Formel E

Saftige Preiserhöhung in der Formel E: Gen3-Fahrzeuge werden mehr als 100.000 Euro teurer

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Gen3-Launch-Rear-Formula-E

Der Automobil-Weltverband FIA hat eine Anpassung der Preisliste für das Gen3-Fahrzeug vorgenommen. Die Teams werden demnach etwas tiefer in die Tasche greifen müssen, als dies bislang bekannt war. Außerdem verschiebt sich der Zeitplan zur Homologation der Antriebe für Saison 9 um mehrere Wochen.

So stieg unter anderem der Preis für die Batterie von 245.000 Euro auf 264.812 Euro. Auch die Wartungskosten der Batterie, das Chassis und der Antrieb wurden teurer. Das geht aus einer am 18. Mai von der FIA veröffentlichten Neufassung der Hersteller-Registrierung für die Gen3-Ära der Formel E hervor. Es handelt sich bereits um die vierte Version des Dokumentes.

Bei den zusätzlichen Herstellerteilen definierte die FIA, um welche Teile es sich genau handelt. Neu auf der Preisliste stehen ein LED-Leuchtsystem und Drehmomentsensoren. Einzig bei der Servicegebühr, die die Motorenhersteller einem Kundenteam in Rechnung stellen dürfen, gab es keine Anpassungen. Gestrichen wurde dafür die zu Beginn noch vorhandene Verwaltungsgebühr in Höhe von 35.000 Euro für die FIA.

Übersicht: So viel kostet ein Formel-E-Auto in der Gen3-Ära

Komponente Preis alt (Euro) Preis neu (Euro) Differenz (Euro)
Batteriesystem 245.000 264.812 19.812
Wartungsgebühr Batteriesystem 195.000 210.769 15.769
Chassis (inkl. Frontmotor) 340.000 355.067 15.067
Zusätzliche Herstellerteile (inkl. Kühlleitungen, Kabelbaum, Stoßdämpfer, Halbwelle, Ladeklappe) 22.700 36.044 13.344
LED-Leuchtsystem - 9.230 9.230
Drehmomentsensoren - 18.000 18.000
Antrieb (inkl. Getriebe, Radaufhängung hinten, Kühler, Elektronik) 427.300 446.236 18.936
Servicegebühr des Antriebsherstellers 300.000 300.000 0
Summe Herstellerteam 802.700 893.922 91.222
Summe Kundenteam 1.530.000 1.640.158 110.158

Außerdem dürfen Kundenteams Teile, die von Einheitsausrüstern stammen, nun auch direkt von diesen Firmen beziehen, anstatt den Umweg über den Hersteller gehen zu müssen. Dies bezieht sich auf die Batterie, das Chassis und die Reifen. Das Chassis der Gen3-Boliden stammt weiterhin von Spark Racing Technology, während die Batterie wieder von Williams Advanced Engineering geliefert wird. Die Reifen kommen erstmals von Hankook.

Es wurde zudem die Rechengrundlage zur Ermittlung der Inflation angepasst, die für folgende Saisons auf die oben genannten Preise aufgeschlagen wird: Anstatt am Verbraucherpreisindex der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) orientiert sich die Preisliste nun an den Zahlen des Internationalen Währungsfonds (IWF) für die G7-Staaten.

Als Reaktion auf die Verzögerungen bei der Entwicklung und Fertigung der Gen3-Fahrzeuge passte die FIA auch den Zeitplan zur Homologation der Antriebe für Saison 9 an: Sämtliche Termine wurden um sechs Wochen nach hinten verschoben. Die Auslieferung der Antriebe an die Kundenteams muss nun bis Mitte November anstatt bis Anfang Oktober erfolgen. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass die kollektiven Vorsaison-Testfahrten mit hoher Wahrscheinlichkeit erst im Dezember 2022 stattfinden werden.

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