Senna ging vorbei. Noch in der vorletzten Kurve fuhr Buemi Seite an Seite mit dem Brasilianer im Mahindra und versuchte alles, um noch vorbeizukommen. Am Ende sollte es jedoch nicht reichen. Lucas di Grassi hatte als Sechster schon frühzeitig keine realistische Chance mehr auf den Titel.

Birds Angriffslust wird belohnt

Sam Bird profitierte von einem sehr guten Boxenstopp, durch den er praktisch neben dem Zweitplatzierten Loic Duval wieder auf die Strecke kam. Einige Runden später überholte er den Dragon-Fahrer gekonnt, der wenige Kurven später auch Teamkollege d’Ambrosio passieren lassen musste. Bird machte anschließend Jagd auf den Führenden Sarrazin und hing rundenlang im Heck des Venturi-Piloten.


Zwar konnte sich Sarrazin bis zum Ende verteidigen, allerdings zahlte er dafür einen zu hohen Preis. Mit null Prozent Akku rettete er sich ins Ziel. Ein eindeutiger Fall: Er hatte im Zweikampf zu viel Energie verbraucht. Deshalb bekam er schon kurz nach der Zieldurchfahrt eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt, die als Zeitstrafe addiert wurde. Somit blieb ihm am Ende nur Rang 15, während Bird seinen Heimsieg und den zweiten Triumph der Saison feierte.

Für die deutschen Fahrer war London einfach kein gutes Pflaster – weder am Samstag noch am Sonntag. Daniel Abt verfehlte mit Rang elf knapp die Punkte und ging in London somit leer aus. Gleiches gilt für Nick Heidfeld. Der Venturi-Fahrer war auf Position sieben gestartet, bekam aber nach gut einem Drittel des Rennens technische Probleme. Er schaffte es gerade noch so, sein Auto in die Box zu retten und drehte anschließend noch einige Runden mit seinem zweiten Boliden. Am Ende kam Heidfeld jedoch nicht ins Ziel und wurde als 17. gewertet.

Dragon Racing wird Vizemeister

Während es in der Fahrerwertung nicht mehr die ganz großen Verschiebungen gab, hat sich beim Gesamtklassement der Teams noch einiges verschoben. Dragon Racing hat sich durch das Doppelpodium beim Finalrennen die Vizemeisterschaft hinter e.dams-Renault gesichert. Das deutsche Team Abt ist dadurch nur noch Gesamtdritter. Virgin hat sich durch den Heimsieg von London Platz fünf von Andretti zurückgeholt, und Mahindra konnte noch an Venturi vorbeiziehen.

Bei den Fahrern haben es Duval und Senna noch in die Top 10 geschafft und damit die beiden deutschen Piloten Daniel Abt und Nick Heidfeld auf die Plätze elf und zwölf verdrängt. Bird zog außerdem noch an Nicolas Prost (e.dams) vorbei und holte sich Gesamtrang fünf.

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