Formel E

Saison 5: Michelin spart mit neuem Formel-E-Reifen 9 Kilogramm pro Satz

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Im Rahmen des Genfer Automobilsaisons wurde die zweite Generation des Formel-E-Fahrzeugs erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Neben der Optik, die an das Batmobil erinnert, besticht das Fahrzeug durch einen leistungsfähigeren Elektromotor und eine größere Batterie. So steigt die Performance der Renner auf 250 kW, und mit dem 54 kWh großen Akku entfallen die derzeit noch notwendigen Fahrzeugwechsel im Rennen. Erste Tests mit dem Gen-2-Auto, wie es gerne abgekürzt wird, haben gezeigt, dass es deutlich schnellere Rundenzeiten als sein Vorgänger ermöglicht.

Die Konstrukteure der fünften Formel-E-Saison erhielten in dieser Woche beim Hersteller-Kollektivtest erstmals die Gelegenheit, ihre Elektromotoren im neuen Fahrzeug auszuprobieren. Michelin, der Lieferant der profilierten Einheitsreifen der Formel E, hat inzwischen ebenfalls seinen neuen Reifen vorgestellt, der für das Debüt des Wagens in der kommende Saison entwickelt wurde.

Auch wenn es bislang noch kein einziges Regenrennen in der Formel E gab, setzt Michelin erneut auf einen Allwetterreifen, der bei nasser, abtrocknender und komplett trockener Strecke gleichermaßen einsatzfähig ist. Die Formel E steht nicht nur beim Antrieb, sondern auch bei den Reifen für Nachhaltigkeit. Reifenwechsel aufgrund sich ändernder Streckenbedingungen, wie dies in anderen Rennserien der Fall ist, passen nicht zur Grundidee der elektrischen Meisterschaft.

Ein wichtiger Aspekt für Michelin ist zudem die Nähe zur Straßentechnologie. Daher fährt die Formel E auch mit 18-Zoll-Reifen, die stark einem handelsüblichen Reifen ähneln. Ganz im Gegensatz zur Formel 1, die mit Reifen mit einem Innendurchmesser von 13 Zoll fährt - eine Größe, die selbst bei aktuellen Kleinwagen nicht mehr verwendet wird. Die Konstruktion der Formel-E-Reifen und die für die Lauffläche verwendeten Materialien können auch auf Serienreifen übertragen werden.

Einer der Nachteile, welche die zweite Generation der Formel-E-Fahrzeuge mit sich bringt, ist das Gewicht. Bereits das aktuelle Modell liegt mit einem Mindestgewicht von 880 kg deutlich über dem Gewicht anderer Formelfahrzeuge. So ist beispielsweise ein Formel-1-Rennwagen der aktuellen Generation rund 150 kg leichter. Und selbst in der "Königsklasse des Motorsports", wie die Formel 1 oft bezeichnet wird, gibt es noch Stimmen, die leichtere Autos fordern.

Wie wir bereits im Dezember berichteten, war einer der Hauptaspekte bei der Entwicklung der neuen Reifen daher, das Gewicht der Pneus zu verringern. Und dies ist Michelin gelungen: Die neuen Vorderreifen in der Dimension 24/64-18 (dies entspricht der Reifengröße 245/40R18 bei Straßenreifen) wiegen ganze zwei Kilogramm weniger - pro Stück. Bei den breiteren Hinterreifen in der Dimension 27/68-18 (entspricht 305/40R18) ist es dem französischen Unternehmen sogar gelungen, noch 500 Gramm mehr pro Reifen einzusparen. Insgesamt wiegt ein kompletter Reifensatz in der Saison 2018/19 also neun Kilogramm weniger als bislang. Das entspricht dem Gewicht eines Vorderreifens oder rund 20 Prozent eines bisherigen Reifensatzes.

Doch dies ist nicht der einzige Punkt, bei dem Michelin deutliche Fortschritte erzielt hat. Durch einen gesenkten Rollwiderstand sinkt der Energieverbrauch der Formel-E-Boliden. Damit werden wir schnellere Rundenzeiten im Rennen sehen, denn die Fahrer sind nicht mehr gezwungen, ganz so viel Energie einzusparen.

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