Formel E

Porsche will 2. Formel-E-Team ohne zusätzliche Investitionen aufbauen: "Werden Ressourcen neu verteilen"

Tim Neuhaus

Tim Neuhaus

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Am Ende des letzten Jahres hat Porsche verkündet, ab Saison 13 mit zwei statt nur einem Werksteam in der Formel E anzutreten. Schon jetzt ist Porsche mit sechs Autos im Fahrerfeld der einflussreichste Hersteller der Serie: Andretti und Cupra Kiro setzen ebenfalls auf den deutschen Antrieb. In der kommenden Saison wird neben den beiden Werksteams jedoch nur eines der beiden aktuellen Kundenteams noch mit Antrieben versorgt.

Jetzt sprach Porsche davon, mit demselben Budget wie in der diesjährigen Saison eben diese zwei Werksteams an den Start zu bringen. Das Ziel ist ein kostenneutrales Engagement in der Serie. Die Auflagen für diesen Ansatz kamen von ganz oben, verdeutlicht Florian Modlinger, Gesamtprojektleiter Formel E bei Porsche, gegenüber motorsport.com: "Wir haben von unserem Vorstand einen klaren Auftrag erhalten, den wir angenommen haben. Es muss kostenneutral sein."

2026/27 nur noch ein Porsche-Kundenteam

Um die Kostenneutralität zu gewährleisten, kann man in Saison 13 nicht Antriebe für acht Autos zur Verfügung stellen. Die Investitionen, die derzeit in das Kundenprogramm fließen, müssen neu verteilt werden und in das zweite Werksteam fließen: "Wir werden die Ressourcen, die derzeit zur Unterstützung der Kundenteams eingesetzt werden, neu verteilen."

Seit längerem halten sich Gerüchte, welche besagen, dass Andretti kommende Saison womöglich mit Nissan-Antrieben fahren wird. Damit würde Cupra Kiro als einziges Kundenteam verbleiben. Diese Vermutung bestätigte Modlinger: "Zunächst einmal werden wir die Anzahl unserer Fahrzeuge in der Startaufstellung nicht erhöhen. Wir haben aktuell sechs Porsche 99X Electric, auch in Zukunft werden wir sechs haben."

Zweites Werksteam als Talentschmiede

In der Fangemeinschaft gab es kurz nach Ankündigung des doppelten Engagements in der Formel E große Aufregung, weil die deutsche Marke nur wenige Wochen zuvor ihr WEC-Langstreckenprojekt einstampfte. Modlinger erläutert, dass die Entscheidungen keinen Einfluss aufeinander hatten: "Es war eine Projektentscheidung des Unternehmens, unser Engagement in der Formel E und unsere Arbeitsweise neu zu ordnen, und steht in keinem Zusammenhang mit der anderen Entscheidung."

Der Fokus des zweiten Werksteams in der Formel E liegt nicht unbedingt darin, mit dem bereits bestehenden Team zu konkurrieren. Vielmehr soll es sowohl Fahrern als auch Teammitgliedern einen leichteren Einstieg in die Formel E ermöglichen: "In der Formel E ist es für Neulinge ziemlich schwierig, in der ersten Saison zu überzeugen und viele Punkte zu holen, wie wir in der Vergangenheit gesehen haben", beschreibt Modlinger und bezieht sich dabei auch auf Porsche-Reservepilot David Beckmann, der 2024/25 eine Saison als Stammfahrer für Cupra Kiro fuhr. "Dieses zweite Team bietet uns mehr Möglichkeiten für junge Talente, aber auch, um zusätzliche Geschichten zu schreiben, neue Partner und neue Sponsoren zu gewinnen."

Ab dem 21. März geht es in der Formel E weiter. Auf das erste Rennwochenende in Madrid folgt auch der Rookie-Test der Saison 2025/26. Ayhancan Güven und Elia Weiss sind dort für Porsche bereits bestätigt. Eine starke Performance könnte ihnen womöglich Chancen im zweiten Team eröffnen.

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