Formel E

"Es ist schwer, optimistisch zu bleiben" - Günther & Buemi resümieren ernüchternde Formel-E-Saisonhälfte

Svenja König

Svenja König

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Nissan e.dams erlebte eine historisch schlechte erste Saisonhälfte in der Formel-E-Saison 2022: In Berlin versuchten Maximilian Günther und Sebastien Buemi erneut, alles aus dem unterlegenem Auto rauszuholen - jedoch ohne Erfolg. Die Piloten schafften immerhin einige Lichtblicke im Qualifying und Training, für Punkte reichte es allerdings nicht. Nach acht Rennen stehen nur zwölf Meisterschaftspunkte für den japanischen Hersteller zu Buche.

Für den deutschen Fahrer Maximilian Günther lief in Berlin nicht viel zusammen. Er beendete alle Trainings außerhalb der ersten Zwölf. In der Gruppenphase der Qualifikation konnte er nur Nick Cassidy und Dan Ticktum hinter sich lassen und ging so von Startplatz 16 ins Rennen. Wie das Team nach dem Wochenende mitteilte, habe man in den Rennen von Berlin unterschiedliche Strategien ausprobiert. Der für den 24-Jährigen aufgestellte Plan ging nicht auf, sodass er sein Heimrennen nur auf der 18. Position beendete.

Etwas besser lief es am zweiten Renntag auf dem umgekehrten Layout des stillgelegten Flughafens Tempelhof. "Das Qualifying war sehr gut. Wir waren mit Platz 12 sehr nah an der Duellphase", berichtete Günther nach dem Rennen gegenüber 'e-Formel.de'. "Wir hatten einen Rückstand von zwei Zehnteln auf Platz 2, was für uns ein sehr gutes Ergebnis ist."

Im Rennen wollte der gebürtige Oberstdorfer um die Punkte kämpfen, wurde aber nach hinten durchgereicht und kam nur auf Position 16 ins Ziel. "Ich habe versucht, das bestmögliche Rennen zu fahren. Insgesamt haben wir heute aber nicht das Paket gehabt, um in die Punkte zu fahren. Wir haben vorher gewusst, dass es kein einfaches Wochenende werden würde, aber wissen auch, woran es liegt. Den Rest müssen wir so akzeptieren. Insbesondere in den Kurven kann man noch viel rausholen, und auch vom Rennen heute haben wir noch einige Stellschrauben mitgenommen. Daher gehen wir voll fokussiert nach Jakarta"

Buemi: "Man hat immer Hoffnung"

Etwas besser lief es für Teamkollege Sebastien Buemi: Der Schweizer machte in den Freien Trainings am Samstag mit einem achten und einem dritten Platz auf sich aufmerksam und hätte auch beinahe die Duellphase im darauffolgenden Qualifying erreicht. Lediglich eine Strafe, nachdem Nissan die vorgegebene Boxenstoppzeit in der Gruppenphase unterschritten hatte, verhinderte sein Debüt in der K.o.-Phase. Allerdings konnte auch er im Rennen nicht mit der Spitze mithalten und fiel einige Positionen zurück- Platz 14 am Ende.

Der zweite Renntag von Berlin begann mit einem Zwischenfall im ersten Training für den Saison-2-Champion. "Ich hatte ein Problem mit der Bremse, und daraufhin hat das Heck blockiert", sagt der Schweizer. Er schlug in die Mauer ein und musste seinen Nissan reparieren lassen, was ihn nicht nur wertvolle Trainingszeit kostete, sondern auch ein anderes Problem hervorrief: "Danach hatte ich nur noch einen Satz Reifen übrig, und wir konnten das geplante Programm nicht abspulen. Wenn man nur halb so viele Trainingsrunden hat wie die anderen Jungs, fehlen im Qualifying einfach ein paar Zehntel."

"Von ganz hinten haben wir versucht, das Beste draus zu machen, aber da gab es nicht viel zu holen", so Buemi weiter. Von Startposition 18 ausgehend konnte er immerhin noch vier Plätze gutmachen, auch wenn ihm das keine WM-Punkte einbrachte. "Ich wusste, dass wir Probleme in Berlin haben werden, aber man hat ja immer Hoffnung, dass es besser wird."

Fokus auf Gen3

Der Routinier zieht ein ernüchterndes Fazit zur ersten Saisonhälfte. Zwar konnte Nissan wie in der vergangenen Saison bislang Nio 333 und Dragon hinter sich lassen, ist mit zwölf Meisterschaftspunkten aber weit von den eigenen Ansprüchen und einstigen Erfolgen entfernt. "Wir sind aktuell da, wo wir hingehören. Wir werden nicht aufgeben, und das gehört auch dazu, wenn man Profi ist, aber es ist schwer optimistisch zu bleiben."

Zwar arbeite das Team weiter daran, das Auto zu verbessern, doch große Sprünge erwarte Buemi nicht mehr. Allerdings liege der Fokus aktuell auf der Gen3-Entwicklung, und Nissan bringe daher keine Updates mehr für die aktuelle Saison. Während Günther womöglich bei Nissan bleiben könnte, ist Buemis Zukunft im Team noch ungewiss. Wenngleich er uns gegenüber bereits bestätigte, auch 2023 in der Formel E zu fahren.

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