Formel E

Schnelllade-Boxenstopps erneut verschoben: Attack-Charge-Premiere erst bei Formel-E-Rennen in Misano

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Trotz erfolgreicher Erprobung der neuen Schnelllade-Boxenstopps bei einem Herstellertest auf Mallorca müssen sich Formel-E-Fans noch mindestens bis April dieses Jahres gedulden. Wie e-Formel.de erfahren hat, wird der Attack-Charge frühestens im Rahmen des Misano E-Prix eingeführt. Bislang war der Plan, den Double-Header in Saudi-Arabien Ende Januar für die Premiere zu nutzen.

Das bestätigte ein Sprecher des Automobil-Weltverbandes FIA auf unsere Anfrage hin. "Den Teams wurde mitgeteilt, dass der Attack-Charge bei den Rennen in Misano, Berlin, Shanghai, Portland und London zum Einsatz kommen wird", so das FIA-Statement im Wortlaut.

Alle fünf genannten Events sind "Double-Header", bei denen jeweils ein Rennen am Samstag und Sonntag stattfindet. Ob der Attack-Charge bei beiden Rennen der Doppelveranstaltungen oder nur bei einem Lauf genutzt werden wird, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht bekannt. Die Möglichkeit besteht aber.

Es ist die nächste größere Verschiebung der Attack-Charge-Einführung. Die Schnelllade-Boxenstopps waren ursprünglich bereits für den Saisonstart 2023 geplant. Kurz vor dem Auftaktrennen korrigierten FIA und Formel E ihre Aussage auf "ausgewählte Rennen" in der Saison 2023. Im Rahmen des Berlin E-Prix wurde durch den damaligen Formel-E-CEO Jamie Reigle erstmals die Verschiebung auf 2024 kommuniziert.

Attack-Charge wird schon ab Mexiko im Freien Training getestet

Bei den im Oktober vergangenen Jahres durchgeführten Vorsaison-Testfahrten in Valencia war ein großer Test der Schnellladung geplant. Dieser fiel jedoch aus: Einerseits stellte Lieferant WAE Technologies nicht genügend Ladegeräte für alle Teams zur Verfügung, andererseits warf ein Batteriebrand im Boxengebäude, der nicht im Zusammenhang mit der Schnellladung stand, die komplette Planung der Testfahrten durcheinander.

Nach den Problemen in Valencia galt der Saisonstart in Mexiko bereits als unrealistisches Ziel - der Attack-Charge sollte beim Double-Header in Diriyya kommen. So zumindest der inoffizielle Plan hinter den Kulissen. Stattdessen werden nun die ersten sechs Saisonläufe (!) ohne Boxenstopps auskommen müssen.

Das gilt jedoch nur für die Rennen: In den Freien Trainings der Formel-E-Rennen in Mexiko-Stadt, Diriyya, Sao Paulo und Tokio sollen Tests mit der neuen Technologie durchgeführt werden. Das Rennen in Hyderabad ist zwar Stand heute noch im Rennkalender vorhanden, steht jedoch kurz vor der Absage.

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1 Kommentare

Helmut ·

Die sollen dieses Gimmick genauso begraben, wie sie die Roborace Serie begraben haben.
Das wird renntechnisch nicht funktionieren.
Beim Stopp selber passiert nichts, was den Zuseher mitnimmt, durch eine Mindeststandzeit kann man sich auch keinen Vorteil erspielen und durch die lange Standzeit im Vergleich zu den Rundenzeiten wird das Feld so auseinandergezogen und dadurch die Situation unübersichtlich.
Erinnert sich niemand mehr an die unsäglichen Stopps der Gen1 wo die Autos gewechselt wurden? Das war auch ganz großer Käse und hat nur dafür gesorgt, dass man die Rennen nicht wirklich lesen konnte.

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