Formel E

Technik: Renault setzt auf manuelle Schaltung

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

In einer Zeit, in der sich die Technologie im Motorsport immer schneller entwickelt, scheint das Formel-E-Team Renault e.dams auf eine ganz besondere Art von Getriebe zu setzen. Während sich in anderen Serien die pneumatischen Schaltmechanismen mit Schaltwippen auf der Rückseite der Lenkräder durchgesetzt haben, kehrt Renault in der zweiten Generation der Fahrzeuge zu einer Idee aus den Anfängen des Motorsports zurück: zum guten alten Schalthebel.

Als einziges Team nutzt e.dams kein Getriebe nach Hewland-Design. Der britische Konzern belieferte in der ersten Saison als Formel-E-Partner alle Teams mit Fünf-Gang-Getrieben. Die meisten Rennställe behielten für ihre ersten eigenen Getriebe den grundlegenden Plan von Hewland bei und änderten nur die Anzahl der Gänge.

e.dams verzichtet hingegen auf die bewährte Technik und entwarf gemeinsam mit Renault Sport und dem französischen Partner Sadev ein eigenes Getriebe mit nur zwei Gängen. Das berichten die Kollegen von 'Current E'.

Die Fahrer schalten beim neuen Getriebe zwischen den beiden Gängen mit einem Hebel neben dem rechten Bein des Fahrers. Der kleine Metallhebel führt im Gegensatz zu den Schaltmechanismen der Konkurrenz, wo mit Lufttanks und Hydraulik gearbeitet wird, direkt mit Kontrollstreben und Kabeln zum Karbonantriebsstrang. Wenn die Motorhaube am Heck abgenommen wird, kann man die Streben sogar sehen.

Womöglich hat der erste Gang sogar nur beim Rennstart einen Nutzen. Sobald die Drehzahl hoch genug ist, ziehen die Fahrer am Schalthebel und wechseln manuell in den zweiten Gang, in welchem sie für den Rest des Rennens bleiben (mit Ausnahmen von sehr langsamen Kurven wie der Haarnadel in Malaysia).

Das hat schnellere Starts und ein effektiveres Fahren ohne Zeitverlust durch Schaltvorgänge im Rennen zur Folge. Zudem spart man bei e.dams an Gesamtgewicht und vereinfacht die Struktur des Getriebes.

Zurück

0 Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte rechnen Sie 4 plus 1.