Taylor Barnard schlägt Weltmeister Wehrlein! Das e-Formel.de Fahrer-Rating zum London-Wochenende 2026
Tim Neuhaus
FIA Formula E
Taylor Barnard krönt das Formel-E-Saisonfinale in London mit seinem ersten Sieg und setzt sich auch im e-Formel.de Fahrer-Rating durch. Mit einer Bewertung von 9,2 schlägt der 22-Jährige den neuen Weltmeister Pascal Wehrlein, der nach Pole-Position, Sieg und seinem zweiten Titel auf 9,0 kommt. Für Lucas di Grassi endet die Formel-E-Karriere dagegen mit einem völlig verkorksten Wochenende voller technischer Probleme.
Nach jedem Rennwochenende der Formel-E-Saison 12 vergeben unsere Redakteur:innen Punkte auf einer Skala zwischen 1 und 10 für alle Piloten. Anschließend werden diese nach ihrem durchschnittlichen "Rating-Score" sortiert. In die Wertung fließen ausschließlich fahrerische Leistungen ein, nicht das Potenzial des Autos oder äußere Umstände.
Taylor Barnard | DS Penske | 9,2
DS Automobiles gelang in London ein goldener Abschied aus der Formel E. Taylor Barnard gewann beim letzten Auftritt der französischen Marke sein erstes Formel-E-Rennen und wurde damit zum jüngsten Rennsieger in der Geschichte der Serie.
Bereits am Samstag hatte Barnard mit Platz fünf überzeugt und wichtige Punkte gesammelt. Am Sonntag war er dann der einzige Fahrer, der das Tempo der beiden Mahindra-Piloten Nyck de Vries und Edoardo Mortara an der Spitze mitgehen konnte. Trotz des taktischen Zusammenspiels der beiden Teamkollegen setzte sich Barnard in der Schlussphase zunächst gegen Mortara und anschließend gegen de Vries durch.
Nach einer schwierigen Saison für DS Penske kam diese Leistung durchaus überraschend. Barnard zeigte über beide Rennen hinweg eines seiner stärksten Formel-E-Wochenenden und krönte es mit einer abgeklärten Fahrt zum historischen ersten Sieg.
Pascal Wehrlein | Porsche | 9,0
Wehrlein ist der zweite Fahrer, der zweimal den Fahrertitel in der Formel E erobern konnte. Seine größte Stärke diese Saison war vermutlich seine hervorragende Qualifying-Pace. Auch in London gewann er einmal die Pole-Position und fuhr am Sonntag dann nochmal auf Platz 3. Das Zusammenspiel mit Teamkollege Nico Müller hatte in beiden Rennen exzellent geklappt. Der einzige Wermutstropfen des eigentlich so gefassten und kaltschnäuzigen Rennwochenendes war der Zusammenstoß mit Eriksson, welcher vermeidbar gewesen ist.
Mitch Evans | Jaguar TCS Racing | 8,2
Es ist bitter zu sehen, wie oft Mitch Evans bereits knapp am Formel-E-Titel vorbeigeschrammt ist. Auch in London spielte Pech eine entscheidende Rolle: Am Samstag wurde der Neuseeländer vom Zeitpunkt der Full-Course-Yellow-Phase hart getroffen, da er seinen verpflichtenden PIT BOOST bereits absolviert hatte. Während Wehrlein davon profitierte, fiel Evans bis auf Platz acht zurück.
Am Sonntag benötigte Evans einen Sieg, um noch Weltmeister zu werden. Fahrerisch ließ sich Evans dabei wenig vorwerfen, verlor jedoch erneut entscheidende Zeit hinter Müller. Als er freie Fahrt hatte, hatten sich Barnard sowie die beiden Mahindra bereits abgesetzt. Mehr als Platz vier war deshalb nicht mehr möglich - und damit platzte auch Evans' nächste Titelchance.
Pechvogel des E-Prix: Lucas di Grassi | Lola Yamaha ABT | 4,4
Seine letzten beiden Formel-E-Rennen hatte sich Lucas di Grassi zweifellos anders vorgestellt. Bereits am Samstag schied der Brasilianer nach einem technischen Problem aus. Im dritten Freien Training am Sonntag blieb sein Lola Yamaha ABT erneut mit einem Defekt auf der Strecke stehen und löste eine rote Flagge aus.
Da das Team anschließend am Auto arbeiten musste, konnte di Grassi im Qualifying keine gezeitete Runde absolvieren. Auch sein finales Formel-E-Rennen endete vorzeitig. Viel schlechter hätte das letzte Rennwochenende seiner langen Karriere kaum laufen können.
Als "Flop" können wir den Routinier trotzdem kaum bezeichnen. Auch in den Sessions und Rennphasen ohne technische Probleme konnte di Grassi fahrerisch zwar kaum Akzente setzen, die eine deutlich bessere Bewertung rechtfertigen würden. Wie schon mehrfach in dieser Saison ließ ihn jedoch zusätzlich die Technik seines Lola Yamaha ABT im Stich. Der Titel "Pechvogel des E-Prix" trifft es deshalb deutlich besser.
| Pos. | Fahrer | ⌀-Punkte | Tobias Wirtz | Tim Neuhaus | Luca Storms | Thomas Grüssmer | Jasmin Fromm |
| 1 | Taylor Barnard | 9,2 | 9 | 9 | 10 | 9 | 9 |
| 2 | Pascal Wehrlein | 9,0 | 9 | 9 | 9 | 9 | 9 |
| 3 | Mitch Evans | 8,2 | 9 | 9 | 7 | 8 | 8 |
| 4 | Nyck de Vries | 8,0 | 8 | 8 | 8 | 8 | 8 |
| 5 | Sebastien Buemi | 8,0 | 8 | 8 | 8 | 8 | 8 |
| 6 | Jake Dennis | 7,8 | 7 | 8 | 8 | 8 | 8 |
| 7 | Edoardo Mortara | 7,8 | 8 | 8 | 8 | 7 | 8 |
| 8 | Nick Cassidy | 7,6 | 8 | 8 | 6 | 8 | 8 |
| 9 | Nico Müller | 7,6 | 8 | 8 | 7 | 7 | 8 |
| 10 | Antonio Felix da Costa | 7,0 | 7 | 7 | 6 | 7 | 8 |
| 11 | Dan Ticktum | 7,0 | 7 | 7 | 7 | 7 | 7 |
| 12 | Jean-Eric Vergne | 6,4 | 7 | 7 | 6 | 6 | 6 |
| 13 | Pepe Marti | 6,0 | 6 | 6 | 6 | 6 | 6 |
| 14 | Oliver Rowland | 6,0 | 6 | 6 | 6 | 6 | 6 |
| 15 | Joel Eriksson | 5,8 | 6 | 6 | 5 | 6 | 6 |
| 16 | Maximilian Günther | 5,4 | 6 | 6 | 3 | 6 | 6 |
| 17 | Norman Nato | 5,4 | 5 | 6 | 6 | 5 | 5 |
| 18 | Zane Maloney | 5,0 | 5 | 5 | 5 | 5 | 5 |
| 19 | Felipe Drugovich | 4,8 | 5 | 5 | 4 | 5 | 5 |
Entscheidend bei Punktegleichstand: höhere Einzelwertung im Fahrer-Rating. Entscheidend bei identischen Punkten: besseres Rennergebnis
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