Formel E

Rowland reflektiert Nissan-Zeit in der Formel E selbstkritisch: "Manchmal zu viel Risiko eingegangen"

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Oliver-Rowland-Testing-Valencia-Mahindra-2021

Hinter den Kulissen von Mahindra Racing läuft die Saisonvorbereitung auf Hochtouren. Der indische Rennstall wird im nächsten Jahr mit Alexander Sims und Neuzugang Oliver Rowland in der Formel E antreten. Rowland ist optimistisch, direkt zum Start ins neue Jahr angreifen zu können. Im Interview betont er aber auch: Um erfolgreich zu sein, muss er es ruhiger angehen lassen.

Rowland gab seinen Wechsel von Nissan zu Mahindra wenige Wochen nach dem Saisonfinale 2021 in Berlin bekannt. Er ersetzte bei den Indern seinen Landsmann Alex Lynn, der sich nun auf den Sportwagenbereich konzentrieren will. Sein Nissan-Cockpit übernahm Maximilian Günther. Nach drei Jahren bei e.dams genießt Rowland die Herausforderung, fortan mit einem neuen Team zusammenzuarbeiten.

"Wenn man sich die reine Performance ansieht, ist das Auto (von Mahindra) ähnlich zu dem, was ich bisher (von Nissan) kannte. Auch die durchschnittlichen Ergebnisse der Jungs sind ähnlich zu meinen Resultaten", analysiert Rowland auf der offiziellen Webseite der FIA Formula E.

Ein entscheidender Unterschied zwischen beiden Teams: Bei e.dams leitet der Automobilhersteller Nissan die Produktion der Antriebsstränge. Mahindra hingegen wird "nur" von einem Automobilzulieferer - ZF Friedrichshafen - unterstützt.

"Die Partnerschaft mit ZF ist ein großes Plus", findet Rowland dennoch. "Ich weiß, was sie leisten können, wie groß sie sind und wie viel Erfahrung sie haben. Es war von Anfang an klar, wo wir noch besser sein können. Es ist wichtig, dass beide Fahrer in dieselbe Richtung arbeiten und das Team nach vorne pushen."

"Letztendlich ist es für das Team wichtig, dass wir beide gute Leistungen bringen und bei so vielen Dingen wie möglich zusammenarbeiten, um alle anzutreiben."

Bei Mahindra wird Rowland mit Alexander Sims zusammenarbeiten, der die letzte Saison auf Gesamtplatz 19 beendete. Unterstützung erhält er aber auch von Mahindras Teamchef Dilbagh Gill. "Es wird interessant, für ihn zu arbeiten", findet Rowland und spielt auf eine Szene nach dem London E-Prix an: "Ich freue mich darauf zu sehen, wie er in der Boxengasse noch ein paar Leute mit seinen Wrestling-Moves durch die Gegend wirft! Es ist klar, dass er eine Menge Leidenschaft für Mahindra hat, und hoffentlich können wir alle diese Leidenschaft nutzen, um gute Ergebnisse zu erzielen."

Formel-E-Teamwechsel wie 1. Schultag

Seinen ersten Tag beim neuen Arbeitgeber vergleicht Rowland mit einem ersten Schultag: "Ich kannte vorher niemanden, wusste keinen Namen und nicht, wer in welcher Abteilung arbeitet. Aber ich lerne mein engeres Ingenieursteam kennen. Es gibt Dinge, die wir an den Systemen im Auto optimieren wollen, damit sie zu mir passen. Es sind kleine Eigenschaften, bei denen wir aber große Leistungssteigerungen finden können."

"Ich saß schon im Simulator habe mir die Daten der Fahrzeuge angesehen. Wir haben viele Gespräche über meine bisherigen Erfahrungen geführt und darüber, wie ich die Dinge gewohnt bin."

Die Grundlagen der Formel E verstehe er nach drei Jahren bei Nissan e.dams gut. Insbesondere in puncto Effizienz und Qualifying-Tempo konnte Rowland bei e.dams viel hinzulernen. "Ich denke, dass ich in dieser Zeit immer Speed hatte - an manchen Stellen vielleicht ein bisschen zu viel. Und ich bin vielleicht hier und da ein bisschen zu viel Risiko eingegangen", zeigt er sich selbstkritisch.

Doch trotzdem: "In den letzten Saisons wurde ich konstanter, ich habe Rennen gewonnen und bin auch bei der Anzahl der Pole-Positions in dieser Zeit ganz vorne dabei. Ich habe gelernt, effizient zu fahren und die Serie besser zu verstehen. Ich bin an einem guten Punkt in meiner Karriere und bereit, den nächsten Schritt zu wagen. Ich erwarte nicht zu viel, aber wir wollen konkurrenzfähig sein und Rennen gewinnen. Das muss das Ziel sein!"

Die Formel-E-Saison 2022 beginnt kurz nach dem Jahreswechsel mit dem Diriyya E-Prix. Das Doppel-Nachtrennen findet im nächsten Jahr am 28./29. Januar statt.

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