Formel E

Rennsieger Jean-Eric Vergne lobt "fantastisches" Duell mit Lucas di Grassi: "Es tut mir leid für ihn"

Timo Pape

Timo Pape

Jean-Eric-Vergne-Cap-Rome

Nachdem sich Stoffel Vandoorne, Andre Lotterer und Oliver Rowland in Rom schon frühzeitig aus dem Kampf um den Sieg verabschiedeten, leisteten sich Lucas di Grassi und Jean-Eric Vergne über fast das gesamte Samstagsrennen ein packendes Duell um Platz 1. Kurz vor Schluss war di Grassi in Führung, fiel dann jedoch unglücklich mit einem mechanischen Problem - vermeintlich an der Antriebswelle - aus. Vergne erbte seinen zehnten Formel-E-Sieg, zog dadurch mit di Grassi gleich und fühlte nach dem Rennen mit seinem Kontrahenten.

"Es tut mir leid für ihn", sagte Vergne kurz nach Rennschluss. "Wir hatten ein fantastisches Rennen, da ist es natürlich echt schade, wenn so etwas passiert. Aber so ist der Motorsport leider manchmal."

Zuvor hatten beide mehrfach die Position getauscht, auch dem Attack-Mode geschuldet. Schließlich setzte di Grassi jedoch zu einem beherzten Manöver an und holte sich mit gleicher Leistung wie Vergne seine Führung zurück. Alles sah nach einem Audi-Sieg in Italien aus.

Der Franzose Vergne konzentrierte sich zu diesem Zeitpunkt vor allem auf sein Energiemanagement. "Ich habe ordentlich Energie gespart, weil ich wusste, dass wir ein bisschen weniger (als di Grassi) hatten. Durch den Energieabzug (durch das Safety-Car) wäre es sonst sehr eng geworden. Deshalb habe ich Lucas auch nicht blockiert, als er versucht hat, mich zu überholen. Ich habe ihn also mehr oder weniger vorbeigelassen, hätte am Ende aber wohl noch mal angreifen können. Aber leider hat er dann das Problem bekommen."

Di Grassi: "Das ist echt hart für uns alle"

Di Grassi zeigte sich nach dem Rennen erwartungsgemäß niedergeschlagen und kommentierte die dramatische Schlussphase in Rom wie folgt: "Es war ein starkes Rennen heute, wir haben über weite Strecken geführt. Ich habe ein paar gute Überholmanöver zeigen können und hatte die Pace, um das Rennen zu gewinnen."

"Leider hatte ich dann fünf Minuten vor dem Ende ein mechanisches Problem im Heck des Fahrzeugs und musste das Rennen aufgeben", erklärt der Basilianer. "Das ist echt hart für uns alle - die Mechaniker, die Ingenieure und für mich selbst. Aber für morgen werden wir noch härter arbeiten und noch stärker zurückkommen."

"Heute wurde uns der Sieg genommen", klagt auch Audi-Teamchef Allan McNish. "Lucas hatte ein fantastisches Duell mit Jean-Eric Vergne, verlor zwischenzeitlich die Führung, holte sie sich wieder zurück. Und dann fünf Minuten vor Schluss verlor er den Vortrieb, als wir die Zielflagge schon fast vor Augen hatten. Es war so, so hart, den Funkspruch (von di Grassi) zu hören. Wir lecken nun unsere Wunden und werden morgen wieder voll da sein."

Vergne: Attack-Mode-Einsatz war entscheidend

Die Neuauflage des packenden Duells der Giganten von Punta del Este 2017 war diesmal auch gekennzeichnet durch verschiedene Attack-Mode-Strategien. Vergne hatte seine Zusatzleistung recht früh aktiviert, was ihn zwischenzeitlich in Führung brachte und seine Chancen auf den Sieg erhöhte.

"Im Rennen ging es heute vor allem darum, die Attack-Modes bestmöglich zu nutzen", erklärt der Champion der Saisons 4 und 5. "Mein Renningenieur hat mich diesbezüglich heute hervorragend gemanagt. In Riad konnte ich den zweiten Attack-Mode (wegen des vorzeitigen Rennabbruchs) nicht zünden, diesmal hat es geklappt. Man darf einen Fehler nie zweimal machen."

Das Renndebüt des neuen "DS E-Tense FE21" - DS Techeetah tritt in Rom als einziges Team mit neuem Auto an - ist somit geglückt, wenngleich es für Antonio Felix da Costa am Samstag gar nicht rund lief. Der amtierende Meister erlitt im Zweikampf mit Rene Rast einen Platten und musste das Rennen vorzeitig als 20. beenden. Vergne hingegen kletterte durch seinen ersten Saisonsieg auf Rang 5 in der Formel-E-Gesamtwertung. Das Meisterteam DS Techeetah ist nun Zweiter hinter Jaguar.

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