Formel E

Sam Bird: Mauern beim Formel-E-Rennen in Valencia "würden es interessant machen"

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

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Nach der Überarbeitung des Rennkalenders der Formel-E-Saison 2021 wird die Elektrorennserie am 24. April 2021 anstelle des Paris E-Prix erstmals ein Rennen auf dem Circuit Ricardo Tormo in Valencia austragen. Diskussionen über "Track Limits" möchte Jaguar-Neuzugang Sam Bird mit dem Errichten von Barrieren am Streckenrand im Keim ersticken.

Beim ersten E-Prix auf spanischem Boden erwartet die Formel-E-Piloten bekanntes Terrain: Bereits seit mehreren Jahren trägt die Rennserie ihre offiziellen Vorsaison-Testfahrten in Valencia aus, zuletzt vom 28. November bis zum 1. Dezember 2020. Zwar ist die genaue Streckenkonfiguration noch nicht bekannt. Klar ist nur, dass das klassische Layout der Testfahrten mit der langen Start-Ziel-Geraden nicht verwendet werden soll. Trotzdem droht der Formel E eine Diskussion über die Einhaltung der Streckenbegrenzungen, den sogenannten "Track Limits".

Die meisten Strecken in der Formel E sind Straßenkurse, die beiderseits mit Betonmauern begrenzt sind. Valencia wäre hingegen nach Mexiko-Stadt das zweite Rennen der Serie auf einer permanenten Rennstrecke mit großen Auslaufzonen. Auch auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez gab es schon Strafen wegen des Verlassens der Rennstrecke. So unter anderem 2019 für den damaligen Mahindra-Piloten Pascal Wehrlein, als er kurz vor dem Foto-Finish mit Lucas di Grassi eine Schikane ausgelassen hatte und wegen einer Zeitstrafe von fünf Sekunden schlussendlich von Platz 2 auf Platz 6 zurückfiel. Die Redaktion von e-Formel.de wählte das Rennen übrigens zu einem der denkwürdigsten E-Prix der Formel-E-Geschichte.

Bird: "Leute haben sich über Track-Limit-Kontrolle lustig gemacht"

Schon bei den Vorsaison-Testfahrten hatte die Rennserie die Streckenbegrenzungen als Problem ausgemacht und die Einhaltung erstmals elektronisch überprüft. Bei einem Verstoß bekamen die Fahrer die schwarz-weiße Verwarnungsflagge gezeigt und ihre Rundenzeit gestrichen. Bei weiterem Überfahren der in den Boden eingelassenen Induktionssschleifen wurde eine Zeitstrafe von 15 Minuten ausgesprochen, in denen das Fahrzeug nicht bewegt werden durfte.

Sam Bird, der nach sechs Jahren bei Virgin Racing zur siebten Saison zu Jaguar Racing wechselte, würde eine solche Diskussion am liebsten gar nicht erst aufkommen lassen: "Ehrlich gesagt wäre es mir am liebsten, wenn sie Barrieren aufstellen", sagt der Brite bei 'Motorsport.com'. "Dann müssten wir uns alle an die Streckenbegrenzungen halten."

Bird erklärt: "Das würde es interessant machen. Wir haben in den letzten drei oder vier Jahren bei den Vorsaisontests gesehen, dass (die Kontrolle zur Einhaltung von "Track Limits") zwar nicht unbedingt Zeitverschwendung ist, aber sie ist schon ziemlich nah dran. Ich weiß, dass sie letztes Jahr versucht haben, die Streckenbegrenzungen durchzusetzen, aber die Leute haben sich trotzdem darüber lustig gemacht."

In die gleiche Kerbe schlägt auch Jerome d'Ambrosio. Der Belgier ist nach seinem Wechsel aus dem Mahindra-Cockpit an den Venturi-Kommandostand, wo er nun Stellvertreter von Teamchefin Susie Wolff ist, nicht länger Teil der Fahrervereinigung der Rennserie, die auch bei Fragen zur Streckenführung immer einbezogen wird.

D'Ambrosio: "Mit ein paar Anpassungen kann es funktionieren"

"Es müssen Anpassungen gemacht werden, damit die Strecke mehr Formel-E-like wird", deutet auch d'Ambrosio an, dass der Aufbau von Streckenbegrenzungen der richtige Weg sei. "So wird der Kurs interessanter für die Formel-E-Autos und unsere Meisterschaft."

"Valencia ist nicht ganz einfach. Diese Strecke ist vielleicht die schwierigste, wenn es darum geht, ihr Formel-E-DNA zu verleihen", so der dreimalige Rennsieger der Formel E weiter. "Es ist nicht ideal, aber wir versuchen alle, den bestmöglichen Kalender zu bekommen. Mit ein paar Anpassungen kann es funktionieren. Wir müssen nur sicherstellen, dass ein paar Elemente einbezogen werden."

Der Valencia E-Prix ist als viertes Saisonrennen vorgesehen. Zuvor startet die Rennserie am 26./27. Februar mit zwei Nachtrennen in Diriyya, am 10. April ist dann der Rom E-Prix mit einem neuen Streckenlayout geplant. Sollte dieses Rennen nicht stattfinden können, will die Formel E stattdessen im 30 Kilometer nördlich gelegenen Vallelunga fahren. Ende April öffnet Valencia schließlich seine Pforten für die Formel E.

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