Formel E

"Scheint herausfordernd zu sein" - Das erwarten Fahrer & Teams von neuer Formel-E-Rennstrecke in Tokio

Timo Pape

Timo Pape

Stoffel-Vandoorne-DS-Penske-2024

Am Wochenende gastiert die Formel E zum ersten Mal in ihrer Geschichte in Tokio. Folgerichtig ist auch die Strecke für alle Beteiligten neu. Wenige Tage vor dem Rennen hat die Elektroserie das Layout noch einmal minimal angepasst. Fahrer und Teamchefs sprechen über die Besonderheiten des neuen Straßenkurses am Big-Sight-Kongresszentrum.

In den vergangenen Tagen nahm die Formel E noch einmal kleine Veränderungen am Streckendesign vor. Dies betraf den kurvigen Abschnitt kurz nach dem Start sowie den Bereich der letzten Schikane vor der Start- und Zielgerade. Die Kurvenanzahl schrumpfte von 20 auf 18, die Rundenlänge wuchs minimal an auf 2,585 km. Den Attack-Mode können die Fahrer auf der Außenbahn von Kurve 4 aktivieren.

Die Strecke vor der Kulisse der Tokyo Gate Bridge ist ein typischer Formel-E-Stadtkurs mit 90-Grad-Kurven und mehreren langen Geraden, der gegen den Uhrzeigersinn befahren wird. "Es ist eine völlig andere Art von Strecke", meint McLaren-Teamchef Ian James im Vergleich zum letzten Rennen in Sao Paulo. Sein Porsche-Kollege Florian Modlinger stimmt ihm zu und gibt zu bedenken: "Bei viel niedrigeren Temperaturen."

Niedrigere Temperaturen beeinflussen Batterie & Reifen anders

Im Gegensatz zum Hitzerennen von Sao Paulo sollten die Batterien in Tokio also keine Probleme bereiten. Und auch für die Reifen wird es ein anderer E-Prix. "Zum ersten Mal in dieser Saison können wir auf keine Referenzwerte zurückgreifen, da die Formel E bisher noch kein Rennen in Japan ausgetragen hat", erklärt Manfred Sandbichler, Motorsport-Europa-Chef von Reifenlieferant Hankook.

"Aber so ging es uns in der Premierensaison 2023 bei jedem Lauf, und der Hankook iON Race hat trotzdem überall seine hohe Zuverlässigkeit und große Performance gezeigt", meint Sandbichler zuversichtlich und voller Vorfreude: "Die Strecke in Japan ist schnell, technisch anspruchsvoll und verspricht, ein absolutes Highlight im Kalender der Weltmeisterschaft zu werden."

Auch die Fahrer müssen sich noch an den neuen Kurs gewöhnen - es gelten die gleichen Voraussetzungen für alle. Das kommt auch Maserati-Pilot Jehan Daruvala entgegen: "Als einziger Rookie in der Startaufstellung musste ich in dieser Saison ständig auf die anderen aufholen. In Tokio gibt es ein ausgeglicheneres Feld, und ich bin in einer konkurrenzfähigen Ausgangsposition."

Andretti-Fahrer und Formel-E-Weltmeister Jake Dennis spricht sich selbst noch bessere Chancen zu: "Im Allgemeinen scheint das Team auf neuen Kursen ziemlich gut zu performen, deshalb habe ich volles Vertrauen in das Team und mich selbst, ein gutes Ergebnis zu liefern."

"Kaum eine Atempause"

"Aus dem, was wir am Simulator gesehen haben, sieht es nach einer aufregenden Strecke aus", meint Teamkollege Norman Nato. Sein Andretti-Teamchef, Roger Griffiths, geht noch etwas tiefer ins Detail: "Der Kurs selbst scheint herausfordernd zu sein - 18 Kurven auf etwas mehr als 2,5 km lassen den Fahrern kaum eine Atempause."

"Der erste Sektor von Kurve 1 bis Kurve 8 sieht nach viel Getümmel aus, mit all den dicht aufeinanderfolgenden Kurven. Aber die zweite Hälfte des Kurses wird dann offener mit einigen Hochgeschwindigkeitsabschnitten, die in enge Kurven münden", so der US-Amerikaner.

Max Günther beschreibt den Kurs ähnlich: "Die Rennstrecke in Tokio ist eine richtige Straßenrennstrecke mit einer Vielzahl von technischen Kurven, sowohl bei niedrigen als auch bei höheren Geschwindigkeiten. Sie hat einen schönen Fluss und macht im Simulator Spaß."

"In einigen Abschnitten besonders holprig"

Auch das Wetter könnte beim Gastspiel in Japan eine größere Rolle spielen - wenn auch anders als zuletzt in Brasilien: "Wie immer kann das Wetter in Tokio zu dieser Jahreszeit unberechenbar sein. Regen ist nie weit entfernt, was eine zusätzliche Herausforderung für das Team und die Fahrer darstellen könnte", so Griffiths.

Sao-Paulo-Sieger Sam Bird fügt noch an, dass auch die Bodenbeschaffenheit der neuen Strecke einen Einfluss haben könnte: "Es gibt viele verschiedene Kurventypen, und ich habe gehört, dass es in einigen Abschnitten besonders holprig ist, was eine zusätzliche Herausforderung darstellen wird", so der Brite.

Die erste offizielle Session startet bereits am Freitagmorgen um 8:30 Uhr (MEZ). Ab Mitternacht geht's schließlich weiter mit dem 2. Freien Training sowie dem Qualifying in der Nacht von Freitag auf Samstag. Rennstart in Tokio ist am Samstagmorgen um 7 Uhr (MEZ).

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