Formel E

Porsche zeigt Zwischenstand zur Gen4-Entwicklung der Formel E: "Wir dürfen von einer Revolution reden!"

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Porsche-Gen4-Test-main-image

Seit Saison 6 ist Porsche als Hersteller in der Formel E aktiv und wird dies auch mindestens bis Saison 16 (2029/30) sein. Als erster in der Formel E engagierter Hersteller hat die Mannschaft aus Weissach nun einen detaillierten Einblick in die Entwicklung seines Gen4-Antriebs gegeben. Außerdem hat der Sportwagenhersteller Fotos von seinen Testfahrten in Spanien gezeigt.

Wenn die aktuellen Gen3-Evo-Boliden der Formel E am Saisonende "in Rente" gehen, werden sie von Fahrzeugen abgelöst, die die der Elektrorennwagen auf ein vollkommen neues Level heben werden. Zwar wird zu den hochgezüchteten Formel-1-Rennwagen auch dann noch einiges fehlen, aber dennoch erwartet Fans der größte Performance-Schub der Formel-E-Geschichte.

Im Gegensatz zur Formel 1 hat die Entwicklung, die Hersteller in der Formel E betreiben, auch Relevanz für Straßenfahrzeuge. "In der Formel E entwickeln wir vor allem diejenigen technischen Umfänge, die für unsere Sportwagen relevant sind", erklärt Thomas Laudenbach, Leiter Porsche Motorsport. "Das ist einer der Gründe, weshalb wir in der Formel E starten."

Bereits bislang zu den Eigenentwicklungen der Hersteller in der Formel E gehörten neben der Software natürlich auch der E-Motor, der Pulswechselrichter und das Getriebe, dazu das Differenzial, die Antriebswellen und weitere Antriebskomponenten sowie die Antriebskühlung und die Radaufhängung an der Hinterachse. Mit Einführung der Gen4-Boliden vergrößern sich diese Umfänge im Wesentlichen um zwei Komponenten: den Gleichspannungswandler und das Brake-by-Wire-System. Dieses erlaubt eine elektronisch gesteuerte Verteilung der Bremslast auf die Räder des Autos.

Modlinger: "Unser Lastenheft: Gewicht, Haltbarkeit, Kosten"

"Beim aktuellen Fahrzeug liegt der Wirkungsgrad unseres Antriebsstrangs bei über 97 Prozent", beschreibt Florian Modlinger, Gesamtprojektleiter Formel E bei Porsche. "Von der Batterie bis zum Rad verpuffen weniger als drei Prozent der eingesetzten Energie, was nahe der Perfektion liegt – ein Vorteil des E-Antriebs. In unserem Lastenheft für die Gen4 standen neben der Effizienzsteigerung der Antriebskomponenten Potenziale bei Gewicht, der Dauerhaltbarkeit und den Kosten – ähnlich wie bei Elektroautos für die Straße."

"Gleichzeitig sprechen wir bei 600 kW von 71 Prozent mehr Leistung im Attack-Mode", so Modlinger weiter. "Insgesamt finde ich, dass wir von einer Revolution reden dürfen." Bis Mitte Januar sammelte der Gen4-Porsche 1472 Testkilometer auf den Rennstrecken in Monteblanco und Almeria in Spanien. Ein Großteil der Entwicklungs- und Testarbeit jedoch findet im Simulator statt, auch wegen der streng limitierten Testtage in der Formel E.

Zu Beginn konzentrieren sich die Arbeiten am Entwicklungsfahrzeug auf die Zuverlässigkeit und das Zusammenspiel der Komponenten. Später geht es dann um die Performance. Auch das Kundenteam muss laut Reglement das neue Fahrzeug testen - mutmaßlich das bereits für die kommenden Saison angekündigte, zweite Porsche-Werksteam. Im Herbst wird der Antriebsstrang für die ersten beiden Gen4-Saisons durch den Automobilweltverband FIA homologiert. Im Anschluss ist die Weiterentwicklung nur noch im Bereich der Software möglich.

Müller: "Gen4 ist ein richtiges Biest"

"In Almeria konnte ich das neue Auto zum ersten Mal fahren", erklärt Pascal Wehrlein. "Es ist richtig schnell, und es macht richtig Spaß! Wegen der neuen Aerodynamik sind wir vor allem in den schnelleren Kurven deutlich schneller. Sie erzeugt spürbar Abtrieb. Weil wir über die Jahre so effizient geworden sind, können wir uns das Mehr an Luftwiderstand endlich leisten."

"Ich glaube, der Gen4 wird bei vielen Leuten da draußen ein Aha-Erlebnis bewirken", sagt Wehrlein weiter. "Jetzt geht's drum, unser Paket bestmöglich abzustimmen. Ich bin froh, dass Nico und ich die Testarbeit leisten dürfen. Damit können wir den Gen4 gut auf uns als Stammfahrer zuschneiden."

"Der Gen4 ist ein richtiges Biest – mit unheimlich viel Leistung und Traktion durch den permanenten Allradantrieb", sagt Nico Müller. "Man könnte fast von einem anderen Sport sprechen. Wie das Fahrzeug beschleunigt, bremst, wie aggressiv man fahren kann, wenn man noch ein bisschen Rundenzeit rausquetschen will: Alles zusammen erinnert mich an die Supercars im Rallycross. Noch sind die sportlichen Regeln für die neue Ära nicht definiert, aber rein von der Technik her dürfte sich das Racing deutlich verändern. Ich bin gespannt und freue mich auf die weitere Testarbeit."

Zurück

1 Kommentare

Florian ·

Ich freue mich schon auf das neue Auto und die neue Season.

Aber mal off topic
Habe ich was verpasst aber was ist am 15 Februar
Bei YouTube läuft ja ein geheimer Countdown
Kann mir dazu einer was sagen ?

Grüße der flo
Und danke für eure super Arbeit

Antwort von Tobias Wirtz

Hallo Flo,

Dazu soll in dieser Woche noch eine offizielle Ankündigung seitens der Formel E kommen.

Gruß Tobi

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 1 und 2.