Formel E

Porsche-Teamchef Modlinger vor Sao Paulo E-Prix: "Werden wieder mehr Überholmanöver sehen"

Timo Pape

Timo Pape

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Nach dem Formel-E-Auftaktsieg in Mexiko durch Pascal Wehrlein lief zuletzt beim Diriyah E-Prix nicht alles rund für TAG Heuer Porsche. Am Wochenende gastiert die Elektroserie allerdings in Sao Paulo - ein Kurs, der dem effizienten Porsche 99X Electric liegen dürfte. Teamchef Florian Modlinger spricht im Interview über die bisherige Saison, die Ziele für Antonio Felix da Costa und den anstehenden Sao Paulo E-Prix.

Ein Sieg für den Werks-Porsche von Pascal Wehrlein, einer für Jake Dennis im Andretti-Kundenauto. War es ein perfekter Saisonstart für Porsche?

Perfekt wären drei Doppelsiege gewesen. Doch Mexiko mit dem Erfolg von Pascal und Diriyah, wo Jake Dennis von unserem Kundenteam Andretti Formula E gewonnen hat, waren natürlich zwei starke Auftaktrennen für den Porsche 99X Electric. Damit können wir sehr zufrieden sein. Den Weg zu einem dritten Sieg haben wir uns mit einer schlechten Startposition selbst verbaut. So sprechen wir von einem guten Saisonstart.

Wie schätzt du nach dem ersten Gen3-Jahr das aktuelle Kräfteverhältnis in der Formel E ein?

In einer so engen und hart umkämpften Weltmeisterschaft mit einem Reglement, das viele Einheitsteile vorschreibt, ist es anspruchsvoll, sich einen technologischen Vorsprung zu erarbeiten. In der vergangenen Saison hatten Jaguar und wir das beste Paket und konnten uns dadurch von den anderen Herstellern etwas absetzen. Die Hardware in dieser Saison ist die gleiche, so dass wir uns darauf konzentrieren, von Rennen zu Rennen an der Optimierung unserer Systeme und der Software zu arbeiten. Damit versuchen wir, unseren kleinen Vorsprung zu halten.

Durch die Absage des Rennens in Indien entstand eine ungewöhnlich lange Pause von sieben Wochen…

Ich bin kein Fan von allzu langen Pausen. Wir sind es gewohnt, unter Druck in einem festgelegten Rhythmus zu arbeiten. Auch für die Formel-E-Fans finde ich so eine lange Zeit ohne Rennen nicht gut. Aber manchmal sind Änderungen im ursprünglichen Rennkalender nicht zu vermeiden.

Wie habt ihr diese Pause genutzt?

Wir haben die Pause so gut wie möglich genutzt, Diriyah nachbereitet und Sao Paulo vorbereitet mit unseren Standardprozeduren. Da es nach Sao Paulo sehr intensiv fast im 2-Wochen-Rhythmus weitergeht, haben wir der Mannschaft eine Erholungspause und Zeit mit der Familie  gegeben. In der Formel E gibt es neben dem technischen und dem sportlichen auch ein finanzielles Reglement, also eine Kostenobergrenze, in der auch jede Arbeitsstunde der Teammitglieder berücksichtigt wird.

Antonio Felix da Costa hat - gelinde gesagt - keinen guten Saisonstart erwischt. Wie könnt ihr ihm aus diesem Tief heraushelfen?

Wir arbeiten mit Antonio intensiv daran. Nach drei Saisonrennen ohne Punkte dazustehen, ist eine Enttäuschung für ihn und auch für uns. Wir haben ein konkurrenzfähiges Auto, und Antonio hat in der Vergangenheit mit verschiedenen Fahrzeugen in allen möglichen Meisterschaften bewiesen, dass er Rennen gewinnen kann. Wir konzentrieren uns darauf, mit ihm speziell an der Pace auf eine Runde zu arbeiten, was bedeutet: Wir müssen uns mit ihm im Qualifying weiter vorn platzieren.

Wie groß ist die Hoffnung, dass er in Sao Paulo zu alter Stärke zurückfindet?

Das Überholen war in den ersten drei Rennen dieser Saison sehr schwierig, deshalb konnte er da auch nicht seine starke Renn-Performance zeigen. In Sao Paulo hat Antonio im vergangenen Jahr als Zweiter sein bestes Qualifying-Resultat abgeliefert. Das wird ihm noch mal den nötigen Push geben zu zeigen, was er kann. Auch für das Team ist das enorm wichtig, denn klar ist: Wir müssen diese letzten zwei, drei Zehntelsekunden auf einer Qualifying-Runde finden.

Was erwartest du generell vom Sao Paulo E-Prix?

Wir fahren mit positiven Erwartungen nach Sao Paulo. Die Streckencharakteristik lässt darauf schließen, dass das Energiemanagement einen weitaus höheren Stellenwert haben wird als in Mexiko und Saudi-Arabien. Wir werden also voraussichtlich wieder mehr Überholmanöver sehen, was das Rennen auch für die Fans interessanter macht.

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