Formel E

Porsche-Neuzugang Pascal Wehrlein: "Habe Formel E bis Saison 4 nicht verfolgt"

Timo Pape

Timo Pape

Seit dem vergangenen Freitag steht fest, dass Pascal Wehrlein in der kommenden Formel-E-Saison 2021 für Porsche an den Start gehen wird. In der Podcast-Reihe "Inside E" des deutschen Herstellers erklärt der 25-Jährige, wie sein Interesse für die Formel E aufkam, dass er seinen neuen Teamkollegen Andre Lotterer eigentlich kaum kennt, und was Druck für ihn bedeutet.

"Die Formel E ist eine interessante Serie. Ich habe jedoch nicht vor, in den nächsten Jahren in der Formel E zu starten. Für die Formel E ist vielleicht später Zeit", sagte Wehrlein Anfang 2016 gegenüber 'e-Formel.de'. "Später" war in dem Fall ziemlich genau drei Jahre später. Zur fünften Formel-E-Saison stieg Wehrlein schließlich bei Mahindra Racing in die Formel E ein. Sein erstes Rennen absolvierte er am 12. Januar 2019 in Marrakesch, bevor er anschließend in Santiago direkt als Zweiter aufs Podium fuhr.

Inzwischen zählt der Deutsche quasi zum "Inventar" der Elektroserie. Nach anderthalb Jahren verließ Wehrlein Mahindra und unterschrieb einen Vertrag bei Porsche. Sein Interesse an der Formel E wuchs allerdings erst, als die Serie schon ein paar Jahre auf dem Buckel hatte - und ein gewisser Felix Rosenqvist bei Mahindra für Furore sorgte.

"Habe meine Zukunft in einem Formelfahrzeug gesehen"

"Ehrlich gesagt habe ich die Formel E bis Saison 4 nicht verfolgt", gesteht Wehrlein. "Ich bin also erst ein Jahr vor meinem Einstieg dazugekommen. Ich kannte ein paar Leute dort - auch ehemalige Teamkollegen aus meiner Zeit in der Formel 3 oder in der Formel ADAC wie etwa Felix Rosenqvist. Ihm folge ich ja auch auf Social Media und so. An einem gewissen Punkt wurde es dann interessanter für mich, auch weil ich es für meine eigene Zukunft in Erwägung zog."

Der Funke sprang spätestens über, als Wehrlein selbst die Chance bekam, einen Elektrorennwagen zu testen. "Als ich das erste Mal im Auto saß, hat es mir wirklich gefallen. Damals, 2018, war ich im Tourenwagensport aktiv, aber ich habe meine Zukunft eher in einem Formelfahrzeug gesehen. Ich mag einfach dieses Gefühl, dass im Cockpit alles offen ist. Ab Saison 5 war ich ja dann komplett dabei."

"Druck kümmert mich nicht - ich mag ihn eigentlich"

Durch seinen Teamwechsel zu einem "Global Player" wie Porsche dürfte auch der öffentliche Druck auf Wehrlein steigen, konstant gute Leistungen zu bringen - was ihm bei Mahindra bislang nicht immer gelang. "Druck kümmert mich nicht", meint Wehrlein. "Ich mag ihn eigentlich eher, denn das ist ein besonderes Gefühl, das man sonst nicht so häufig hat im Leben. Darauf freue ich mich. Ich habe eh immer meine Ambitionen und will gewinnen."

Apropos gewinnen. Wehrleins Ziele für seine Formel-E-Zeit bei Porsche sind klar: "Mein Kopf (meinte wohl Herz) sagt mir, dass ich diese Meisterschaft so schnell es geht gewinnen will. Aber natürlich müssen wir auch realistisch bleiben. Ich bin neu hier, und das Team hat ehrlich gesagt noch nicht so mega viel Erfahrung - es ist ja erst die zweite Saison. Aber ich denke, man darf definitiv gute Ergebnisse von uns erwarten."

"Nicht wirklich viel mit Lotterer gesprochen"

Mit Andre Lotterer bekommt Wehrlein einen der schnellsten Fahrer der Formel E zum Teamkollegen. Im Rennen hat Lotterer in dieser Saison oftmals seine Routine ausgespielt und zwei Podiumsergebnisse für Porsche im Debütjahr geholt. Auf eine Runde gesehen sind beide Fahrer sehr schnell. Doch wer am Ende von Saison 7 die Nase vorn haben wird, ist noch nicht abzusehen.

Berührungspunkte mit seinem neuen Garagennachbarn hatte Wehrlein bislang kaum. "Ehrlich gesagt kenne ich ihn gar nicht so gut", sagt der Neuling im Team. "Wir sind zwar nun anderthalb Jahre zusammen (in der Formel E) gefahren, haben aber nicht wirklich viel miteinander gesprochen. Eher so das Übliche wie 'Hallo' und 'Wie geht's?', aber nichts Tiefgreifendes. Ich freue mich darauf, ihn nun besser kennenzulernen, mal mit ihm essen zu gehen, nächste Saison mit ihm zusammenzuarbeiten und das Team voranzubringen."

In Kürze geht es für Wehrlein das erste Mal im Porsche auf die Strecke, denn die Vorbereitungen für das erste WM-Jahr der Formel E sind längst angelaufen. "Ich hatte kürzlich meine Sitzanpassung und werde demnächst meine erste Testfahrt bestreiten. Es ist immer aufregend, ein neues Auto zum ersten Mal zu fahren. Anschließend steht natürlich viel Vorbereitung auf dem Programm: Simulator-Arbeit, Gespräche mit den Ingenieuren... Spannende Zeiten für mich."

Foto: Porsche Newsroom

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