Formel E

Satirischer Blick in die Glaskugel: So verläuft das Elektro-Motorsport-Jahr 2026

Timo Pape

Timo Pape

Andre-Lotterer-Jean-Eric-Vergne-Run-in-Water-Sanya

Neues Jahr, neue Glaskugel. Wie immer sagen wir mit nahezu schwindelerregender Genauigkeit voraus, was im Jahr 2026 mit Sicherheit (nicht) im elektrischen Motorsport passieren wird. Während der Fokus der Formel E weiter vom Sportlichen wegrückt, sorgen immerhin PR-Aktionen für gute Laune. Ein neuer TV-Deal scheitert in letzter Sekunde. Bei diesem Artikel handelt es sich um Satire - alle Inhalte sind frei erfunden.

Der Google Cloud Sao Paulo E-Prix Anfang Dezember war ein voller Erfolg. Die Tribünen an der Start- und Zielgeraden waren mit Sicherheit zu mehr als einem Drittel gefüllt! Auch Eventsponsor Google ist begeistert und entwickelt zusammen mit den diversen britischen Kreativagenturen der Formel E ein atemberaubendes Konzept für das nächste Rennen in Sao Paulo: Es soll vollständig in der Google Cloud stattfinden und gänzlich ohne Zuschauer:innen funktionieren.

Beim Miami E-Prix auf dem neuen F1-Kurs am Hard Rock Stadium rückt der Sport in den Hintergrund. MrBeast ist vor Ort und verteilt überall im Fahrerlager seine Schokoriegel. Nach dem Erfolg der Evo Sessions vor gut einem Jahr darf der YouTuber dieses Mal das Demofahrzeug der Formel E crashen, damit auch alle Teams das Videomaterial auf Social Media nutzen können. Kiro ist natürlich nicht erfreut, dass MrBeast nicht mehr zum Team gehört, zieht aber in kürzester Zeit einen Alternativplan aus dem Ärmel: Bianca Bustamante soll in diesem Jahr den Kiro in die Mauer planken.

Eine weitere Premiere steht im März auf dem Programm: der erste Madrid E-Prix. Das Rennwochenende wird zum großen Cousin-Treffen der Agags und Longos. Der Sport rückt noch weiter in den Hintergrund und weicht wilden Partys vor und nach dem Rennen. Da Madrid dummerweise nicht am Meer liegt, lässt die Formel E einen See an der Strecke ausheben, damit man mit den VIPs und Verwandten auf einer Yacht feiern kann.

Formel E wird zum Markenpokal

Die Extreme H meldet sich nach einem halben Jahr Funkstille mit einem Social-Media-Zweizeiler zurück: Nach dem erfolgreichen World Cup 2025 mit einem einzelnen Rennen will die Serie das gelungene Format beibehalten und kündigt den nächsten Lauf für Ende 2028 an. Aktuell sei man noch in sehr vielversprechenden Gesprächen mit jetzt schon interessierten Sponsoren.

Im Mai verkündet Citroen seinen Ausstieg aus der Formel E. Da auch DS zur Gen4-Ära den Stecker zieht, verbleiben noch acht Teams. CEO Jeff Dodds betont, es gebe durchaus Möglichkeiten, das Starterfeld wieder auf zwölf Teams aufzustocken, aber es müssten auch die richtigen Teams sein. Gott sei Dank springt Porsche in die Bresche: Zusätzlich zu den geplanten vier Porsche-Teams kauft der deutsche Sportwagenhersteller die beiden freien Slots. Die Formel E soll entsprechend zur Gen4-Ära in Porsche-Elektro-Markenpokal umbenannt werden.

Gute Freunde kann niemand trennen

Erstmals seit 2019 kehrt die Formel E nach Sanya zurück. Jean-Eric Vergne, der schon in Saison 5 an Bord war und sogar gewann, möchte die erfolgreiche PR-Aktion im Rutschenpark von damals wiederholen. Zum Glück ist sein einstiger Teamkollege Andre Lotterer als TV-Experte vor Ort und geht mit ihm baden. Beide laufen voller Freude durchs kniehohe Wasser - Jeandre wiedervereint! Junge Fahrer wie Zane Maloney machen sich auf Insta - wie einst Daniel Abt - über das Brusthaar der beiden Oldies lustig.

Die Saison neigt sich dem Ende, und es geht nach Tokio. Um noch mehr Interesse für das Event zu generieren, bringt die Formel E Yuki Tsunoda als neuen Stammfahrer bei Kiro unter. Pepe Marti, der inzwischen drei Rennen auf dem Dach liegend beendet hat, muss Platz machen. Lotterer freut sich dermaßen, zurück in seiner alten Heimat Japan zu sein, dass er abermals vor laufender Kamera blankzieht. JEV gefällt das.

Die Gen3-Ära geht mit einem letzten Rennen in der ExCeL-Arena in London zu Ende. Dan Ticktum krönt sich zum Champion, während einige der älteren Fahrer den Hut nehmen.

Die Formel E beginnt im November - ein bisschen Ruhe nach der Saison muss ja auch mal sein -, mit verschiedenen TV-Sendern in Deutschland zu verhandeln. Als eine Woche vor dem Saisonstart noch keine Lösung gefunden ist, wird DF1 als TV-Partner für die Gen4-Ära bekannt gegeben. Zum Glück muss der Sender so kurzfristig nicht noch Flüge nach Brasilien buchen, da der Saisonstart ja eh in der Cloud stattfindet. Porsche macht daraufhin einen Rückzieher und konzentriert sich fortan nur noch auf den Verbrenner-Markenpokal.

Zurück

0 Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Was ist die Summe aus 6 und 6?