Formel E

Porsche gewinnt in Tokio vorzeitig Herstellertitel der Formel E: "Titelverteidigung nur gemeinsam möglich"

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Nico-Müller-Porsche-Tokyo

Die Entscheidung im Kampf um den ersten Weltmeistertitel in der Formel-E-Saison 2026/27 ist gefallen: Porsche hat den Titel in der Herstellerwertung dank des dritten Platzes von Jake Dennis und Platz 7 für Nico Müller verteidigen können, da Jaguar gleichzeitig nur einen einzigen Punkt sammeln konnte. Mit 97 Punkten Vorsprung kann Porsche in London nicht mehr eingeholt werden.

Vor dem Rennen sah es noch nicht so gut aus für Porsche: Erstmals seit dem Berlin E-Prix stand mit Mahindra-Pilot Edoardo Mortara kein Porsche 99X Electric auf der Pole-Position. Vortagessieger Dan Ticktum im Cupra Kiro war auf Startplatz 3 der beste Porsche, die beiden Autos des Werksteams starteten von den Plätzen 9 und 10.

Auf der nassen Strecke schoben sich Pascal Wehrlein und Nico Müller mit frühen Attack-Mode-Aktivierungen auf die Plätze 6 und 8 nach vorne. Doch wie bereits in Shanghai, trocknete auch in Tokio der Kurs immer weiter ab. Die Porsche-Fahrer und Ticktum gehörten zu den Piloten, die auf ein Regensetup gesetzt hatten und verloren an Boden.

Müller nutzt Full-Course-Yellow zum Reifenwechsel

Als nach dem Unfall von Cupra-Kiro-Pilot Pepe Marti in Runde 15 eine Full-Course-Yellow ausgerufen wurde, fuhr Nico Müller als einziger Fahrer zum Boxenstopp und wechselte auf einen Reifensatz mit Luftdruck für trockene Bedingungen. Er verlor lediglich fünf Positionen und konnte in der Schlussphase erneut angreifen. Genau wie Jake Dennis: Der Andretti-Fahrer hatte von Beginn an auf eine abtrocknende Strecke gesetzt und wurde von Runde zu Runde schneller.

Durch den Boxenstopp von Müller gewann er eine weitere Position. Er sparte viel Energie und nutzte in Runde 29 den Attack-Mode, um bis an die Spitzengruppe heranzufahren. Eine Rennabbruch aufgrund einer Massenkollision im hinteren Teil des Feldes hinderte ihn daran, die beiden Führenden anzugreifen, sodass er Platz 3 ins Ziel brachte. Müller kam bis noch auf Platz 7 nach vorne, Ticktum und Wehrlein hingegen beendeten das Rennen auf den Plätzen 12 und 13.

Modlinger: "Die richtige Entscheidung"

"Das war ein weiterer Tag mit schwierigen Bedingungen in Tokio", sagt Florian Modlinger, Gesamtprojektleiter Formel E bei Porsche. "Zunächst einmal ein großes Dankeschön an das gesamte Entwicklungs- und Testteam, das Einsatzteam und unsere Kundenteams, die ihren Beitrag zum zweiten Herstellertitel für Porsche geleistet haben. Ich bin unglaublich stolz auf alle, die an diesem Projekt beteiligt sind."

"Mit Nicos siebtem Platz haben wir sechs wichtige Punkte geholt", ergänzt er. "Nach der richtigen Entscheidung, den Reifendruck auf trockene Bedingungen anzupassen, wäre noch mehr möglich gewesen. Durch einen Team-Fehler beim Boxenstopp haben wir jedoch Zeit verloren und mussten uns am Ende mit Platz 7 zufriedengeben. Ohne den Zeitverlust hätte Nico um den Sieg oder zumindest ums Podium kämpfen können. Für Pascal war es erneut ein schwieriger Tag. Aber noch ist alles möglich."

Laudenbach: "WM-Titel ein großartiger Erfolg"

"Ein FIA-Weltmeistertitel zum 75. Jubiläum von Porsche Motorsport – das ist ein großartiger Erfolg", sagt Thomas Laudenbach, Leiter von Porsche Motorsport. "Als Konstrukteur verbleiben wir mit dem Titel an der Spitze des elektrischen Motorsports und prägen weiter den technischen Fortschritt."

"Wir arbeiten hart daran, dass das so bleibt, wenn im nächsten Jahr der neue Porsche 975 RSE an den Start geht, die vierte Generation an Formel-E-Fahrzeugen", so Laudenbach weiter. "Im Namen von Porsche Motorsport danke ich allen Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeitern, aber auch unseren Kundenteams Andretti Formula E und Cupra Kiro. Der Kundensport ist eine wichtige Säule von Porsche Motorsport – und die Titelverteidigung war nur gemeinsam möglich."

Mit Platz 3 in der Fahrerwertung für Pascal Wehrlein und Platz 2 in der Teamwertung hat Porsche vor dem Saisonfinale in London noch alle Chancen, sich auch die beiden verbliebenen Weltmeistertitel zu sichern. Der London E-Prix findet am 15. und 16. August statt.

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