Formel E

Stark angefangen, stärker nachgelassen: Wo ist Andrettis Formel-E-Renntempo?

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Formula-E-Berlin-Tempelhof-Oliver-Askew-Andretti

Zu Beginn der Formel-E-Meisterschaft 2022 sammelten die Andretti-Fahrer Jake Dennis und Oliver Askew noch Punkte - Platz 3 und Rang 9 in Diriyya markierten einen gelungenen Saisonstart. Seither rutschte das britisch-amerikanische Duo jedoch ins Mittelfeld der Elektroserie ab und blieb auch in Berlin ohne Punkte. Die Fahrer zeigen sich angesichts der fehlenden Performance ratlos.

Hinter der US-amerikanischen Formel-E-Mannschaft Avalanche Andretti liegen ereignisreiche Monate. Teamchef Roger Griffiths musste dabei zunächst den Übergang vom BMW-Werks- zum Kundenteam organisieren, nachdem die Münchner 2021 den werksseitigen Ausstieg aus der Formel E vollzogen hatten. Später nahm er mit Oliver Askew auch einen neuen Fahrer an Bord. Der Umbau lief zunächst gut - beim Saisonstart in Diriyya landeten beide Fahrer in den Top 10, Dennis sogar auf dem Podium.

Seither rutschte Andretti jedoch immer weiter ins Mittelfeld der Formel E ab. Die jüngsten Ergebnisse von Griffiths' Team sind ernüchternd: Dennis sammelte seit dem Saudi-Arabien-Wochenende nur noch magere drei Zähler, Askew erzielte seit dem zweiten Rennen beim Rom E-Prix vier aufeinanderfolgende 15. Plätze.

In Berlin schaffte es Dennis in beiden Rennen jeweils auf Position 13. Als 'e-Formel.de' ihn nach dem Lauf anspricht, ist der Brite angesichts des fehlenden Tempos ratlos. "Heute war es echt ereignisarm, ich konnte mit niemandem wirklich Rennen fahren", seufzt er. "Mein Start war gut, und ich konnte vier Plätze gutmachen. Aber sobald ich meinen Rhythmus fand, sind mir alle davongefahren oder haben mich überholt."

"Wir hatten mal wieder nicht das Paket, um in die Punkte zu fahren. Leider wissen wir auch nicht, woran es liegt - also können wir auch nichts beheben", so Dennis. "Jedes Mal, wenn wir uns Lösungen ausdenken, kommt ein neues Problem auf und hält uns davon ab, schnell zu sein. Hoffentlich können wir bald den Anschluss wiederfinden."

Teamkollege Oliver Askew stimmt Dennis zu: "Es sieht nicht so aus, als würden unsere Autos im Renntrimm mithalten können", sagt er. Der US-Amerikaner findet, dass er aus seinem Berlin-Wochenende trotz zweimal Platz 15 das "Maximum" herausgeholt habe. Allerdings merkt er an: "Wir müssen viele Fragen beantworten, bislang haben wir noch keine guten Ergebnisse zeigen können."

"Hinter den Kulissen fühlt es sich so an, als würden wir Fortschritte machen. Bei den Prozeduren läuft es immer besser, was bei den wenigen Chancen, die man in der Formel E bekommt, sehr wichtig ist. Womöglich haben wir aber etwas zu früh (mit dem Diriyya-Ergebnis) für Aufsehen gesorgt und fallen jetzt ins Mittelfeld zurück. Das macht keinen Spaß und wird allmählich etwas langweilig."

Bremszonen als "Achillesferse"

Woran die durchwachsenen Resultate von Andretti liegen? "Auf jeden Fall am Qualifying", sagt Askew. "Aber selbst, wenn wir heute weiter vorn gestartet wären, hätten wir im Rennen nicht die Pace gehabt, um es in die Punkte zu schaffen. In der Formel E sind Qualifying- und Rennrunden komplett anders. Ich habe immer noch Probleme mit den Bremsen, vor allem auf Strecken mit großen Bremszonen ist das meine Achillesferse. Immerhin weiß ich exakt, wo ich die Performance finden kann. Ich würde mir wünschen, dass wir das Bremspaket etwas mehr an meinen Fahrstil anpassen."

Jake Dennis ist angesichts der nächsten Formel-E-Rennen optimistischer: "Hinter den Kulissen der Fabrik wird hart gearbeitet", versichert er. "Wir machen wirkliche Fortschritte. Logischerweise machen das andere Teams aber auch. Wir müssen es schaffen, weiter nach vorn zu kommen."

"Das letzte halbe Jahr war schwer, denn nach einem starken Start sind wir in ein Tief gefallen. Wir müssen unser Defizit aufholen. In den Freien Trainings sieht es immerhin gut aus, bis uns alle im Qualifying schlagen. Mal sehen, was in Jakarta passiert!" Der erste E-Prix in Indonesien soll am 4. Juni 2022 stattfinden.

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