Formel E

Team-für-Team-Analyse zur Saisonhalbzeit 2021: Engster Titelkampf der Formel-E-Geschichte

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Race-Start-Monte-Carlo-Sainte-Devote

In gut einer Woche startet die Formel E in die zweite Hälfte ihrer Saison 2021. In den ersten sieben Rennen des Jahres geschah auf und abseits der Strecke jede Menge, die Positionskämpfe in der Meisterschaft könnten kaum enger sein. Wie die Rennställe in die zweite Saisonhälfte starten, welche Baustellen es noch gibt, und an welchen Meilensteinen im bisherigen Jahr sich die Teams orientieren sollten, erfährst du in diesem Analyseartikel.

Das Formel-E-Weltmeisterschaftsjahr 2021 ist erst 188 Rennrunden "alt". Dennoch starten die zwölf Teams, darunter auch Audi und BMW, die die Elektrorennserie nach dieser Saison verlassen werden, bereits am kommenden Wochenende in ihre zweite Saisonhälfte.

Seit dem dominanten Saisonstart von Mercedes-Fahrer Nyck de Vries, dem kuriosen Bremsdefekt von Edoardo Mortara (Venturi) und Alex Lynns Diriyya-Unfall, der den Mahindra-Piloten kurzfristig sogar ins Krankenhaus beförderte, ist in der Formel E eine Menge geschehen. Gerade einmal 40 Punkte liegen in der Fahrer-WM zwischen den Plätzen 1 und 16. Sie könnten binnen eines einzigen Wochenendes aufgeholt werden. Der Saisonstart 2021 war somit der statistisch engste in der Geschichte der Formel E.

Wie sich die Teams bislang auf der Rennstrecke geschlagen, und wie viele Führungsrunden deine Lieblingsfahrer absolviert haben, erfährst du in diesem Artikel. Ebenfalls Teil unserer Analyse ist die durchschnittliche Punktewertung in der "Fahrer-Rating"-Serie, die nach jedem Rennwochenende der Saison 2021 auf e-Formel.de erscheint. Hierzu vergibt unsere Redaktion Punkte auf einer Skala von 1 bis 10 an alle Piloten - je höher der Score, desto besser waren die Leistungen.

Übrigens: Auch in unserem Formel-E-Podcast "ePod" haben wir die Ausgangslage zur Saisonhalbzeit 2021 analysiert. Die Episode findest du auf unserer Podcast-Seite - oder am Ende dieses Beitrags eingebettet.

Die Ausgangslage in der Formel E zur Saisonhalbzeit 2021

Platz 1 | Mercedes-EQ | 105 Punkte

Rennsiege:
3

Pole-Pos.:
2

Führungsrunden:
52

Podien:
4

Fahrer-Rating:
P4 (Ø 6,55)

Das Mercedes-Werksteam ist endgültig in der Formel E angekommen. Das Fahrerlager staunte wohl nicht schlecht, als Nyck de Vries beim Saisonstart in Diriyya ausnahmslos alle Sessions gewinnen konnte.

Zwar machte den Schwaben eine Qualifying-Sperre am zweiten Tag einen Strich durch die Rechnung, ausgelöst durch einen zunächst unerklärten Bremsdefekt am Auto von Edoardo Mortara (Venturi, Mercedes-Kundenteam). Dennoch ließen de Vries und sein Teamkollege Stoffel Vandoorne auch bei den nachfolgenden Rennen in Rom und Valencia nicht locker.

Bis zum Monaco E-Prix gewann an jedem Wochenende eines der zwei Mercedes-Fahrzeuge. Im Fürstentum erlebte Mercedes hingegen den Tiefpunkt der bisherigen Saison: Das Rennen, für das sich das Duo nur auf den enttäuschenden Startplätzen 15 und 24 qualifizierte, endete nach Unfällen und technischen Problemen in einem Doppelausfall.

Gewiss ist Mercedes in diesem Jahr also nicht unschlagbar. Die nahezu klinische "Ausführung" der Rennoperationen suchen in der Formel E jedoch ihresgleichen. Sollten die "Silberpfeile" die Performance auch in der zweiten Jahreshälfte abrufen können, führt im Kampf um den Weltmeisterschaftstitel kein Weg an Mercedes vorbei.

Platz 2 | Jaguar Racing | 103 Punkte

Rennsiege:
1

Pole-Pos.:
0

Führungsrunden:
18

Podien:
5

Fahrer-Rating:
P1 (Ø 7,09)

Sam Bird wechselte vor der Saison 2021 unter der Prämisse zu Jaguar, endlich in einem Fahrzeug sitzen zu wollen, mit dem er Meisterschaften gewinnen kann. Der statistisch erfolgreichste Saisonstart der Teamgeschichte lässt darauf schließen, dass sich der Transfer zur "Raubkatze" schon jetzt auszahlt.

Im zweiten Rennen gewann Bird seinen ersten E-Prix des Jahres, in Rom erreichte er ein weiteres Podium. Seither schaffte er es zwar nur ein weiteres Mal die Top 10. Dennoch liegt er nach dem Monaco E-Prix knapp vor Vandoorne und Jean-Eric Vergne (DS Techeetah) auf Platz 5 der Fahrerwertung.

Mitch Evans ist dank insgesamt drei Podien sogar Gesamtdritter. Kein anderer Fahrer sammelte in der ersten Saisonhälfte so viel "Silberware" wie der Neuseeländer, der allerdings noch immer auf den ersten Sieg des Jahres wartet. Möglich, dass er (neben den aktuellen Audi- und BMW-Werksfahrern) aufgrund seiner guten Leistungen in diesem Jahr zu den Schlüsselpersonen auf dem Fahrermarkt gehört, sollte er sich nicht auf eine Vertragsverlängerung mit seinem aktuellen Arbeitgeber einigen können.

Besonders auf engen Kursen in den Innenstädten konnte Jaguar bislang überzeugen, auf der permanenten Strecke in Valencia ließen Bird und Evans hingegen Federn. Für den Puebla E-Prix dürfte dies das Team nur wenig zuversichtlich stimmen. Zumindest in New York und London ist jedoch mit Jaguar zu rechnen. Im Kampf um den Titel sind die Briten aktuell Mercedes' größter Konkurrent.

Platz 3 | DS Techeetah | 98 Punkte

Rennsiege:
2

Pole-Pos.:
2

Führungsrunden:
38

Podien:
3

Fahrer-Rating:
P2 (Ø 6,86)

Das französisch-chinesische Team DS Techeetah startete mit dem erfolggekrönten Antriebsstrang der letzten Saison in das Jahr 2021, wechselte die Motoren, Inverter und Getriebe jedoch zum Rom E-Prix aus. Das Technologie-Update kam besonders Jean-Eric Vergne gelegen. Denn nach einem punktlosen Saisonstart, begleitet von einer verpatzten Stallorder und einer Strafe für nicht genutzte Attack-Modes, gewann der Franzose in Italien auf Anhieb.

Vergnes Garagennachbar Antonio Felix da Costa wartete bis zum Monaco E-Prix auf seinen ersten Sieg der Saison, den er im Fürstentum jedoch in beeindruckender Manier und mit einem spektakulären Überholmanöver in der letzten Runde besiegelte. Schon in Valencia hätte Felix da Costa gewinnen können, jedoch ging ihm in der dramatischen Schlussrunde (wie vielen seiner Rivalen) vorzeitig der Strom aus.

DS Techeetah zählt ohne Frage weiterhin zu den Topteams der Formel E. Nach den ersten sieben Rennen des Jahres steht allerdings auch fest, dass die Konkurrenz für Vergne und Felix da Costa in der Saison 2021 deutlich größer als im letzten Jahr ist.

Platz 4 | Envision Virgin Racing | 81 Punkte

Rennsiege:
0

Pole-Pos.:
2

Führungsrunden:
32

Podien:
2

Fahrer-Rating:
P3 (Ø 6,78)

Robin Frijns konnte seiner neuen Rolle als "Mannschaftskapitän" bei Envision Virgin Racing in der ersten Saisonhälfte mehr als gerecht werden. Obwohl er in den ersten sieben Rennen des Jahres noch keinen E-Prix gewinnen konnte, führt der Niederländer vor dem Puebla E-Prix die Fahrerwertung an. In Diriyya und Monaco sammelte er Führungskilometer, in Valencia fuhr er in den Top 10 die schnellste Runde des Samstagsrennens.

Im zweiten Virgin-Fahrzeug findet sich Nick Cassidy ebenfalls immer besser zurecht. Zwar schenkte der Rookie seine überraschende Pole-Position in Rom bereits in der dritten Kurve aufgrund eines "Bremsproblems" her (so die offizielle Begründung). Seither fuhr er jedoch mehrfach in die Punkte.

Scheinbar kann das Team mit Sitz unweit der britischen Rennstrecke in Silverstone auch in dieser Saison das Audi-Werksteam in Schach halten. Sollten Mercedes, Jaguar und DS in Schwierigkeiten geraten, könnte Virgin als "Dark Horse" der Saison zuschlagen.

Platz 5 | BMW i Andretti Motorsport | 55 Punkte

Rennsiege:
1

Pole-Pos.:
1

Führungsrunden:
30

Podien:
1

Fahrer-Rating:
P10 (Ø 5,03)

Vor dem letzten Jahr als Formel-E-Werksteam wollte BMW endlich in den Titelkampf eingreifen. Bis dato konnten die Münchner jedoch nur gelegentlich ihr wahres Potenzial zeigen. Immerhin: Mit Jake Dennis hat BMW den erfolgreichsten Rookie der bisherigen Saison in den eigenen Reihen.

Der Brite konnte sich überraschend als Sieger im Valencia-Sonntagslauf, dem "Rennen, das man nicht von der Spitze gewinnen kann", feiern lassen. Zudem sammelte er Bonuspunkte für die Pole-Position und die Bestzeit in der Qualifying-Gruppenphase. Nach den ersten sieben Saisonrennen liegt er in der WM-Wertung sogar vor seinem deutlich erfahreneren Teamkollegen Maximilian Günther.

Dieser fuhr schon mehrfach in Reichweite von Topergebnissen, wartet aber noch immer auf den "großen Sprung". In Rom kostete Günther eine verpasste Attack-Mode-Aktivierung die Chance auf ein Podest, in Monaco ein später Kontakt mit Oliver Rowland (Nissan). Hinzu kommt der Ausfall im Samstagsrennen von Valencia, als er auf Platz 2 sogar eine Möglichkeit auf den Rennsieg hatte.

Fazit: BMW ließ in der bisherigen Saison zu viele Chancen ungenutzt. Wenn Günther und Dennis ihre Konstanz jedoch zurückerlangen könnten, ist für die Münchner auch im letzten Jahr als Werksmannschaft noch alles möglich!

Platz 6 | Audi Sport ABT Schaeffler | 53 Punkte

Rennsiege:
0

Pole-Pos.:
0

Führungsrunden:
9

Podien:
0

Fahrer-Rating:
P5 (Ø 6,45)

Rene Rast hat sich bei seinem Audi-Debüt in Berlin 2020 schnell in der Formel E eingefunden. Den Saisonstart 2021 in Diriyya beendete er auf Platz 4 und setzte die schnellste Rennrunde. Hinzu kamen Top-10-Resultate in Rom (Samstag) und in beiden Valencia-Rennen - neben Jake Dennis (BMW) war er übrigens der einzige Fahrer, dem das gelang. Durch mäßige Qualifying-Resultate sowie Unfälle am Rom-Sonntag und in Monaco kostete er sich jedoch selbst zahlreiche Punkte.

Ein ähnliches Schicksal scheint Lucas di Grassi zu verfolgen. Zwar fährt der Brasilianer auch in dieser Saison konstant in die Punkteränge, abgesehen vom "Doppel-Nuller" in Rom. Bislang kam er jedoch nicht über Rang 7 als Bestplatzierung hinaus. Besonders der Ausfall in Italien, als ihm in Führung liegend die Antriebswelle brach, war schmerzhaft: Hätte er das Rennen auf Platz 1 beendet, läge er nun nicht auf Platz 19, sondern noch vor Rast in den Top 10 der Fahrerwertung.

Somit ist Audis letzte Saison als Werksteam bislang eine Geschichte, die die Ingolstädter vor allem im Konjunktiv schreiben. Die konstante Pace in der ersten Saisonhalbzeit sollte jedoch Mut für die nächsten Rennwochenenden machen. Das erste Audi-Podium des Jahres 2021 ist überfällig.

Platz 7 | TAG Heuer Porsche | 50 Punkte

Rennsiege:
0

Pole-Pos.:
0

Führungsrunden:
4

Podien:
2

Fahrer-Rating:
P9 (Ø 5,37)

Zahlreiche Faktoren führen in der Formel E zum Erfolg: Eine gute Qualifying-Position, eine smarte Attack-Mode-Taktik, ein gute Energiestrategie, ein dynamischer Teamspirit, talentierte Fahrer und ein wenig Rennglück. Porsche hat von allem ein bisschen, konnte in den vergangenen sieben Rennen jedoch nie alle "Zutaten" vereinen.

Angesichts seiner bisherigen Ergebnisse (Durchschnittsplatzierung: Platz 13,6) dürfte vor allem Andre Lotterer unzufrieden mit seinem Formel-E-Jahr sein. Zwar erreichte er am Valencia-Sonntag mit Platz 2 das beste Porsche-Resultat der ersten Saisonhälfte. Allerdings blieb er bei allen anderen Rennen punktlos.

Desolate Leistungen in Rom und Monaco dürften seinen Aussichten auf dem gut gefüllten Fahrerkarussell für die Saison 2021/22 ebenfalls nicht zuträglich sein. Lotterer muss in den kommenden Wochen die sprichwörtliche "Kurve" kriegen, wenn er weiterhin in der Formel E antreten will.

Pascal Wehrlein fuhr bislang den Großteil der Porsche-Zähler ein und liegt zur Saisonhälfte auf Gesamtplatz 12. Unaufmerksamkeiten in Diriyya (Unfall mit Dennis) und Rom (FCY-Neustart verpasst) oder Pech beim Monaco E-Prix (Reifenschaden nach spätem Unfall) kosteten Wehrlein wertvolle Punkte.

Platz 8 | Mahindra Racing | 47 Punkte

Rennsiege:
0

Pole-Pos.:
0

Führungsrunden:
0

Podien:
2

Fahrer-Rating:
P7 (Ø 5,58)

Mahindra Racing scheint sich in der Rolle als "Underdog" der Formel E wohlzufühlen. Zwar liegt das indische Team zur Saisonhalbzeit klar in der zweiten Hälfte der Tabelle. Dank Podestplatzierungen in Rom und Valencia fehlen dem Rennstall dennoch weniger als zehn Punkte, um in die Top 5 der Team-WM vorzudringen.

Vor allem Alex Lynn konnte in der ersten Jahreshälfte mehrfach auf sich aufmerksam machen, allen voran beim E-Prix in Spanien. Ohne den Stupser von Norman Nato (Venturi), durch den er vorübergehend einige Positionen verlor, wäre für den Briten sogar ein Sieg möglich gewesen.

Mit einem heftigen Überschlag, bei dem Lynn mit dem Schrecken davonkam, sorgte er jedoch bereits in Diriyya für seine "Szene des Jahres". Zum Glück ist ihm nichts Schlimmeres passiert!

Alexander Sims' Saison 2021 ist bislang vor allem von Inkonstanz geprägt. Gelegentlich konnte er sein fahrerisches Können unter Beweis stellen, vor allem auf dem Weg zum zweiten Platz im Rom-Sonntagsrennen. Durch die "Nuller" an den Rennsamstagen in Diriyya, Rom, Valencia und Monaco rangiert er in der Wertung aktuell dennoch nur auf Platz 14.

Ähnlich wie Porsche steht Mahindra bei den nächsten Rennwochenenden somit unter Zugzwang. Bislang kamen bei nur zwei Rennen beide Autos ins Ziel, ganz zu schweigen von einem doppelten Punkteergebnis.

Platz 9 | Nissan e.dams | 46 Punkte

Rennsiege:
0

Pole-Pos.:
0

Führungsrunden:
3

Podien:
0

Fahrer-Rating:
P8 (Ø 5,44)

Die erste Hälfte des Jahres 2021 hat sich das einstige Topteam Nissan e.dams wohl anders vorgestellt. Ex-Meister Sebastien Buemi erreichte nur zweimal die Punkteränge, leistete sich in Diriyya und Rom seltene Fahrfehler und rangiert in der WM-Wertung aktuell auf einem enttäuschenden 22. und somit drittletzten Platz.

Oliver Rowland schaffte es immerhin schon mehrfach in die Top 10. Möglich machte dies vor allem seine starke Pace im Qualifying, wenngleich er zuletzt in Monaco die Super-Pole wegen eines Timing-Fehlers verpasste.

Dennoch kann und wird das französisch-japanische Team nicht zufrieden mit den ersten sieben Saisonrennen sein. Zu den sportlichen Sorgen gesellte sich im März eine Lieferverzögerung, ausgelöst durch die Coronavirus-Pandemie, wegen der das Team die Premiere des neuen Formel-E-Motors auf den Monaco E-Prix verschieben musste. Ob sich das neue Aggregat in der zweiten Jahreshälfte auszahlt, bleibt abzuwarten.

Platz 10 | ROKiT Venturi Racing | 43 Punkte

Rennsiege:
0

Pole-Pos.:
0

Führungsrunden:
2

Podien:
1

Fahrer-Rating:
P6 (Ø 5,73)

Während bei Audi und Virgin das Kundenteam zur Jahreshälfte die Nase vorn hat, zeigt sich bei Mercedes und Venturi das entgegengesetzte Bild. Gelegentlich können Edoardo Mortara und Norman Nato zwar Ausrufezeichen setzen, zum Beispiel bei Mortaras zweitem Platz in Diriyya oder den Beinahe-Podien von Nato in Rom und Valencia.

Der ganz große Wurf gelang dem Team aus Monaco in der ersten Jahreshälfte jedoch noch nicht. Auch die Übernahme durch die Investorengruppe "Vroom E" im Winter konnte beim Rennstall keinen Kurswechsel bewirken. Fehler in der "Rennoperation" - Norman Nato ging in Rom und Valencia bei zwei aufeinanderfolgenden Rennen vorzeitig die Energie aus - besiegelten zur Saisonmitte Venturis Position auf dem drittletzten Rang der Teamwertung.

Dennoch wäre es falsch, die Monegassen schon jetzt abzuschreiben. Die Inkonstanz der letzten sieben Rennen lässt darauf schließen, dass auf einem Spektrum von "nur noch null Punkte" bis zu "mehrere Rennsiege" bei Venturi in diesem Jahr wohl alles möglich ist…

Platz 11 | Dragon Penske Autosport | 42 Punkte

Rennsiege:
0

Pole-Pos.:
0

Führungsrunden:
0

Podien:
1

Fahrer-Rating:
P11 (Ø 4,86)

Die Leistung von Dragon Penske Autosport beim Diriyya E-Prix zählte zu den größten Überraschungen der bisherigen Saison. Beim Samstagsrennen in Saudi-Arabien sammelten Sergio Sette Camara und Nico Müller insgesamt 22 Zähler - mehr als alle Dragon-Fahrer in den vorausgegangenen 17 (!) Rennen zusammen.

Besonders Sette Camara ist im Qualifying immer für eine Überraschung gut, wenngleich er es nach seinem vierten Platz in Diriyya nicht mehr in die Punkteränge schaffte. Nico Müller feierte in Valencia mit gewissem Glück Dragons erstes Podiumsergebnis seit dem Swiss E-Prix 2018 in Zürich.

In vielerlei Hinsicht ist beim US-Team somit ein Aufwärtstrend erkennbar, obgleich auch Dragon die Premiere des neuen Antriebspakets auf den Monaco E-Prix verschob. Gewiss ist die Mannschaft von Teamboss Jay Penske weit davon entfernt, ein Topteam zu werden. Dennoch steht Dragon zur Saisonhalbzeit 2021 deutlich besser da als noch vor einem Jahr.

Platz 12 | Nio 333 | 18 Punkte

Rennsiege:
0

Pole-Pos.:
0

Führungsrunden:
0

Podien:
0

Fahrer-Rating:
P12 (Ø 4,75)

Nach der punktlosen Saison 2019/20, wenig überraschend dem schlechtesten Formel-E-Jahr für Nio, scheint sich der Rennstall aus China endlich wieder regelmäßig in Richtung der Punkteränge orientieren zu können. Die Saison 2021 begann für Tom Blomqvist und Oliver Turvey mit einem überraschend starken Qualifying (Startplätze 4 und 5) und beinahe mit einem doppelten Punkteresultat in Diriyya.

Blomqvist erreichte in Rom zweimal die Top 10. Turvey blieb nach seinem kuriosen Trainingsunfall in Italien zwar ohne Zähler, machte den Doppelausfall seines Teams am Valencia-Samstag jedoch mit seinem dritten Punkteergebnis 2021 sonntags in Spanien wieder gut.

Kurzum: In der ersten Hälfte der Saison hat Nio 18 Punkte gesammelt, was für das kleine Team als Erfolg gewertet werden darf. Selbstverständlich liegt vor Nio noch ein weiter Weg, insbesondere in Anbetracht der immer stärkeren Konkurrenz in der Formel-E-Boxengasse. Die Marschrichtung stimmt allerdings.

In der Formel-E-Weltmeisterschaft 2021 kann sich in den kommenden Wochen noch jede Menge verschieben. Robin Frijns hat auf seinem Punktekonto gerade einmal 62 Zähler angehäuft, so wenige wie kein Meisterschaftsführender an diesem Zeitpunkt einer Saison vor ihm. Im Verhältnis dazu stehen die 240 Punkte, die die Elektrorennserie bis zum Saisonfinale in Berlin noch vergeben könnte.

Mit Ausnahme von Tom Blomqvist (Nio) und Dragon-Neuzugang Joel Eriksson haben am nächsten Rennwochenende Mexiko alle Fahrer die mathematische Möglichkeit, die Gesamtführung von Frijns zu übernehmen. Spannung ist also programmiert. Der Puebla E-Prix der Formel E findet am 19./20. Juni statt, Sat.1 überträgt beide Rennen des "Double-Headers" im Free-TV. Wir begleiten die Sessions wie gewohnt mit Livestreams und unserem Liveticker.

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