Formel E

Rene Rast trotzt Fieber bei Formel-E-Aufholjagd in Kapstadt: "Waren die Besten im Energiemanagement"

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Rene-Rast-Formula-E-Cape-Town-E-Prix-McLaren-2023

Während die übrigen Deutschen beim Formel-E-Rennen in Kapstadt strauchelten, fuhr Rene Rast trotz gesundheitlicher Probleme erneut um ein Podiumsergebnis. Obwohl für den McLaren-Piloten letztlich "nur" Platz 4 blieb, stimmen ihn die Aufholjagd und die neu gefundene Effizienz seines Nissan-Antriebs für die kommenden E-Prix optimistisch.

Dass Kundenteams bisweilen bessere Ergebnisse als Werksmannschaften erzielen, ist in der Formel E nichts Neues. Doch vor allem bei den Rennställen McLaren (Kunde) und Nissan (Hersteller) ist das Performance-Gefälle nach den ersten fünf E-Prix der Saison 2023 deutlich. Mit Ausnahme vom Hyderabad E-Prix, als beide McLaren den Lauf aufgaben, sammelten die Briten bei jedem Rennen mehr Punkte als der Motorenpartner aus Japan.

Diesen Trend unterstrich Rene Rast beim Kapstadt E-Prix abermals. Trotz eines "eher bescheidenen Qualifyings, und dann obendrauf noch mit einer Strafe" kämpfte der von Platz 10 gestartete Deutsche in der Schlussphase des E-Prix wieder um die Plätze auf dem Podium. Den Zielstrich überquerte er auf Position 4, knapp hinter Nick Cassidy (Envision).

Übersicht: Punkteausbeute von McLaren & Nissan 2023

Team MXC DIR I DIR II HYD KAP
4. Neom McLaren (66) 10 15 28 0 13
9. Nissan (18) 0 0 4 7 7

Stand: Kapstadt E-Prix 2023

Rast lobt McLaren-Effizienz & Mut von Felix da Costa

"Ich wollte mich möglichst aus allem heraushalten, um lange im Spiel zu bleiben," erklärt Rast nach dem Rennen bei 'e-Formel.de' seine Strategie. "Das ist uns heute gelungen! Wir waren die Besten im Energiemanagement, gerade im Vergleich zu den Autos um mich herum. In den letzten Rennen war das noch unser großes Problem. Das gibt Mut und Aufwind für die nächsten Rennen - dieses Ergebnis ist echt erleichternd!"

Auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke in Kapstadt machte Rast schon am Start zwei Positionen gut, als er in Kurve 1 Norman Nato (Nissan) und Dan Ticktum (Nio 333) überholte. Zwei weitere Ränge kamen hinzu, als am Ende von Runde 1 Pascal Wehrlein (Porsche) und Sebastien Buemi (Envision) aneinandergerieten. Und als schließlich auch die vor ihm fahrenden Piloten Maximilian Günther (Maserati) und Sacha Fenestraz (Nissan) ausfielen, blieben für Rast die mit Platz 4 verbundenen zwölf WM-Punkte.

Rast: "Diese Strecke ist echt brutal"

"Diese Strecke ist echt brutal: Es gibt extreme Kurven, in denen man nach Fehlern sofort in der Mauer landet", sagt er über die Strecke in Kapstadt. "Das, was Felix da Costa gegen Vergne gemacht hat, hätte ich mich nicht getraut!"

"In zwei, drei Situationen hat es mich fast auch erwischt, und das Rennen war fast vorbei", so Rast. "Gerade in den schnellen Kurven ist es sehr schwer. Wenn du zu spät einlenkst, bist du eine halbe Reifenbreite abseits der Ideallinie, und schon dort gibt es keinen Grip mehr. Dann landet man direkt in der Wand, wie wir bei Edo (Mortara) im Qualifying gesehen haben. Wir alle arbeiten eben am Limit, und wo gehobelt wird, fallen auch manchmal Späne."

Besonders zufrieden mit seinem Ergebnis ist Rast auch angesichts der äußeren Umstände. Schließlich nahm der 36-Jährige gesundheitlich angeschlagen am Wochenende in Südafrika teil. "Ich bin heute Nacht mit Fieber aufgewacht", sagte er nach dem Rennen bei 'ran'. "Ich weiß auch nicht, was es ist."

Bis Dienstag werde er nun noch in Kapstadt bleiben und sich auskurieren. Danach steht die Rückreise in seine österreichische Wahlheimat Bregenz an. Kurz darauf dürfte allerdings schon die Vorbereitung auf den nächsten E-Prix der Formel E beginnen, der am 25. März in Sao Paulo stattfinden soll.

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