Formel E

Rechenspiele: Jean-Eric Vergne wird schon in Zürich Formel-E-Meister, wenn…

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Die vierte Formel-E-Saison neigt sich ihrem Ende. Mit dem Rennen am Sonntag in Zürich und dem abschließenden "Double-Header" in New York City (14. und 15. Juli) endet ein weiteres spannendes Meisterschaftsjahr der ersten vollelektrischen Rennserie. Dabei sieht die Ausgangslage so aus, dass bereits in Zürich die Entscheidung um den Fahrertitel fallen könnte.

Jean-Eric Vergne wird unabhängig vom Ausgang des Zürich E-Prix auf jeden Fall als Tabellenführer nach New York City reisen. Ob er dort noch eingeholt werden kann, hängt jedoch vom Ergebnis des ersten Formel-E-Rennens in der Schweiz ab.

In den drei noch ausstehenden Rennen sind für einen Fahrer maximal 87 Punkte zu erreichen - dreimal 25 Punkte für den Sieg, dazu jeweils einen Bonuspunkt für die schnellste Rennrunde und je drei Punkte für die Pole-Position. Da Vergne aktuell bei 162 Zählern steht, kann er von allen Fahrern mit maximal 74 Punkten nicht mehr eingeholt werden. Rechnerische Meisterschaftschancen haben neben Vergne also nur noch Lucas di Grassi (76 Punkte), Sebastien Buemi (82 Punkte), Daniel Abt (85 Punkte), Felix Rosenqvist (86 Punkte) und Sam Bird (122 Punkte).

Der Rückstand von di Grassi, Buemi, Abt und Rosenqvist ist so groß, sodass Vergne nicht mehr eingeholt werden kann, wenn er in den letzten drei Saisonläufen weitere zwölf Punkte erzielt. Da der Franzose die ersten neun Rennen nie schlechter als auf dem fünften Platz beendete, ist dieses Szenario äußerst unrealistisch. Da außerdem keiner der genannten Piloten Zürich als Tabellenzweiter verlassen kann, können wir diese Fahrer bei unserer weiteren Betrachtung außen vor lassen.

Kommen wir also zum einzigen echten Rivalen des Franzosen, dessen Titelchancen nicht nur rein theoretischer Natur sind: Sam Bird vom Team DS Virgin Racing. Sein Rückstand beträgt "nur" 40 Zähler, die in drei Rennen durchaus aufzuholen wären. Aber auch nur dann, wenn der Rückstand in Zürich nicht auf mehr als 58 Punkte ansteigt - so viele Punkte gibt es in New York City noch zu holen. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass Vergne in Zürich Meister wird, wenn er den Abstand auf Bird um mindestens 19 Punkte vergrößert. Dies würde auch prinzipiell ausschließen, dass einer der oben genannten Fahrer Vergne noch einholen kann.

Aufgrund der Zusatzpunkte für Pole-Position und schnellster Rennrunde gibt es hier eine relativ große Anzahl von möglichen Konstellationen. Bei folgenden Ergebnissen wäre die Meisterschaft schon am Sonntagabend entschieden.

1. Vergne gewinnt das Rennen von der Pole-Position

  1. Bird schafft nicht mehr als Platz 6
  2. Vergne holt zusätzlich die schnellste Rennrunde, Bird schafft nicht mehr als Platz 5

2. Vergne gewinnt, startet aber nicht von der Pole-Position

  1. Bird holt die Pole-Position und die schnellste Rennrunde, schafft aber nicht mehr als Platz 9
  2. Bird holt die Pole-Position, schafft aber nicht mehr als Platz 8
  3. Bird holt nicht die Pole-Position und schafft nicht mehr als Platz 7

3. Vergne wird Zweiter

  1. Vergne holt die Pole-Position, Bird holt die schnellste Rennrunde, aber schafft nicht mehr als Platz 10
  2. Vergne holt die Pole-Position, Bird holt nicht die schnellste Rennrunde und schafft nicht mehr als Platz 9
  3. Vergne fährt die schnellste Rennrunde, Bird holt weder die Pole-Position noch schafft er es unter die ersten Zehn

4. Vergne wird Dritter, holt die Pole-Position und die schnellste Rennrunde

  1. Bird schafft es nicht unter die ersten Zehn

In allen anderen Fällen wird die Entscheidung um den Meistertitel auf den "Double-Header" in New York City vertagt. Wie dem auch sei: Vergne kann seinem ersten Formel-E-Titel an diesem Wochenende einen großen Schritt näher kommen. Alle Sessions verfolgst du wie gewohnt live auf e-Formel.de.

Zurück

0 Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte rechnen Sie 5 plus 8.