Formel E

Porsche-Teamchef Modlinger kritisiert Formel-E-Reichweite: DACH-Raum hängt "massiv hinterher"

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

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Florian Modlinger hält die Reichweite der Formel E in Deutschland, Österreich und der Schweiz für nicht zufriedenstellend: Im Vergleich zu anderen Märkten hänge die Serie "massiv hinterher". Seine Kritik richtet der Porsche-Teamchef ausdrücklich nicht gegen TV-Partner DF1, sondern gegen die Formel E selbst. Sie müsse im DACH-Raum mehr Bekanntheit und Reichweite schaffen. Dabei sieht Modlinger gerade bei Familien und jungen Fans eine große Stärke der Rennserie.

Florian Modlinger war anlässlich der 400. Episode des Formel-E-Podcasts ePod zu Gast. Im Gespräch mit e-Formel.de ging es unter anderem um die Entwicklung der Rennserie, Gen4 und die Situation im deutschsprachigen Markt. Gerade dort sieht der Porsche-Teamchef erheblichen Nachholbedarf: "Ganz klar, definitiv: Das ist nicht zufriedenstellend. Daran müssen wir in Zukunft arbeiten."

Modlinger nimmt den deutschen TV-Partner DF1 ausdrücklich von seiner Kritik aus. "Damit meine ich nicht, wie klasse DF1 das Thema überträgt, rüberbringt und welchen Einsatz sie bringen."

DACH-Raum hängt "massiv hinterher"

"Da geht es einfach darum, dass die Formel E global im DACH-Raum mehr tun muss, Awareness schaffen und eine größere Reichweite erreichen muss. Da hängen wir im DACH-Raum massiv hinterher, verglichen mit anderen Ländern und anderen Märkten. In meinen Augen muss da für die Zukunft definitiv etwas passieren."

Im deutschsprachigen Raum hatte die Formel E in den vergangenen Jahren mehrfach mit Veränderungen bei der TV-Verbreitung zu kämpfen. Ende 2023 zog sich ProSieben kurzfristig aus der deutschen Übertragung zurück. Anschließend sicherte sich DF1 in Kooperation mit ServusTV die Rechte, wobei die Sendungen zunächst vom Red Bull Media House produziert wurden. Zur Saison 2025/26 stieg ServusTV aus der Formel E aus, seitdem produziert DF1 die deutschen Übertragungen selbst. In Österreich waren die Rennen zuletzt bei Krone TV zu sehen.

Zusätzliche Reichweite soll ab Saison 13 eine neue globale Streaming-Partnerschaft bringen: Disney+ überträgt sämtliche Sessions in 144 Märkten. Ob Deutschland zu diesen Märkten gehört, wurde bislang allerdings nicht ausdrücklich bestätigt.

Modlinger sieht Stärke bei Familien & jungen Fans

An mangelndem Interesse bei den Menschen, die die Formel E bereits vor Ort erreicht, scheint es Modlingers Beobachtung zufolge jedoch nicht zu liegen. "Wenn man sich das Publikum an der Rennstrecke auf den Tribünen anschaut, ist das schon ein Unterschied zu dem, was ich in der Vergangenheit gewohnt war", beschreibt er.

"Mir wird das selbst immer wieder bewusst, wenn neue Gäste oder Leute an der Rennstrecke sind und mir in London zum Beispiel sagen: 'Wahnsinn, was da auf der Tribüne ist – wie viele Familien, wie viele Jugendliche, bunt durchgemischt.'"

"Ich glaube, das ist historisch bedingt und liegt in der DNA der Formel E. Man hat den Sport zunächst in die Städte gebracht, was keine andere Rennserie in dieser Form möglich gemacht hat. Dadurch hatte man die Möglichkeit, eine andere Zielgruppe zu erreichen."

Die Herausforderung für die Formel E besteht aus Modlingers Sicht damit weniger darin, an der Strecke die richtigen Zielgruppen anzusprechen. Vielmehr muss es der Rennserie gelingen, diese Begeisterung im deutschsprachigen Raum auch in deutlich größere Reichweite zu übersetzen.

Das vollständige Gespräch mit Florian Modlinger ist in Episode 400 des e-Formel.de-Podcasts ePod zu hören.

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