Formel E

Red-Bull-Teamchef Christian Horner kritisiert Formel E: "Elektrischer Motorsport funktioniert nicht"

Timo Pape

Timo Pape

Christian-Horner-Formula-1-Team-Principal-Red-Bull

Red Bull steht der Formel E und dem elektrischen Motorsport weiterhin sehr kritisch gegenüber. Formel-1-Teamchef Christian Horner spricht der Formel E nicht nur die Leidenschaft ab, sondern kritisiert auch die Ladetechnologie in der Boxengasse. Dabei verbreitet er die gleichen Falschaussagen, die sein Chef Helmut Marko immer wieder öffentlich tätigt.

"Elektrischer Motorsport funktioniert nicht, er nimmt die Menschen nicht mit", erklärt Horner im deutschen 'OMR Podcast'. "Es gibt keinen Lärm, es gibt keine Leidenschaft. Und es gibt auch keine Atmosphäre. Man sieht jetzt, wie sich Hersteller wieder aus der (Formel-E-) Meisterschaft zurückziehen."

Damit meint der Brite die Serienausstiege von Audi und BMW im vergangenen Jahr. Zudem wird sich Mercedes mit Abschluss der laufenden Saison werksseitig zurückziehen. Ein weiterer Aspekt ist aus seiner Sicht die Technik, mit der die Formel-E-Autos binnen 50 Minuten beinahe emissionsfrei geladen werden.

"Ich denke, als Testfeld für Technologie ist sie (die Formel E) gut, aber noch mal: Diese Technologie muss man manchmal auch infrage stellen, wenn man diese alten Generatoren sieht, mit denen die Batterien aufgeladen werden. Was hinter der Box passiert, ist nicht das, was vor der Garage suggeriert wird", meint Horner.

Dr. Helmut Marko: Formel E ist "Etikettenschwindel"

Horner liegt damit demselben Trugschluss auf wie sein Chef Helmut Marko. Der Red-Bull-Motorsportberater verbreitete seine falschen Ansichten erst im Januar abermals gegenüber 'Autorevue': "Wir haben uns das Rennen in Uruguay angeschaut", erinnert er sich an einen Besuch beim Punta del Este E-Prix vor einigen Jahren. "Und dann habe ich diese riesigen Dieselaggregate gesehen. Bei der Formel E hat man erkannt, dass das eigentlich ein Etikettenschwindel ist."

Was man bei Red Bull offensichtlich nach wie vor nicht weiß: Die ehemaligen Dieselgeneratoren (Cummins KTA50) im Formel-E-Fahrerlager wurden schon vor vielen Jahren umgerüstet und laufen seit Anfang 2015, als quasi seit Beginn der Formel E, mit Glycerin. Schon damals veröffentlichte die Elektroserie ein Video, in dem mehrere Mitarbeiter:innen den Kraftstoff trinken - um zu zeigen, wie sauber er ist.

Video: Formel-E-Angestellte trinken Glycerin

 

Das ungiftige, geruchslose und wasserlösliche Glycerin fällt als Nebenprodukt bei der Biodiesel-Erzeugung an. Bei der Verbrennung im Paddock setzt es 90 Prozent weniger Partikel und Stickoxide (NOx) als Diesel frei.

Zudem kann und soll Glycerin laut Formel E in naher Zukunft aus Salzwasseralgen hergestellt werden. Damit würde die Serie auch den letzten Kritikpunkt ausradieren, denn als Nebenprodukt der Biodiesel-Herstellung steht es im Zusammenhang mit der Verarbeitung von Raps oder Palmöl, die ihrerseits häufig kritisiert wird.

Wie dem auch sei: Es ist nicht davon auszugehen, dass sich Red Bull in absehbarer Zukunft mit einem Engagement im elektrischen Motorsport befassen wird. "Man hat schon von vielen Seiten versucht, uns zum Einstieg zu bringen, aber es hat mir gereicht, ein Rennen zu besichtigen. Wir haben klipp und klar gesagt: Nein, das sind wir nicht", so Marko.

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3 Kommentare

Trockensumpfpumpe ·

Auf jeden Fall großes Kompliment an die Redaktion, dass solche Falschaussagen konfrontiert werden. Es wird zunehmend langweilig und frustrierend, diese Behauptung immer wieder lesen zu müssen.

Alex ·

Leider trotzdem Schwachsinn. Die Dieselgeneratoren müssen ja auch transportiert werden. Man würde besser kommen, wenn man diesen Wundersprit gleich ins Auto gibt, so geht viel zu viel Energie verloren.
Nix mit E, das E steht für Etikettenschwindel

Beppo ·

Wie man sich diesen Schwachsinn nur ansehen kann. R/C Autos Maßstab 1:1...

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