Formel E

Saison 5: Erste erfolgreiche Tests für neue Formel-E-Batterie

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Alles neu ab Saison fünf: Wenn die vollelektrischen Formel-E-Autos ab 2018 mit einem revolutionären neuen Chassis-Konzept auf die Strecke gehen, sollen die E-Boliden ebenfalls mit einer überarbeiteten Rennbatterie unter der Haube ausgestattet werden. Das neue Aggregat aus dem Hause McLaren wird aller Voraussicht nach etwa doppelt so leistungsstark wie der aktuelle Williams-Akku werden, wodurch der Boxenstopp mit Fahrzeugwechsel zur Rennmitte wegfallen könnte. Wie 'Motorsport.com' berichtet, wurde die Batterie Anfang des Monats erstmals unter Rennbedingungen geprüft, weitere Tests sollen in den nächsten Wochen folgen.

Bis zu 54 kWh soll der Akku von McLaren Applied Technologies (MAT) eines Tages an die Elektromotoren der Formel E liefern können - aktuell stehen den Fahrern nur 28 kWh zur Verfügung. In den vergangenen Monaten unterzog MAT einzelnen Batteriezellen und kleineren Teilmodulen intensiven Tests, nun wurde das gesamte Aggregat erstmals bei Rennbedingungen auf Herz und Nieren geprüft.

"Wir haben eine erste vollständige Rennsimulation durchgeführt", verkündet Prof. Burkhard Goschel, der Vorsitzende der FIA Electric and New Energy Championships Commission. "Die Entwicklung macht gute Fortschritte, auch wenn noch ein langer Weg vor uns liegt. Der Zeitplan ist sehr eng getaktet. Erst im Sommer werden wir eindeutig wissen, wo wir stehen. Die ersten Ergebnisse der Tests sind aber durchaus vielversprechend."

Noch in diesem Jahr werden erste Testfahrten der Batterie in einem Formel-E-Auto erwartet, bis dahin muss sich McLaren auf Daten vom Prüfstand verlassen. Die größten Schwierigkeiten scheinen in den Bereichen Kühlung und Gewicht zu liegen.

"Wir mussten einige Zellen hinzufügen, weil die Pläne und Anforderungen der FIA unerwartet geändert wurden. Das macht die Batterie selbstverständlich schwerer, weshalb wir derzeit noch mit dem Gewicht zu kämpfen haben", erklärt Goschel. Das Kühlungsproblem sei Resultat eines tieferen Aufladeprozesses, wodurch der innere Widerstand der Zellen wächst und mehr Kühlung benötigt wird. "Aber das haben wir schon in Saison eins hinbekommen, dieses Mal klappt es auch", beruhigt der 72-Jährige.

Neuer Technologieansatz: Klein aber fein

Die Formel E erwartet mit der Einführung der McLaren-Batterie einen großen Sprung nach in Sachen Batterietechnologie. Die Energiedichte der neuen Aggregate soll signifikant höher sein als bei den aktuellen Akkus, was das Resultat eines neuen Entwicklungsansatzes bei den Zellen ist. Statt auf wenige und große Batteriezellen zu setzen, wie es aktuell bei Williams der Fall ist, vertraut McLaren auf viele kleinere Zellen. Insgesamt 209 Zellen sollen im McLaren-Akku Platz finden, 44 mehr als bei Williams.

Ferner bestätigt Goschel, dass die verfügbare Motorenleistung für die Fahrer in Saison fünf auf 200 kW im Renntrimm ansteigen wird. Im Qualifying werden 250 kW verfügbar sein. In der laufenden Saison stehen den Fahrern noch 170 kW im Rennen und maximal 200 kW für die Qualifikation zur Verfügung.

Die Leitung des Formel-E-Batterieprojekts hat bei McLaren im Übrigen Anthony Law übernommen. Der Cambridge-Absolvent war bereits vor einigen Jahren im Rahmen des EV CUPs kurz vor dem Sprung in den elektrischen Motorsport. 2010 wechselte er vom Nischen-Fahrzeughersteller Ricardo zu McLaren, wo er seit 2015 als Batterie-Systemingenieur angestellt ist.

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