Formel E

Schwieriger Formel-E-Auftakt für Audi: "Ergebnis entspricht nicht unseren Erwartungen"

Timo Pape

Timo Pape

Das Team Audi Sport ABT Schaeffler hat beim Saisonauftakt der Formel E in Diriyya einen gebrauchten Tag erwischt. Daniel Abt und Lucas di Grassi arbeiteten sich im Rennen nach einem chaotischen Qualifying von den Startpositionen 11 und 18 zwar auf die Plätze 8 und 9 nach vorn und nahmen immerhin die ersten Punkte mit. Doch gemessen an den Ansprüchen des amtierenden Teamchampions war der Diriyya E-Prix eine herbe Enttäuschung.

Die Teams hatten beim Saisonstart in der Wüste alles erwartet, nur keinen Regen. Dieser sorgte am Samstagvormittag dafür, dass statt der beiden planmäßigen Freien Trainings nur eine kurze Session absolviert werden konnte, die noch dazu durch rote Flaggen unterbrochen wurde. Das normalerweise in Gruppenphase und Super-Pole aufgeteilte Qualifying wurde unmittelbar nach dem Freien Training in zwei Gruppen durchgeführt.

Auf der regennassen Rennstrecke im Qualifying klagten beide Audi-Piloten im Qualifying über zu wenig Grip an der Hinterachse. Zudem wurde di Grassi - wie auch andere Piloten - aufgrund einer kurzzeitigen Leistungsspitze nachträglich seine schnellste Qualifying-Runde aberkannt. Wie das Team erklärt, hätten die Räder nach einer Bodenwelle kurzzeitig durchgedreht und so den erlaubten Leistungsoutput überschritten. Neben di Grassi waren auch die beiden Kunden-Audis von Sam Bird und Robin Frijns betroffen. Alle drei Fahrer mussten vom Ende des Feldes starten.

Auch im Rennen ging es für die beiden Audi-Piloten eher schleppend voran, gerade für Daniel Abt. "Schon das Qualifying war nicht gut. Wir waren grundsätzlich nicht schnell, aber meine Runde war auch nicht gut. Im Rennen war es mehr oder weniger das Gleiche. Ich habe versucht, mich rauszuhalten, aber es war einfach schwierig", erklärt der Deutsche bei 'e-Formel.de'. Seinen FANBOOST hat Abt übrigens nicht gezündet - offenbar wusste er gar nicht, dass er ihn gewonnen hatte.

Teamkollege di Grassi resümiert bei uns am Mikrofon: "Es war immerhin besser als letztes Jahr, da sind wir ja viermal leer ausgegangen. Jetzt haben wir immerhin schon mal Punkte geholt. Ich bin von Platz 18 auf 9 vorgefahren, aber das neue Rennformat ist ganz anders. Die Rennen sind nun kürzer, und es gibt keine Strategie mehr. Da ist es schwieriger, noch weiter nach vorn zu kommen. Nur noch 45 Minuten statt 55 bis 60 Minuten, und gleichzeitig gibt es keine Boxenstopps mehr. Alle machen das Gleiche, und es ist schwieriger zu überholen."

Audi-Teamchef Allan McNish sagt: "Ich denke, unter den Bedingungen haben auf dieser schwierigen und für alle neuen Rennstrecke alle Teams sehr gelitten. Das Qualifying glich einer Lotterie, und niemand konnte sich perfekt vorbereiten. Am Ende müssen wir uns damit zufriedengeben, dass Daniel und Lucas noch in die Punkteränge nach vorn gefahren sind. Aber das Ergebnis entspricht natürlich nicht unseren Erwartungen. Wir nehmen reichlich Hausaufgaben mit nach Neuburg und werden alles daransetzen, uns bis zum nächsten Rennen in Marrakesch deutlich zu steigern."

Das zweite Rennen der neuen Formel-E-Saison findet am 12. Januar 2019 in Marokko statt.

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