Formel E

Porsche: Enzinger übernimmt Kommando und will 1. Formel-E-Fahrer in Kürze vorstellen

Timo Pape

Timo Pape

Porsche blickt voller Vorfreude dem Einstieg in die Formel E entgegen. Im Rahmen der Motorsportgala "Night of Champions" am Samstagabend verkündete der deutsche Sportwagenhersteller einige Details zum bevorstehenden Werkseinstieg Ende 2019. Demnach sollen im März 2019 die ersten Testfahrten mit dem neuen Gen2-Boliden stattfinden. Zudem will Porsche schon in Kürze den ersten der beiden Formel-E-Fahrer vorstellen.

Im Januar nimmt der Autobauer aus Zuffenhausen sein offizielles Entwicklungs- und Testfahrzeug in Empfang. 15 Testtage stehen dem Neuling in der Elektrorennserie regulär zu, um sich auf Saison 6 vorzubereiten. "Wir erhalten das erste Auto im Januar und freuen uns auf die Erprobung", erklärte Michael Steiner, Vizepräsident für Entwicklung, und Sonderberater.

Fritz Enzinger, der nach dem überraschenden Abschied vom eigentlichen Formel-E-Teamchef Andreas Seidl die Leitung des Porsche-Formel-E-Programms übernommen hat, bestätigte, dass der Antriebsstrang des ersten Porsche-Elektroboliden seit Oktober im Testbetrieb auf Hochtouren läuft. Der 62-jährige Österreicher übernimmt zum 1. Januar 2019 offiziell die Gesamtleitung des Porsche-Motorsport-Programms, das in der kommenden Saison neben dem GT-Sport auch die Formel E umfasst.

Bislang war Enzinger mit der Leitung des sehr erfolgreichen LMP1-Projekts betraut und leitet seit Februar 2018 zusätzlich den Volkswagen-Konzern-Motorsport. Frank-Steffen Walliser, der seit 2014 Leiter der Porsche-Motorsportabteilung ist, wechselt in das Ressort des Vorstandsvorsitzenden.

"Unser erster Fahrer wird in Kürze offiziell verkündet", verriet Enzinger am Wochenende. Wer das sein könnte, bleibt noch ein Geheimnis. Ex-Formel-1-Pilot Brendon Hartley zählt zu den aussichtsreichsten Kandidaten. FIA-Langstrecken-Weltmeister Neel Jani, der bereits im Dragon-Formel-E-Auto Erfahrung sammelte, sowie Fred Makowiecki sind ebenso Kandidaten.

Makowiecki ist kein Unbekannter im Formel-E-Zirkus, denn der Franzose trug zur Entwicklung des ersten Spark-Renault-SRT_01 E maßgeblich bei, ebenso wie zur Reifenentwicklung des Gen-2-Modells, das beim Saisonauftakt in Saudi-Arabien am 15. Dezember Premiere feiert. Nicht auszuschließen ist zudem ein Formel-E-Engagement bei Porsche von Werkspilot Andre Lotterer, der aktuell an der Seite von Formel-E-Meister Jean-Eric Vergne im DS-Techeetah-Boliden die neue Saison in Angriff nimmt.

Eine Personalie ist ganz sicher nicht mehr im Formel-E-Projekt von Porsche dabei: Der bisherige Teamchef Andreas Seidl, der das Programm anführen sollte, fokussiert sich Richtung Formel 1. Der 42-jährige Niederbayer, der großen Anteil an den Erfolgen von Porsche in der Langstreckenweltmeisterschaft hatte, soll eine Führungsposition in einem Formel-1-Team einnehmen.

Foto: Porsche

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