Formel E

Porsche verpasst das Formel-E-Podium am Rennsamstag in Berlin: "Heute wäre mehr möglich gewesen"

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Obwohl Porsche mit Antonio Felix da Costa, Jake Dennis und Pascal Wehrlein drei Autos im Kampf um die Podiumsplätze hatte, fand die Siegerehrung nach dem Rennen ohne Porsche-Beteiligung statt. Während die beiden Werksfahrer wenigstens noch einige Punkte mitnehmen konnten, ging Weltmeister Dennis nach einem Reifenschaden leer aus. Die Folge: Porsche verliert die Führung in der Herstellerwertung.

Von den Positionen 6 und 8 ins Rennen gegangen, hielten sich beide Porsche-Werksfahrer das ganze Rennen über im Kampf um den Rennsieg. Am Ende hatten Felix da Costa und Wehrlein zusammen zehn Führungsrunden gesammelt - sieben für den Deutschen, drei für den Portugiesen. Zusätzlich mischte im letzten Renndrittel auch Dennis im Kampf um die Spitzenplätze mit, nachdem er sich von Startplatz 20 aus nach vorne gearbeitet hatte.

Dann ging jedoch viele schief für die Fahrer des deutschen Herstellers: Dennis fuhr aufgrund eines Reifenschadens in Kurve 6 geradeaus und gab das Rennen kurz darauf auf. Leidtragender war Felix da Costa, der so den Anschluss an die Fahrer vor ihm verlor. Er holte den Rückstand zwar wieder auf, war jedoch nicht mehr in der Lage, anzugreifen. Am Ende fuhr er auf dem sechsten Platz über die Ziellinie, 0,291 Sekunden hinter seinem Teamkollegen.

"Ich denke, heute wäre mehr möglich gewesen", sagt Pascal Wehrlein nach dem Rennen zu e-Formel.de. "Gerade nach dem Safety-Car sah es gut aus, aber die letzten Runden konnten wir die Pace nicht ganz mitgehen. Andere haben sich während des Rennens mehr Energie aufgespart, speziell Cassidy. Es war eigentlich das ganze Rennen über chaotisch mit Kontakten und Berührungen. Glücklicherweise ist mein Frontflügel drangeblieben, obwohl ich eine große Beschädigung hatte. Ich glaube, wir hätten heute ums Podium gekämpft. Beide Autos haben es nicht geschafft und jetzt müssen wir schauen, was wir morgen besser machen können."

Felix da Costa: "Dachte, ich bin durch die Hölle und zurück gegangen"

"Am besten kann man es so beschreiben, dass ich irgendwann dachte, ich bin durch die Hölle und zurück gegangen", erklärt Antonio Felix da Costa an unserem Mikrofon. "Es ist so viel passiert, und es waren noch 25 Runden zu fahren. Ich denke, wir haben alles richtig gemacht, ich habe niemanden berührt und bin sauber gefahren. Als Dennis das Problem hatte, fuhr er geradeaus und hat mich mitgenommen. Das hat mich letztendlich das Podium gekostet, vielleicht sogar mehr."

"Ich glaube nicht an Pech, aber es ist eine Tatsache, dass ich in zwei Rennen hintereinander von Leuten aufgehalten wurde, die rausgerutscht sind", beschreibt er weiter. "Vielleicht muss ich versuchen, diese Dinge kommen zu sehen. Ich weiß es nicht, aber ich muss versuchen, es besser zu machen."

Dennis: "Es sah gut aus für das Podium"

"Wir sind in einer sehr schnellen Phase des Rennens sehr gut von hinten nach vorne durchgekommen", sagt Jake Dennis. "Es sah gut aus für das Podium, dann hatten wir aber leider einen Kontakt, der mir einen Reifenschaden einbrachte." Das Problem sei jedoch schon deutlich vor der Kurve aufgetreten, wo er geradeaus fuhr. "Die Leute haben vielleicht erst in der sechsten Kurve mitbekommen, dass ich einen Reifenschaden hatte, aber der Kontakt war schon in der ersten Kurve."

Was mancher Zuschauer beim Betrachten der Fernsehbilder gedacht haben mag, da Felix da Costa und Wehrlein oftmals nebeneinander durch die Kurven fuhren: Kämpfen die Porsche-Fahrer zu sehr und zu hart miteinander?

"Antonio und ich haben immer fair miteinander gekämpft", beschreibt Wehrlein den Umgang mit seinem Teamkollegen. "Bei dieser Art von Rennen muss man den Fahrern freie Hand lassen, denn in einer Kurve kannst du sonst vier Positionen verlieren. Einmal haben wir uns berührt, was unglücklich war, aber wir sind auch zu viert nebeneinander in die Kurve reingefahren. Daher kann man da nicht viel anderes erwarten. Sonst hat es jedes Mal, wenn wir zu zweit durch die Kurve sind, gut funktioniert."

Teaminterne Kämpfe "sehr schwer zu managen"

"Ich glaube nicht, dass ich jemals gegen Pascal gekämpft habe", sieht auch Felix da Costa. "Um ehrlich zu sein, bin ich in seiner Nähe immer sehr vorsichtig, und das ist wirklich sehr schwer zu managen. Vor allem in einem Rennen wie diesem, in dem alle zu dritt oder viert nebeneinander fahren. Wenn man in der Nähe des Teamkollegen fährt, muss man besonders vorsichtig sein."

"Das ist etwas, das die ganze Sache noch schwieriger macht", erläutert er weiter. "Aber wir sind beide an der Spitze und müssen damit zurechtkommen."

Bereits am morgigen Sonntag haben die Porsche-Piloten die Möglichkeit, es besser zu machen: Dann steht der zweite Lauf des "Double-Headers" auf dem Flughafen Tempelhof an.

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