Formel E

"So konstant wie nie" - Rowland & Sims bescheren Mahindra Aufwärtstrend bei Formel-E-Rennen in Berlin

Svenja König

Svenja König

Alexander-Sims-Corner-Berlin

Mahindra Racing hat sich in Berlin eindrucksvoll zurückgemeldet: Alexander Sims kämpfte im Samstags-Qualifying gegen Edoardo Mortara um die Pole-Position. Teamkollege Oliver Rowland zeigte seinerseits am Sonntag eine bestechende Rennpace und sicherte die ersten WM-Punkte seit Diriyya für das indische Team, das dadurch auf Gesamtrang 8 kletterte. Nun will das Team vor allem an der Konstanz arbeiten.

Oliver Rowland erlebte eine schwierige erste Saisonhälfte bei seinem neuen Arbeitgeber Mahindra. Unter dem Strich stehen für den 29-Jährigen mehr nicht beendete Rennen als Punkteplatzierungen zu Buche. Mit einem siebten Platz beim Sonntagsrennen in der deutschen Hauptstadt bestätigte er einen Aufwärtstrend des indischen Rennteams.

Der Brite hatte bereits in den Freien Trainings am Samstag gezeigt, dass mit ihm zu rechnen sei, konnte dies aber nicht in eine gute Qualifying-Platzierung umsetzen. Startplatz 10 am Sonntag bot ihm hingegen eine ordentliche Ausgangslage. Im Rennen arbeitete er sich zwischenzeitlich bis auf die fünfte Position vor. Auf dem Weg dorthin lieferte sich Rowland einige spannende Zweikämpfe mit Robin Frijns, Andre Lotterer und Antonio Felix da Costa. Kurz vor Rennende musste er allerdings noch zwei Positionen einbüßen, um Energie zu sparen.

"Ich habe in den zwei Runden, nachdem ich Felix da Costa überholt habe, zu viel Energie verbraucht, die ich hinterher wieder reinholen musste", berichtete Rowland nach dem Rennen am Mikrofon von 'e-Formel.de'. "Das war ein Fehler von mir, aber ich bin trotzdem super glücklich, einige Punkte mit nach Hause zu nehmen. Das war ein gutes Rennen und ein hartes Stück Arbeit bis hierher, denn es ist lange her, dass wir so gut waren."

Rowland habe zwischen dem vorherigen Rennen in Monaco und dem "Double-Header" in Berlin das Auto besser zu verstehen gelernt, auch wenn er vor allem noch Potenzial im Qualifying sieht - eigentlich eine seiner Stärken. "Ich hätte an beiden Tagen in der Duellphase sein sollen", gibt sich der Brite selbstkritisch. "Wir haben gezeigt, dass wir ein gutes Auto haben und waren dieses Wochenende so konstant wie nie. Genauso müssen wir weitermachen."

Sims: Im Samstags-Qualifying "hat alles Sinn gemacht"

Dass der Mahindra auch auf eine Runde um die Topplatzierungen mitfahren kann, bewies Teamkollege Sims in der K.o.-Phase des Qualifyings am Samstag. Der langjährige Formel-E-Pilot profitierte in der Gruppenphase von einer Strafe gegen Nissan-Pilot Sebastien Buemi und rutschte so trotz fünftschnellster Zeit in die Duellphase.

Im Anschluss schlug er erst Pascal Wehrlein im Porsche souverän und hatte gegen Doppelmeister Jean-Eric Vergne erneut das Glück auf seiner Seite: Beide fuhren eine identische Rundenzeit. Somit setzte sich der 34-Jährige durch, da er die Zeit zuerst gesetzt hatte. Eine Regelung, die im Nachhinein für Diskussionen sorgte. Vergne forderte eine Anpassung von der FIA.

Im Finale setzte Sims gegen Edoardo Mortara sogar noch Bestzeiten in den ersten zwei Sektoren, musste sich wegen eines schwächeren dritten Streckenabschnitts jedoch geschlagen geben. Nichtsdestotrotz zeigte sich Sims mit Startplatz 2 sehr zufrieden: "Das Qualifying ist richtig gut gelaufen, da hat auf einmal alles Sinn gemacht." Im Rennen konnte der ehemalige BMW-Pilot diese gute Startposition allerdings nicht halten und fiel bis auf Platz 9 zurück. Am Sonntag hatte er mit einer beschädigten Aufhängung nach einem Zweikampf gegen Vergne zu kämpfen.

Rowland will in Jakarta in die Duellphase

Den Unterschied habe für Sims vor allem eine verbessertes Verhalten des Autos auf der Bremse gemacht. "Das hängt zum Teil mit dem Setup zusammen, aber hauptsächlich mit der Elektronik, und wie wir das Brake-by-Wire einstellen. Das sind technische Kleinigkeiten, die einen großen Unterschied machen. Es fühlt sich aber so an, als würden wir in die richtige Richtung arbeiten."

Auch Rowland blickt zuversichtlich nach Jakarta, wo der nächste Saisonlauf auf dem Programm steht, und führt bereits an diesem Mittwoch erste Testfahrten im Simulator durch. "Ein solch starkes Wochenende pusht das ganze Team", sagt er voller Zuversicht. "Wenn man das Team anbrüllt und keine guten Ergebnisse hat, ist es natürlich schwierig. Umso glücklicher sind wir über ein solches Resultat."

Auf unsere Nachfrage, welche Erwartung der ehemalige Nissan-Pilot für das Rennen in Indonesien habe, antwortete er scherzhaft: "Einen Sieg!" Realistisch hoffe er, unter die ersten Acht im Qualifying zu kommen. "Das ist immer unser Ziel. Für einen Sieg sind die Mercedes aktuell ein bisschen zu schnell." Ob Rowland und Sims in Jakarta um Topplatzierungen kämpfen können, wird sich am 4. Juni herausstellen.

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