Formel E

Porsche "nicht zufrieden" mit Formel-E-Rennen in New York: Lotterer erklärt Start-Patzer, Wehrlein schuldloses Opfer nach Motortausch

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Fabrice-Roussell-Andre-Lotterer-Heat-New-York

Das Porsche-Werksteam erlebte beim Formel-E-Doppelrennen in New York ein ernüchterndes Wochenende. Zwar sammelte der Rennstall aus Weissach an beiden Renntagen WM-Punkte, die Ausbeute von mageren zehn Zählern stimmt Teamchef Florian Modlinger aber "nicht zufrieden". Nach dem E-Prix hadert Andre Lotterer insbesondere mit seinem Start ins Sonntagsrennen und erklärt, wie es dazu kam: Er ließ das "Startpedal" zu früh los.

Der elfte Lauf der Formel-E-Saison 2022 dürfte als einer der hektischsten in der noch jungen Historie der Elektroserie in die Geschichtsbücher eingehen: Aufgrund eines plötzlichen heftigen Regenschauers, der die Strecke unter Wasser setzte und eine Massenkarambolage an der Spitze des Feldes verursachte, wurde der E-Prix vorzeitig abgebrochen. Pascal Wehrlein, der im Regenchaos von Sebastien Buemi (Nissan) getroffen wurde und das Rennen eigentlich schon aufgegeben hatte, wurde somit noch als Sechster gewertet.

"Im Großen und Ganzen war das eigentlich ein guter Tag", sagte der Deutsche nach dem Samstagslauf. "Die Pace im Rennen war gut, und ich konnte zur Spitzengruppe aufschließen. Dann kam das chaotische Ende. Ich lag auf P6, als mir jemand ins Heck gefahren ist. So gesehen bin ich natürlich nicht zufrieden."

Durch den Auffahrunfall musste Porsche vor dem Sonntagslauf den beschädigten Antriebsstrang in Wehrleins Auto tauschen. Mit dem neuen Aggregat unterlief dem Team jedoch offenbar ein Konfigurationsfehler: In der Qualifikation wurden für zwei separate "Power Overuse"-Vergehen die beiden besten Rundenzeiten des 27-Jährigen gestrichen. Der Antrieb hatte also zu viel Leistung abgerufen.

"Wir müssen uns bei Pascal entschuldigen", gesteht Formel-E-Gesamtprojektleiter Florian Modlinger. "Nach seinem Unfall haben wir den Antriebsstrang gewechselt und hatten dann Probleme im Qualifying, die dazu geführt haben, dass er von P20 starten musste. Er ist dann ein sehr gutes Rennen gefahren und hat als Elfter die Punkteränge nur knapp verpasst. Insgesamt sind wir mit den zwei Punkten (für Lotterer) aber natürlich nicht zufrieden."

"In den letzten vier Saisonrennen in London und Seoul müssen wir jetzt versuchen, noch ein, zwei sehr gute Einzelergebnisse einzufahren", so Modlinger.

Lotterer erklärt Sonntags-Fauxpas: "Ich bin vom Startpedal gerutscht"

Unmut machte sich am Start des Sonntagsrennens auch in der Garagenhälfte von Andre Lotterer breit. Der 40-jährige gebürtige Duisburger startete nach einem guten Qualifying auf Rang 3, "doch dann habe ich die Startprozedur ein bisschen vermasselt".

"Ich bin vom Startpedal gerutscht und habe dann sofort gebremst, um keinen Frühstart zu riskieren. Dadurch verlor ich einige Positionen", so Lotterer. Das "Startpedal" könnte eine Wippe auf der Rückseite des Lenkrads sein, die Porsche zu Beginn eines E-Prix mutmaßlich wie eine Handbremse einsetzt. Die Fahrer könnten somit das Strompedal schon während der leuchtenden Startampeln betätigen und müssten nur noch den Finger von der Wippe lösen, sobald der Lauf startet.

In der Formel E ist die Belegung aller Lenkradregler den Teams selbst überlassen. Auf Anfrage von 'e-Formel.de' hält sich Porsche zur genauen Funktion der Prozedur bedeckt und bestätigt lediglich: "Mit diesem Startpedal wird der Start ausgelöst."

Die FIA untersuchte das auch im TV-Bild deutlich erkennbare Zucken von Lotterer nicht. Der Deutsche verlor ohnehin mehrere Positionen und fiel zunächst auf Rang 11 zurück. Im Verlauf des E-Prix arbeitete er sich wieder auf Rang 9 vor. "Wenigstens bin ich im Rennen geblieben", so Lotterer, "und habe noch zwei Punkte geholt. Schade - das Auto war richtig gut. Da wäre mehr möglich gewesen."

Porsche liegt in der Teamwertung nach dem New York City E-Prix nur noch auf Position 6. Die nächste Gelegenheit auf Punkte bietet sich bereits in zwei Wochen beim London E-Prix, bei dem am 30. und 31. Juli die Meisterschaftsläufe 13 und 14 der Saison 2022 stattfinden.

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1 Kommentare

TB ·

Das ist eine ehrliche Erklärung. Respekt André, viele Fahrer geben sowas nicht zu. Hut ab.

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