Formel E

"Schnell & zuverlässig": Audi spult in Valencia ganze Saisondistanz ab

Timo Pape

Timo Pape

Der neue Audi e-tron FE04 hat bei den offiziellen Testfahrten der Formel E in Valencia (Spanien) einen starken Eindruck hinterlassen. Das Team Audi Sport ABT Schaeffler komplettierte von Montag bis Donnerstag die meisten Testkilometer aller zehn Teams. Auch die Rundenzeiten des ersten rein elektrischen Audi-Rennwagens waren vielversprechend, auch wenn es für die Spitze nicht ganz reichte. Wie das Team auf einer repräsentativeren Stadtstrecke im Vergleich zur Konkurrenz aussieht, wird sich erst am 2. Dezember in Hongkong zeigen.

Der neue Audi-Werksfahrer Daniel Abt und Titelverteidiger Lucas di Grassi spulten mit den vier Einsatzautos des Teams Audi Sport ABT Schaeffler bei hochsommerlichen Temperaturen von bis zu 30 Grad ein umfangreiches Testprogramm ab. Dabei standen Rennsimulationen und die Optimierung des Energiemanagements der neu entwickelten Motor-Generator-Einheit (MGU) im Vordergrund, die nur noch über einen einzelnen Vorwärtsgang verfügt.

Die vier Audi e-tron FE04 liefen an allen drei Tagen zuverlässig und ermöglichten es Abt und di Grassi, auf dem drei Kilometer langen Circuit Ricardo Tormo insgesamt 474 Runden abzuspulen. Das entspricht einer Distanz von 1.466 Kilometern und der Renndistanz einer kompletten Formel-E-Saison. Die beiden Audi-Piloten waren in den sechs Testsessions regelmäßig in der Spitzengruppe vertreten, wobei die absoluten Bestzeiten nur bedingt aussagekräftig sind: Nur zweimal pro Tag und pro Auto durfte mit der vollen Qualifying-Leistung von 200 kW gefahren werden. Zudem wurde die Streckenführung nach dem ersten Testtag durch eine zweite Schikane auf der Start- und Zielgeraden modifiziert.

"Es war ein positiver Test", bestätigt der amtierende Formel-E-Champion di Grassi. "Ich glaube, dass unser neues Auto sehr konkurrenzfähig ist. Audi, ABT und Schaeffler haben einen guten Job gemacht. Wir haben die drei Testtage optimal genutzt, um uns für den Saisonauftakt in Hongkong in eine gute Position zu bringen. Die Zeiten an der Spitze lagen sehr eng zusammen. Ich erwarte eine spannende Saison."

Fortschritte besonders am Donnerstag

"Der Test in Valencia ist reibungslos verlaufen", stimmt Abt zu. "Es gab bei der neuen Software und anderen Dingen viel zu lernen. Wir haben an den drei Tagen gute Fortschritte gemacht, ganz besonders am letzten Tag. Das Auto läuft prima und ist schnell. Ich kann es kaum erwarten, in Hongkong meine ersten beiden Rennen als Audi-Werksfahrer in Angriff zu nehmen."

"Daniel und Lucas haben sich im Auto von Anfang an wohlgefühlt und mir bestätigt, dass wir gute Entwicklungsarbeit geleistet und mit dem neuen Antrieb einen großen Schritt nach vorn gemacht haben", so die Testbilanz von Teamchef Allan McNish. "Auch wenn wir erst beim Saisonauftakt in Hongkong sehen werden, wo wir wirklich stehen, und bis dahin noch einiges an Arbeit vor uns haben, können wir mit dem Test in Valencia sehr zufrieden sein. Der Audi e-tron FE04 ist zuverlässig und schnell. Nun geht es darum, das Energiemanagement und die Software auf dem Prüfstand und im Simulator weiter zu optimieren."

Ab sofort bis zum Saisonstart am 2. und 3. Dezember in Hongkong herrscht in der Formel E ein Testverbot. Die vier Audi e-tron FE04 werden beim Team in Kempten noch einmal komplett demontiert und neu aufgebaut. Mitte November werden sie von England aus nach Hongkong geflogen.

Testbilanz von Audi in Valencia

Streckenvariante 1 (3,090 km, eine Schikane, Montag)
Lucas di Grassi (Audi e-tron FE04 #1): 1:18.579 Minuten, 71 Runden
Daniel Abt (Audi e-tron FE04 #66): 1:18.697 Minuten, 85 Runden

Streckenvariante 2 (3,094 km, zwei Schikanen, Dienstag und Donnerstag)
Daniel Abt (Audi e-tron FE04 #66): 1:21.946 Minuten, 160 Runden
Lucas di Grassi (Audi e-tron FE04 #1): 1:22.215 Minuten, 158 Runden

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