Formel E

Platz 11 nach Aufholjagd in Rom: Früher Reifenschaden für Günther, "aber das Rennen war noch nicht vorbei"

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Max-Günther-Nissan-Rom-Boxengasse

Auch nach der achtwöchigen Frühjahrspause hat Nissan e.dams den Anschluss an die Spitze der Formel E noch nicht wieder hergestellt. Das japanisch-französische Team kämpfte auch in Italien weitgehend aussichtslos im Mittelfeld. In einem von Unfällen und Strafen geprägten Rennen am Sonntag nahm das Team durch glückliche Umstände immerhin zwei Zähler mit nach Hause. Max Günther landete nach einem frühen Problem jedoch knapp außerhalb der Top 10.

Nachdem der Deutsche schon am Samstag in der ersten Runde ausgeschieden war, begann auch sein Rennen am Sonntag denkbar schlecht: Der Nissan-Fahrer war von Startplatz 16 ins Rennen gegangen und wurde in der ersten Runde vom Mahindra seines Ex-Teamkollegen Alexander Sims getroffen. Günthers Wagen erlitt dabei einen Reifenschaden hinten links.

Nach einem Boxenstopp nahm er mit fast einer Runde Rückstand das Rennen wieder auf und hatte schließlich auch einmal Glück: Durch eine Safety-Car-Phase konnte er wieder auf das Feld aufschließen, verbrauchte dabei aber viel Energie. Eine weitere Safety-Car-Phase kurz vor Rennende schob das Feld erneut eng zusammen. Am Ende fehlten Günther nur 0,091 Sekunden auf die Punkteränge, so musste er sich mit dem elften Platz zufriedengeben.

"Ich habe in der ersten Kurve nach dem Start einen richtig starken Schlag von hinten bekommen", beschreibt Günther am Mikrofon von 'e-Formel.de' die Situation. "Ich habe das Auto fast verloren, konnte aber meine Position halten. Ein paar Kurven später hatte ich dann einen Plattfuß. Dann sah es erst einmal schlecht aus, aber das Rennen war noch nicht vorbei. Wir haben es geschafft, in der Führungsrunde zu bleiben."

Wiedersehen mit Alexander Sims

"Der Plan war, Energie zu sparen und auf ein Safety-Car zu hoffen. Als das dann auch wirklich kam, lief es zunächst gut für uns. Es hätte aber eine Runde länger draußen bleiben müssen, damit wir mit normalem Tempo hätten aufschließen können", so Günther weiter. "Dann hätte ich meinen Energievorteil behalten. Aber ich musste richtig pushen, um heranzukommen, und habe es erst in den ein, zwei Kurven vor dem Restart geschafft."

"Ich habe daher nicht nur den Energievorsprung verloren, sondern noch viel mehr Energie verbrauchen müssen, um ranzukommen", beschreibt er sein Dilemma. "Ich hatte dann zwei Prozent weniger als die meisten anderen um mich herum. Damit war mein Rennen gelaufen."

Günther hatte im weiteren Rennverlauf noch eine zweite Begegnung mit Sims: "Ich habe einige Autos mit Attack-Mode überholt und war auf Platz 15 oder 16. Sims hat dann versucht, mich im Attack-Mode in Kurve 14 zu überholen. Er hat sich dabei aber verschätzt, ist geradeaus gefahren und eingeschlagen. Ich habe dadurch ein paar Zehntel verloren, aber für mich war der Kampf unspektakulär - er hatte mehr Energie, und es war klar, dass er vorbeifährt."

Buemi rückt wegen mehrerer Strafen auf Platz 9 vor: "Besser als nichts"

Teamkollege Sebastien Buemi belegte von Startposition 15 kommend im ereignisreichen Rennen am Ende den neunten Platz. Dabei profitierte der Schweizer von mehreren Zeitstrafen, die gegen vor ihm liegende Konkurrenten ausgesprochen wurden, sodass er noch in die Punkteränge gespült wurde.

"Es war ein ereignisreiches Rennwochenende, und am Ende konnten wir zwei Punkte mitnehmen", sagt Buemi. "Das ist zwar nicht wirklich das, worauf wir hoffen, aber natürlich ist es besser als gar nichts. Ich freue mich über die beiden Zähler. Nun werden wir hart arbeiten, um in Monaco unser Bestes zu geben. Wir haben jede Menge Daten gesammelt, um zu analysieren, wo wir noch Verbesserungspotenzial haben."

Nissan e.dams liegt nach fünf von 16 Rennen mit acht Punkten auf dem achten Platz der Teamwertung. Die nächste Chance auf ein gutes Ergebnis haben Günther und Buemi beim Monaco E-Prix, der am 30. April stattfinden wird.

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