Formel E

Satirischer Blick in die Glaskugel (2/2): Das passiert 2024 im elektrischen Motorsport

Timo Pape

Timo Pape

Rear-Mirror-Formula-E

e-Formel.de wirft in diesem zweiten Teil unseres jährlichen Satire-Artikels einen Blick in die Glaskugel, um vorherzusagen, was im neuen Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit passieren wird (zu Teil 1). Während die Formel E mit altbekannten Problemen kämpft, erhebt sich eine neue Konkurrenz in der Elektroszene… Hinweis: Alle Geschichten in diesem Text sind frei erfunden!

Die Formel E ist Mitte April in Europa angekommen, und zwar in bella Italia! Gleich zwei Rennen sollen im idyllischen Misano ausgetragen werden. Klar, alle vermissen irgendwie Rom. Aber dafür ist es hier viel ruhiger und entspannter. Ein paar Sauftouristen von der Adria-Küste verirren sich zum Rennen, sonst sind nur die direkt Beteiligten an der Strecke. Aber hey - als TV-Produkt hätte der Double-Header trotzdem Potenzial, wenn noch jemand übertragen würde: Insgesamt 16.458 Überholmanöver passieren beim E-Prix!

Die Formel E feiert sich für diese Leistung und gibt eine Pressemitteilung heraus. Dabei verschweigt sie, dass das "Vorbeiwinken" eine neue Dimension erreicht hat: Sämtliche 22 Fahrer treten nur alle paar Sekunden kurz aufs Strompedal, um Energie zu sparen. Im Stand kann schließlich gar nicht erst Windschatten entstehen! Als das Rennen nach einer Runde und 120 Minuten abgewunken wird, darf sich Porsche dank hervorragender Effizienz des 99X Electric über den nächsten Doppelsieg freuen.

An anderer Front gibt es gute Nachrichten: Alejandro Agag lädt all seine Freunde - eine Top 500 der größten Schurken der Zeitgeschichte - zu sich auf die Yacht ein. Dort stellt er ihnen mit gewohntem Charme sein neues Baby vor: die FIA-Weltmeisterschaft Extreme H. Nach einer wilden Party rufen alle 500 Gäste ihre alten, weißen Freunde bei den Autoherstellern an und schwärmen von der neuen Wasserstoff-WM. In den nächsten Wochen schreiben sich zahlreiche Hersteller für die Extreme H ein, darunter Nissan und DS. Agag sagt, bei zehn sei aber Schluss. Niemand ahnt zu diesem Zeitpunkt, dass das SUV-Racing genauso langweilig wird wie die Extreme E.

McLaren profitiert von Bird-Know-how

In der zweiten Saisonhälfte der Formel E überzeugt Sam Bird bei seinem neuen McLaren-Team auf ganzer Linie: Er räumt seinen Teamkollegen Jake Hughes in jedem der verbleibenden Rennen ab. Nick Cassidy holt sich Tipps beim Briten, weil er es nicht schafft, seinen Kiwi-Kollegen Mitch Evans im zweiten Jaguar zu dominieren.

Gut für Envision, dass sich die Werkspiloten gegenseitig die Punkte wegnehmen. Robin Frijns fährt somit regelmäßig aufs Podium, wenn er nicht gerade auch von seinem chronisch schlecht behandelten Teamkollegen Sebastien Buemi abgeschossen wird.

Die Saison neigt sich dem Ende - endlich nur noch Double-Header! Und zum Glück auch noch zwei davon auf permanenten Rennstrecken. Beim Portland E-Prix gibt es wie erwartet die nächsten Windschatten-Schlachten. Porsche dominiert deshalb erneut. Der erste Titel ist dem deutschen Auto-Giganten kaum noch zu nehmen. Beim Finale in London soll jedoch alles anders kommen…

Genialer Porsche-Coup von Andretti & ERT

Das Privatteam ERT hat sich vor dem E-Prix heimlich einen Porsche-Sticker aufs Auto geklebt - kleiner Tipp von Andretti-Teamchef Roger Griffiths... Da ausnahmsweise die Sonne über England scheint, wird diesmal der Hallenboden extrem gewässert wie sonst nur in der Extreme E. Auf dem Micky-Maus-Kurs im ExCeL geht es drunter und drüber. Allan McNish ist als Experte vor Ort und sprintet die Boxengasse auf und ab. Felix da Costa und Wehrlein erhalten saftige Zeitstrafen, ohne dass die FIA einen Grund dafür angibt. Ein Protest sei nicht gestattet. Debakel für Porsche!

So kommt es, wie es kommen musste: Sowohl das Porsche-Kundenteam Andretti als auch ERT landen in der Gesamtwertung knapp vor dem Werksteam. Frijns wird Fahrerweltmeister und ausgebuht, weil er kein Brite ist. Ungeachtet dessen wird Jake Dennis auf einen Thron gesetzt und die nächsten fünf Monate für PR-Zwecke genutzt. Kurz vor Weihnachten verkündet Porsche den vorzeitigen Ausstieg aus der Formel E. Konzern-Schwester Cupra übernimmt.

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