Formel E

Rene Rast lobt McLaren vor Berlin E-Prix: "Das beste Team, für das ich je gearbeitet habe!"

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

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Drei Jahre nach seinem unverhofften Gen2-Debüt mit Audis Formel-E-Team kehrt Rene Rast am nächsten Wochenende zurück an den Ort, an dem für ihn in der Elektroserie alles anfing: Berlin. Mit seinem neuen Arbeitgeber McLaren hofft der Deutsche auf ein besseres Ergebnis als zuletzt in Brasilien. Dabei helfen soll ihm auch die präzise Arbeitsweise der Papaya-Orangenen, die Rast so "noch nie" im Motorsport erlebt habe.

Rund drei Jahre ist es her, seitdem Rene Rast zum ersten Mal in Audis Formel-E-Auto stieg. Bei einem Test auf dem Lausitzring sollte sich der Deutsche, der kurz zuvor als Ersatz für den heutigen ProSieben-Experten Daniel Abt verpflichtet wurde, auf den Mammut-Abschluss der Saison 2020 vorbereiten. Sechs Rennen binnen neun Tagen waren angesetzt - allesamt auf dem Flughafenkurs in Berlin-Tempelhof.

"Ich kannte damals gar nichts", erinnert sich Rast an seine Anfänge im Gen2-Auto. In einer Medienrunde, an der auch 'e-Formel.de' teilnahm, berichtet er: "Ich war es gewohnt, immer Vollgas zu geben und mich nicht darum zu sorgen, überhaupt bis zum Zielstrich zu kommen. Aber genau der Aspekt, dass Fahrer in bestimmten Situationen einen Unterschied machen können, hat es für mich so interessant gemacht."

Rast hat "direkt bemerkt, warum das Team Weltmeister wurde"

Nach dem Sechsfach-Finale in Deutschland nahm Audi Rast für die Saison 2021 unter Vertrag. An der Seite von Lucas di Grassi erzielte Rast in jenem Jahr sechs schnellste Rennrunden und fuhr beim Puebla E-Prix in Mexiko aufs Podium. Dann stiegen die Ingolstädter aus der Serie aus - und Rast ging zunächst mit ihnen. Nach einem Formel-E-Sabbatjahr ist der Deutsche seit dieser Saison wieder zurück in der Startaufstellung der Elektroserie. Sein neuer Arbeitgeber: McLaren Racing.

"Als ich zu ihnen kam, habe ich direkt bemerkt, warum das Team schon zweimal die Weltmeisterschaft gewonnen hat", berichtet Rast über den britischen Rennstall, der vor der Saison den Startplatz und viel Personal vom Meisterteam Mercedes übernommen hatte. "Sie sind sehr strukturiert und haben hervorragende Leute in allen Positionen. Die Arbeitsstruktur ist etwas anders, als ich sie von Audi kenne. Genau kann ich darauf nicht eingehen, weil das Interna sind. Aber es gibt große Unterschiede in der Art und Weise, wie gearbeitet wird. Da musste ich mich erst mal dran gewöhnen."

Dem Vorgängerteam Mercedes haftete in den vergangenen Jahren der Ruf an, die eigenen Formel-E-Einsätze mit einer fast klinischen Präzision durchgeführt zu haben. Abläufe wurden detailreich einstudiert und folgten genauen Schemata. "Deutsche Wertarbeit eben", scherzten manche Beobachter:innen im Fahrerlager. Dabei unterstand das Team wie heute stets der Leitung von Ian James, der - trotz hervorragender Deutschkenntnisse - Brite ist.

Dank präzisier Arbeit "fast auf Formel-1-Niveau" zum Erfolg beim Heimrennen?

Die englische Identität des Teams bekommt nun auch Rene Rast zu spüren. "Ich habe noch nie für ein englisches Team gearbeitet", sagt der Rennfahrer. "Natürlich wurde auch bei Audi Englisch gesprochen, aber es war eher ein 'Denglisch' als Mischung mit Deutsch. Die Briten haben eine eigene Sprache und ein ganz eigenes Tempo, woran ich mich erst mal gewöhnen musste."

"Auch wegen der Sprache ist die Schnelligkeit, in der sie ihre Prozesse abrufen, höher als bei Audi. Aber auch grundlegend ist das Team McLaren auf einem hohen Level. Wahrscheinlich ist es das beste Team, für das ich je gearbeitet habe. Das kommt schon sehr nah an ein Formel-1-Niveau heran."

Mit dem britischen Rennstall kehrt Rast am nächsten Wochenende zurück an den Ort seiner Formel-E-Anfänge. Das Rennen auf dem Berliner Flugplatzkurs sei eines der "Highlights" der Saison, sagt Rast, "vor allem für mich als deutscher Fahrer. Ich bin dort schon acht Rennen gefahren, und jedes Mal war es ein besonderes Erlebnis. Hoffentlich können wir das in Ergebnisse umsetzen und weiter vorn fahren."

"Wir müssen abwarten, ob die Strecke dem Auto liegt. Komischerweise war Sao Paulo zuletzt nicht unsere Strecke - wir waren im Qualifying nicht ganz so stark wie sonst. In den letzten Wochen haben wir aber Schritte unternommen, dank denen wir hoffentlich wieder vorn landen können." In Berlin finden in diesem Jahr zwei Rennen statt, ausgetragen am 22. und 23. April 2023. ProSieben überträgt die Läufe live im TV, e-Formel.de begleitet das gesamte Wochenende mit exklusiven Hintergrundberichten direkt von der Rennstrecke sowie in einem Liveticker.

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