Formel E

Porsche in der Corona-Krise: "Werkstatt-Betrieb auf ein Minimum beschränkt"

Timo Pape

Timo Pape

Seit dem 13. März 2020 ist die Formel-E-Saison 2019/20 offiziell unterbrochen. Porsche hat nun zwei Schlüsselfiguren seines Elektro-Rennstalls ans Mikrofon gesetzt, um über die aktuelle Lage zu berichten. Im aktuellen Podcast "Inside E" sprechen Carlo Wiggers (Leiter Team Management & Business Relations Porsche Motorsport) und Pascal Zurlinden (Gesamtprojektleiter Werksmotorsport), wie das Porsche Formel-E-Team mit dieser Situation umgeht.

Der Alltag im Porsche-Entwicklungszentrum in Weissach verlaufe naturgemäß völlig anders als gewohnt. "Nach den Empfehlungen der Behörden haben wir auf Home-Office umgestellt, zumindest in den Bereichen, in denen mobiles Arbeiten möglich ist", berichtet Zurlinden. "Der Werkstatt-Betrieb ist auf ein Minimum beschränkt." Welche Auswirkungen dies auf die Entwicklung des neuen Rennwagens für Saison 7 hat, erwähnt er nicht.

Laut Wiggers gibt es derzeit schlichtweg Wichtigeres: "Die Ausbreitung des Coronavirus betrifft jeden einzelnen und geht weit über den Motorsport hinaus. Die Gesundheit unserer Mitarbeiter und der Menschen weltweit hat oberste Priorität." Es zähle das Gemeinschaftsgefühl und der Zusammenhalt in diesen unvorhersehbaren Zeiten, erklärt er.

Sportlich auf Kurs

Neben dem Thema Corona ziehen Zurlinden und Wiggers eine sportliche Zwischenbilanz und blicken auf die ersten fünf Rennen von Porsche in der Formel E zurück. Das Zwischenfazit nach den Rennen in Diriyya (2), Santiago, Mexiko-Stadt und Marrakesch fällt dabei positiv aus. "Wir hatten uns Podestplätze als Ziel gesetzt - und beim ersten Rennen konnten wir direkt einen zweiten Platz einfahren", erinnert sich Zurlinden.

Ein weiteres Ausrufezeichen setzte Andre Lotterer beim vierten Saisonlauf in Mexiko, als er seinen Porsche auf den ersten Startplatz stellte und das Potenzial des Autos auf eine Runde zur Schau stellte. "Die Pole-Position beim Mexico City E-Prix war ein weiteres Highlight. Wir haben bewiesen, dass wir mit dem Porsche 99X Electric ein konkurrenzfähiges Auto haben", meint Zurlinden, wenngleich es im Rennen weniger erfolgreich laufen sollte.

Fokus derzeit auf eSports

Angesichts der aktuellen Situation sieht Wiggers besonders im eSports-Bereich Chancen, auch in der rennfreien Zeit weiter Motorsport zu betreiben und die Porsche-Fans in diesen schwierigen Tagen zu unterhalten. "Die einzige Möglichkeit, unserer Leidenschaft treu zu bleiben, ist zurzeit der virtuelle Rennsport. Dort erleben wir einen Boom", meint er.

Im eSports-Bereich sind die Stuttgarter mit ihrem "Porsche Esports Supercup" vertreten. Erst vor wenigen Tagen verkündete man mit TAG Heuer einen neuen Titelsponsor für die virtuelle Rennserie. Im selben Schritt erhöhte Porsche das Preisgeld auf 200.000 US-Dollar. Porsche hatte die Serie 2019 ins Leben gerufen - gemeinsam mit iRacing, einem führenden Anbieter realistischer Online Rennsimulationen. Mit TAG Heuer kooperiert Porsche bereits in der Formel E.

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Foto: Peter Minnig / Spacesuit Media

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