Formel E

Starke Aufholjagd von Rene Rast: Energieverbrauch & Werbebanner kosten mögliches Podium

Timo Pape

Timo Pape

Rene-Rast-Valencia-Werbebanner

Trotz schwieriger Qualifyings fuhr Audi-Pilot Rene Rast am vergangenen Wochenende in beiden Formel-E-Rennen von Valencia in die Punkte. Besonders am Sonntag zeigte der Deutsche eine starke Aufholjagd und kämpfte gegen Ende sogar um das Podium. Letztlich kosteten ihn sein hoher Energieverbrauch im ersten Teil des Rennens sowie ein Werbebanner jedoch eine noch bessere Platzierung.

Der dreimalige DTM-Champion zeigte von Startplatz 14 eine eindrucksvolle Aufholjagd, die ihn zwischenzeitlich bis auf den dritten Platz nach vorn brachte. "Das Podium wäre heute definitiv drin gewesen", sagt Rast. "Doch dann hat Andre Lotterer direkt vor mir einen Werbebanner aufgewirbelt, das an meinem Auto hängenblieb. Ab diesem Moment ging nichts mehr. Das war extrem ärgerlich."

Rast musste zudem zwei bis drei Prozent Akku im Vergleich zu den anderen Fahrern vor ihm einsparen, weil er - ebenso wie Oliver Rowland - frühzeitig viel Energie genutzt hatte, um nach vorn zu kommen. So verlor er in der Schlussphase drei Positionen, sammelte als Sechster aber noch wichtige WM-Punkte. Rast verbesserte sich in der Gesamtwertung auf Rang 6 und hat vor dem nächsten Lauf in Monaco am 8. Mai nur 18 Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze.

Lucas di Grassi litt vor allem unter zwei schwachen Qualifikationen. Der Brasilianer machte im Sonntagsrennen dennoch zwölf Positionen gut und überquerte die Ziellinie als Zehnter. "Rene und Lucas sind beide starke Rennen gefahren", findet Teamchef Allan McNish. "Wir haben auch heute wieder gesehen, wie stark unser Auto ist - beide Fahrer haben sich in die Punkteränge nach vorn gekämpft."

Audi freut sich am Samstag über "clevere Ingenieure & ein Quäntchen Glück"

Auch am Samstag punktete Audi doppelt. In einem der verrücktesten Rennen der Formel-E-Geschichte wurden Rast und di Grassi als Fünfter bzw. Siebter gewertet. Nach mehreren Safety-Car-Phasen war das Rennen am Ende für die meisten Fahrer im Feld eine Runde zu lang. Für sie ging es nur noch darum, die zur Verfügung stehende Restmenge an Energie zu verwalten und sich ins Ziel zu retten.

Rast und di Grassi kamen in der letzten Runde durch gutes Energiemanagement noch entscheidend nach vorn, obwohl beide gleich zu Beginn des Rennens ans Ende des Feldes zurückgefallen waren: Rast durch einen Abstecher ins Kiesbett, di Grassi durch eine 10-Sekunden-Stop-and-Go-Strafe. An seinem Audi e-tron FE07 musste nach dem Unfall in Rom zwei Wochen zuvor das Getriebe gewechselt werden.

"Die Formel E ist nie langweilig, aber das heutige Rennen geht ganz sicher in die Geschichte ein", resümiert McNish den Samstag. "Erstens ist Valencia keine typische Formel-E-Rennstrecke. Zweitens waren die Bedingungen durch den Regen extrem schwierig."

"Die Folge waren mehrere Safety-Car-Phasen und eine permanente Reduktion der zur Verfügung stehenden Energie durch die Rennleitung. Wir wussten, dass es eng werden würde, aber nicht so eng", gibt der Schotte zu. "Am Ende brauchte man clevere Ingenieure und auch ein Quäntchen Glück. Das hatten wir heute. Nach dem Pech, das wir zuletzt in Rom hatten, nehmen wir diese Punkte gerne."

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