Formel E

Radio Gaga: Der Boxenfunk aus Long Beach

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Die erste Hälfte der zweiten Formel-E-Saison ist vorüber. Mit dem Long Beach ePrix verabschiedete sich die elektrische Rennserie mit einem würdigen Abschied aus Amerika. Auch beim Rennen an der US-Pazifikküste wurde viel am Boxenfunk gesagt. Wir haben die besten Nachrichten aus dem ePrix zusammengetragen.

Der Funkverkehr aus Long Beach

Runde 1: "Radiocheck." - "Laut und verständlich." - "Gut. Denk dran, in Torque (Drehmoment) 6 zu starten."

Sam Bird geht mit seinem Ingenieur durch den obligatorischen "Radiocheck". Zudem bekommt er die Anweisung, mit Torque sechs, dem schnellsten Motormapping zu starten.

Runde 4: "L15. Das müsstest du auch auf deinem Display sehen. L15." - "Bestätige. Jetzt ist es L14."

Das Abt-Team kodiert die Teamradio-Botschaften seit einiger Zeit. Das "L" steht im Motorsport meistens für "Lap" (zu Deutsch: Runde), womit häufig die Zielrunde für den Boxenstopp gemeint wird. Lucas di Grassi hatte in Runde 14/15 jedoch noch rund ein Drittel seiner Energie verfügbar. Erst in der 21. Runde kam er an die Box. Was das wohl zu bedeuten hat..?

Runde 9: "Wie ist meine Energie im Vergleich zum Rest?" - "Du hast einen Prozent weniger als Buemi."

Daniel Abt informiert sich über die Energie seiner Konkurrenten. Wenige Kurven zuvor wurde er vom Schweizer im e.dams überholt.

Runde 11: "Wir sind 0.6 über unserem Ziel, in eurer Gruppe ist Sarrazin der Schlechteste mit einem Prozent weniger als der Rest." - "Verstanden."

Eine Nachricht, die den Führenden Sam Bird gefreut haben dürfte. Nach elf Runden ist seine durchschnittliche Rundenzeit um 0,6 Sekunden schneller, als es sein Team gefordert hatte.

Runde 15: "Box, Box. Du musst zum Boxenstopp." - "Was? Warum? Sagt das die Rennleitung, oder wie? Das Auto fährt sich gut!" - "Die Kommissare zeigen die schwarz-orangefarbene Flagge. Komm jetzt rein."

Sebastien Buemi ist hörbar enttäuscht über die Entscheidung der Stewards. Nachdem er mit Robin Frijns (Andretti) kollidiert war, fuhr der Schweizer nur noch mit einem halben Frontflügel auf der Strecke. Die Rennleitung zeigte ihm die schwarze Flagge mit orangefarbenem Kreis, der Hinweis auf einen technischen Fehler und die Aufforderung zur Reparatur.

Runde 24: "Sam, ist das Auto okay?" - "Ja, alles gut. Wo stehen wir jetzt?" - "P7, P7."

Sam Bird verbremst sich und parkt seinen Virgin-Renner in den Reifenstapeln, kann aber weiterfahren. Insgesamt verliert er fünf Positionen und ist hörbar aufgewühlt, dass er seine Siegchancen soeben weggeworfen hat.

Runde 40: "Batterie 54." - "Sind wir da sicher?" - "Zumindest mit der Leistung, ja."

Kurz nach dem Restart warnt Renningenieur Jacky Eeckelaert seinen Fahrer Daniel Abt über die Batterietemperatur. Die Batterien halten Temperaturen von über 50 Grad über einen kurzen Zeitraum zwar problemlos aus. Trotzdem will das Team probieren, das Aggregat so kühl wie möglich zu halten.

Runde 40: "21.24." - "Verstanden, das war eine 1.34. Das heißt, wir sind 0.2 hinter dem Ziel. Du kannst auf Torque 5 gehen, das gibt dir mehr Geschwindigkeit."

Sam Bird bekommt wichtige Anweisungen von seinem Team. In der vorigen Runde war er zwei Zehntelsekunden zu langsam. Um sich in der letzten Runde an Senna (Mahindra) vorbeizuschieben, gibt ihm das Team die zweithöchste Motoreneinstellung frei.

Runde 41: "Yeah! Boom!" - "Fantastisch Lucas, ich bin sprachlos. Gut gemacht!" - "Woohoo, gute Arbeit, Team!"

Lucas di Grassi schreit die Emotionen ins Mikrofon. Der Brasilianer ist zurück in der Meisterschaft.

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