Formel E

"Scuderia-E": Neues Team aus Österreich/Italien bewirbt sich für Formel-E-Saison 2022

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Die Formel E hat einen neuen Bewerber im Wettstreit um die begehrten Plätze in der Startaufstellung. Der italienische Investor Gianfranco Pizzuto plant in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Imecar Elektronik den Einstieg in die Elektroserie. Unter dem Namen "Scuderia-E" möchte Pizzuto bereits im Jahr 2022 an den Start gehen.

Pizzuto - seit rund 30 Jahren im internationalen Automobilgeschäft tätig - kündigte seine Pläne für den Formel-E-Beitritt am Sonntag über die Plattform LinkedIn an: "Heute starten wir offiziell unser Formel-E-Projekt mit dem Ziel, in der Saison 2021 oder 2022 an den Start zu gehen", schreibt er. Gemeinsam mit dem türkischen Batterie-Hersteller Imecar Elektronik, der für die technische Realisierung verantwortlich zeichnen soll, suche er nun nach Geldgebern. Der Beitritt zur Serie sei davon abhängig, "wie schnell wir die Finanzierung bekommen."

In einem Interview mit 'The Race' fügt er an: "Ich mag es, wenn man von null beginnen muss, um seine Ideen umzusetzen. Die Formel E ist perfekt für so etwas. Wir haben zahlreiche Ingenieure mit guten Ideen, und ich will, dass wir ab 2022 in einer Position sind, um Rennen zu bestreiten." Eine Schlüsselperson in seinem Team sei Mark Lander, der Gründer von Imecar. "Mark und seine Firma haben Wissen zu Motoren und Invertern. Wir haben ein starkes Zulieferer-Netzwerk, das uns bei der Arbeit unterstützen kann. Auf der technischen Seite haben wir also alle Zutaten."

Scuderia-E mit Wurzeln in Österreich

Pizzuto war 2007 als erster Investor an der Gründung von Fisker Automotive beteiligt. 2017 gründete der Südtiroler schließlich mit "Scuderia-E" sein eigenes Unternehmen, das sich auf den Import, Umbau und Verkauf von Elektroautos spezialisiert hat. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Fiat 500e, den das Unternehmen ausgehend vom Firmensitz in Salzburg vertreibt.

Mit dem Einstieg in die Formel E würde Scuderia-E einen ersten Schritt in den elektrischen Motorsport wagen. Eine bedeutsame Hürde beim Beitritt dürfte jedoch die Begrenzung auf maximal zwölf Teams und 24 Autos darstellen, die fest im Regelwerk verankert ist. Aktuell könnte Pizzuto also keinen neuen Rennstall gründen, sondern lediglich ein anderes Team aufkaufen. Laut 'The Race' stünden Nio und Dragon einem Investment zwar offen gegenüber. Dennoch ist es unwahrscheinlich, dass Lisheng Racing (erst seit Kurzem Eigentümer des Nio-Rennstalls) oder der US-Geschäftsmann Jay Penske (vermeintlich 100-prozentiger Eigentümer von Dragon) einem Investor die volle Kontrolle über ihre Teams überlassen würden.

"Enge Kontakte" zu Fiat

Gemeinsam mit der Ankündigung veröffentlichte Pizzuto einen Entwurf für eine mögliche Scuderia-E-Lackierung, sollte das Team der Formel E tatsächlich beitreten können. Neben einem grau-grünen Farbschema sind mehrere mögliche Sponsoren zu erkennen, darunter der Uhrenhersteller Breitling oder der Name des inzwischen in Bentley integrierten Karosserieherstellers Mulliner. Ein Sprecher der britischen Automarke distanzierte sich am Montag jedoch ausdrücklich bei 'Autosport' vom Scuderia-E-Team. Die Sponsoren wurden mutmaßlich, übrigens genauso wie die Pirelli-Reifen, aus einer Konzept-Design-Serie des Mediums 'Motor1.com' übernommen.

"Wir sprechen mit Partnern und Kontakten, um bis 2022 alles organisiert zu bekommen", verkündet Pizzuto indes. "Die derzeitige Krise ist für niemanden gut, und wir verstehen, dass es für Firmen im Motorsport schwer ist, Partnerschaften zu schließen. Wir bleiben aber weiterhin auf Kurs und haben unser Ziel fest im Blick." Pizzuto habe zudem "enge Kontakte" zu Fiat-Chrysler - wohl auch durch die Geschäftsbeziehung bezüglich des Fiat-500e-Vertriebs - und plant, Diskussionen mit dem Unternehmen aufzunehmen. Wir behalten die Pläne des Teams selbstverständlich für dich im Blick.

Foto: Gianfranco Pizzuto via LinkedIn

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