Formel E

Porsche über Formel-E-Resultat in Mexiko enttäuscht: "Scheint, als hätte eine andere Strategie funktioniert"

Jasmin Fromm

Jasmin Fromm

Porsche konnte beim zweiten Formel-E-Rennen der Saison 2025/26 in Mexiko-Stadt mit beiden Autos Punkte einfahren, doch die Fahrer des deutschen Teams sind mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Der Grund: Die Rennstrategie der Werksmannschaft des Stuttgarter Sportwagenherstellers ist nicht so aufgegangen wie erwartet.

Für den sonst im Mexiko immer gut performenden Pascal Wehrlein schien es zuerst auch an diesem Rennwochenende wieder gut loszugehen: im 1. Freien Training wurde der Deutsche Zweiter, im 2. Freien Training gar Erster. Auch für Nico Müller, der Fahrer auf der anderen Seite der Porsche-Garage, ging es mit Platz 6 und 4 in den Trainings recht gut los.

Doch im Qualifying kam der Schock: Wehrlein schaffte es nicht in die Duelle und musste das Rennen von Position 11 starten. Nachdem er bereits viermal die Pole-Position auf der Rennstrecke innehatte, kam dies unerwartet. "Die Startposition war mein Fehler", beschreibt Pascal Wehrlein nach dem Rennen gegenüber e-Formel.de und Motorsport aktuell. "Da habe ich in der ersten fliegenden Runde ein blockierendes Rad gehabt. Und in der zweite Runde waren schon die Reifen nicht mehr da."

Wehrlein: "Es war heute Schadensbegrenzung"

Wehrlein war im Rennen der erste Fahrer, der über die Schleife für den Attack-Mode fuhr. "Es war heute Schadensbegrenzung nach dem Qualifying mit Platz 11", so Wehrlein weiter. Es war eine Strategie, die ihn vorerst durch die Extra-Power in Führung brachte, doch nachdem die Aktivierungszeit abgelaufen war, ließ ihn dies angreifbar werden. Es folgte eine Zusammenarbeit mit Porsche-Teamkollege Nico Müller, der ebenfalls im vorderen Teil des Feldes mitfuhr und Wehrlein für einige Zeit abschirmen konnte.

Die beiden Porsches fühlten sich sicher, gab Müller nach dem Rennen zu wissen: "Mein Gefühl war, dass wir da vorne eigentlich alles unter Kontrolle hatten. 24 der 38 Runden hatte ich ein sehr, sehr gutes Gefühl. Wir waren immer zwischen Platz 1 und 3, waren effizient, das Auto hat sich sehr gut angefühlt und ich war mir ziemlich sicher, dass wir nicht nur ein Wörtchen um den Sieg mitreden, sondern dass der Weg zum Sieg an uns vorbei führt."

Doch dies änderte sich schlagartig nach dem Einsatz des Safety-Cars, das zur Bergung des liegengebliebenen Autos von Nyck de Vries eingesetzt wurde. Der Mahindra-Fahrer war nach einem technischen Problem in der Auslaufzone von Kurve 1 zum Stehen gekommen.

Müller erklärt: "Nach dem Safety Car, da ging gar nichts mehr. Plötzlich habe ich allen Grip verloren und bin nur noch herumgerutscht. Wenn du rutschst, bist du auch nicht mehr effizient und kannst deinen Attack-Mode nicht so nutzen, wie du es musst. Aber auch von der Strategie her hatten wir alle Spielbälle in der Hand. Ich war in Führung und hatte noch keinen Attack-Mode benutzt. Eigentlich lief alles perfekt, bis eben plötzlich alles auseinandergefallen ist. Wir müssen verstehen, was da passiert ist, denn so extrem hatten wir das noch nie."

Wehrlein: "Wir haben eine aggressive Strategie gewählt"

Dass das Rennen nicht so lief wie prognostiziert, spiegelte auch Teamkollege Pascal Wehrlein nach dem Rennen: "Wenn das Rennen so gewesen wäre, wie wir gedacht hatten, dann wäre es mit Sicherheit super gut gewesen. Am Ende war es doch deutlich einfacher zu überholen und Plätze gut zu machen. Wir haben eine aggressive Strategie gewählt, die uns nach vorne bringt. Auf der anderen Seite sehen wir, dass zum Beispiel Cassidy und Rowland eine andere Strategie gewählt haben, von der wir eigentlich nicht gedacht hätten, dass sie hier nicht funktioniert. Wir dachten, dass es wie in der Vergangenheit viel schwieriger sei, zu überholen."

"Aber durch die Streckenänderungen hat sich das wohl deutlich verändert", spekuliert er. Dennoch sieht Wehrlein auch die positiven Aspekte an der Situation: "Das sind Learnings für die Zukunft. Das Positive ist, dass wir auch dieses Wochenende wieder saustark waren, vor allem auf eine Runde."

Am Ende beendete Wehrlein das Rennen auf Platz 6, Müller kam auf Platz 9 ins Ziel. Beide Fahrer konnten wichtige Punkte mitnehmen, doch Wehrlein ist mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden: "Wenn jemand das Rennen gewinnt, der hinter dir startet, dann ist das immer ärgerlich."

Die nächste Chance auf mehr Punkte und vielleicht sogar den Sieg haben die Porsche-Fahrer in Miami am 31. Januar. Dann findet auf dem Miami International Autodrome rund um das Hard Rock Stadium der dritte Saisonlauf 2025/26 statt.

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1 Kommentare

EffEll ·

Müller hat es ja leider eigenverschuldet weggeschmissen, nachdem er sich in bester Position in der Spitzengruppe stark verbremste und viele Positionen einbüßte. Ich hatte gehofft, darüber etwas lesen zu können, doch leider wurde er wohl weder darauf angesprochen, noch kam er selbst darauf zu sprechen. Aber das darf ihm im Porsche Werksteam eigentlich nicht passieren, wenn er schon so aussichtsreich liegt gegen Ende und sich beweisen will. Für mich sah es nach Nervosität aus.

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