Stimmung bei Jaguar trotz Madrid-Doppelsieg getrübt: "Ich verstehe das, aber im Auto ist es frustrierend!"
Jasmin Fromm
FIA Formula E
Für das Team Jaguar TCS Racing war der Madrid E-Prix ein großer Erfolg: Antonio Felix da Costa und Mitch Evans beendeten das Rennen auf den Plätzen 1 und 2. Doch trotz des guten Ergebnisses war die Stimmung am Ende des Rennens stark getrübt, zumindest auf der Garagenseite von Evans. Der Neuseeländer war der Meinung, dass sein Teamkollege ihn hätte vorbeilassen sollen.
Für Antonio Felix da Costa war das Rennen in Madrid etwas Besonderes. Er selbst hatte das Rennen als eine Art Heimrennen bezeichnet, da sehr viele Freunde und Familienmitglieder zum Rennen gekommen waren. In den Pressekonferenzen sprach er von 80 bis 100 Personen, für die er Tickets organisiert hatte. "Es war nicht günstig und ich habe wahrscheinlich keinen guten Deal gemacht", sagte er lachend, da er selbst für die Tickets gezahlt habe. Er schloss das Rennen allerdings auf der obersten Stufe des Treppchens ab, konnte seinen Gästen also eine gute Show bieten.
Wenn es nach seinem Teamkollegen Evans ging, hätte das Rennen allerdings anders ausgehen sollen: Mitch Evans zeigte sich sichtlich sauer nach dem Rennen. Er war der Überzeugung, das Team hätte Felix da Costa die Anweisung geben sollen, ihn durchzulassen; er hatte gegen Rennende noch mehr Energie in der Batterie. Der Neuseeländer ging von Startposition 16 ins Rennen und hatte sich mit einem sehr effektiven Attack-Mode und einem klug gewählten Zeitpunkt für den Pit-Boost nach vorne gekämpft. Kurz vor Rennende fand er sich direkt hinter seinem Teamkollegen an der Spitze des Feldes wieder.
Felix da Costa: "Als ich in den Rückspiegel schaute, musste ich zweimal hinsehen"
Eine beeindruckende Leistung von dem Evans und seinem Team: "Es ging schon in Runde 1 los. Ich habe versucht, mir einen großen Energievorteil zu verschaffen, damit ich mein Boxenstopp-Fenster verlängern kann, und das hat wirklich geholfen. Ich habe einige Fahrer überholt und mir damit gegen Ende des Rennens eine gute Position verschafft."
Die Power des Attack-Modes, die den Neuseeländer von ganz hinten im Feld ganz an die Spitze transportierte, hatte auch Evans leicht überrascht, gab er auf Nachfrage von e-Formel.de zu. Sogar sein Teamkollege war überrascht, Evans hinter ihn zu sehen: "Als ich in den Rückspiegel schaute und ihn sah, musste ich zweimal hinschauen – war das wirklich er? Es muss also ein unglaubliches Rennen von ihm gewesen sein, und ich möchte mir das noch einmal ansehen und daraus lernen. Heute haben wir es mit beiden Autos richtig gemacht, also hätte jeder von uns dieses Rennen heute gewinnen können."
Evans: "Ich hätte das Rennen gewinnen können"
Trotzdem überwiegt der Frust. Evans hatte gegen Ende des Rennens mehr Energie in der Batterie, als sich die beiden Teamkollegen auf den Plätzen 1 und 2 befanden. "Ich verstehe zwar, warum die Entscheidung getroffen wurde, aber im Auto ist das extrem frustrierend. Was Teamorder angeht, war es bei uns in der Vergangenheit schon oft heikel. Ich habe überhaupt nichts gegen Antonio, aber ich habe im Rennen einfach sehr hart gearbeitet, um einen riesigen Energievorteil zu erlangen, und ich habe das Gefühl, ich hätte das Rennen gewinnen können."
Dank des Doppelsieges liegen die beiden Jaguar-Piloten nun auf den Plätzen 3 und 4 in der Fahrerwertung. In der Team- und Herstellerwertung konnte Jaguar dank der 43 Zähler den Rückstand auf Porsche verkürzen und liegt jeweils auf Position 2.
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