Formel E

Rosenqvist: Erster Formel-E-Sieg ein "realistisches Ziel"

Timo Pape

Timo Pape

Die Neuentdeckung der bisherigen Saison ist ohne Frage Felix Rosenqvist. Schon bei seinem Formel-E-Debüt in Hongkong zeigte der 25-Jährige sein Talent. Er fuhr über weite Strecken des Rennens im Formationsflug direkt hinter seinem erfahrenen Teamkollegen Nick Heidfeld, der letztlich als Dritter auf dem Podium landete. Rosenqvist leistete sich allerdings einen kleinen Fehler, der ihn zurückwarf, sonst wäre mindestens Platz vier möglich gewesen.

Beim zweiten Rennen in Marrakesch setzte der Mahindra-Pilot noch einen drauf. Völlig überraschend und in beeindruckender Manier sicherte sich Rosenqvist im unterlegenen Auto die Pole-Position und führte auch das Rennen lange Zeit an. Seiner überschaubaren Erfahrung und Software-Problemen geschuldet musste er in der zweiten Rennhälfte Energie sparen und Sebastien Buemi sowie Sam Bird vorbeiziehen lassen. Mit Rang drei im zweiten Rennen war er dennoch der Star des Tages.

Nach dem vielversprechenden Start seiner Formel-E-Karriere will Rosenqvist nun noch mehr. Explizit: den Sieg. "Wie immer im Motorsport lernst du aus deinen Fehlern", blickt er bei ‚Motorsport.com‘ auf seine kleinen Ausrutscher in Hongkong und Marrakesch zurück, die ihn bessere Ergebnisse kosteten. "Das könnte nächstes Mal den Unterschied machen, wenn wir wieder in einer guten Position sind, um das Rennen zu gewinnen. Ich denke, darauf muss unser Fokus liegen, und ich fühle, dass es ein realistisches Ziel ist."

Trotzdem weiß Rosenqvist, dass in der Formel E wirklich alles passen muss, um die starke Konkurrenz schlagen zu können: "Es ist eine echt harte Meisterschaft. Du musst wirklich hier sein, um zu verstehen, worum es in der Formel E geht und wie anspruchsvoll sie ist", erklärt der junge Schwede. "Ich wusste schon im Sommer, als in die Serie kam, dass das Fahrerfeld extrem stark ist, und jetzt würde ich sogar sagen, es hat Formel-1-Niveau."

Am kommenden Samstag hat Rosenqvist in Buenos Aires die Chance, sein Potenzial in noch bessere Ergebnisse umzuwandeln. Allerdings weiß auch er, dass die meisten seiner Formel-E-Kollegen die Strecke in Puerto Madero bereits kennen - eigentlich ein Nachteil. Dass er sich schnell auf neue Kurse einstellen kann, hat Rosenqvist allerdings zuletzt beim virtuellen eRace in Las Vegas bewiesen, als er neun der zehn weltweit besten Simracer auf Anhieb hinter sich ließ.

Auch Heidfeld will mehr

Für Teamkollege Nick Heidfeld ist Buenos Aires altbekanntes Terrain. In der ersten Saison sah wenige Runden vor Schluss noch alles danach aus, als würde der Deutsche seinen ersten Formel-E-Sieg holen. Dann ereilte ihn jedoch eine Durchfahrtsstrafe, weil er Tempolimit in der Boxengasse nicht eingehalten hatte, die ihn auf Platz acht zurückwarf. In der zweiten Saison wurde der mittlerweile 39-Jährige Siebter. Diesmal sollen mehr Punkte her.

"Ich freue mich schon sehr auf die dritte Auflage des Buenos Aires ePrix, vor allem mit dem starken Paket, das Mahindra diese Saison geschnürt hat", sagt Heidfeld. "Durch mein Podium in Hongkong und Felix‘ Leistung in Marrakesch wissen wir, dass wir vorn mithalten können."

Mahindra hat die fast 100-tägigen Winterferien der Formel E offenbar gut genutzt: "Das Team hat während der langen Pause hart gearbeitet, wodurch wir uns einen weiteren Schub erhoffen", erklärt Heidfeld. "Wir sind besser vorbereitet denn je, um ein noch besseres Ergebnis in Buenos Aires zu erzielen." Den gesamten Buenos Aires ePrix könnt ihr wie gewohnt bei uns im Live-Ticker verfolgen.

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