Formel E

Technologie-Transfer: Schaeffler baut 4 Formel-E-Motoren in Audi A3, Lucas di Grassi testet

Timo Pape

Timo Pape

Der deutsche Automobilzulieferer Schaeffler ist seit der ersten Saison in der Formel E aktiv. Die Elektro-Rennserie ist für Schaeffler ein ideales Testlabor für die Entwicklung von Elektromobilitätstechnologien und passt ideal zur Unternehmensstrategie "Mobility for tomorrow", mit der der global tätige Technologiekonzern aus Herzogenaurach die Zukunft der Mobilität mitgestalten will. Das neu vorgestellte Konzeptfahrzeug "Schaeffler 4ePerformance" zeigt mit eindrucksvollen Fahrleistungen, wie schnell sich moderne Motorsport-Technologie auf die Straße bringen lässt.

Das rein elektrisch angetriebene Fahrzeug verfügt über vier Formel-E-Motoren, die sich auf der Rennstrecke bewiesen haben. Sie stammen vom ABT Schaeffler FE01, dem Formel-E-Auto der zweiten Saison (2015/16) von Lucas di Grassi. Sie liefern eine Gesamtleistung von 880 kW (1.200 PS). Alle vier Antriebe sind die komplette zweite Formel-E-Saison im Einsatz gewesen. Mit seinen Leistungswerten könnte der "Schaeffler 4ePerformance" künftig die Ergänzung für ein Serien-Antriebskonzept eines elektrischen High-Performance-Sportscars sein.

Beim "Schaeffler 4ePerformance haben die jeweiligen Kompetenzbereiche von Schaeffler Motorsport, der Schaeffler-Geschäftsbereich E-Mobility sowie die Tochterunternehmen Schaeffler Engineering und Compact Dynamics eng zusammengearbeitet, ergänzt um die Gesamtfahrzeugkompetenz von ABT Sportsline. Als Basis für das High-Performance-Fahrzeug dient die Stahlkarosserie eines Großserienfahrzeugs. Die Realisierung des Projektes geht auf eine gemeinsame Idee von Audi-Pilot Lucas di Grassi und Schaeffler-Technologie-Vorstand Prof. Peter Gutzmer zurück - mit dem Ziel, das Maximum aus der Formel E für die Serie zu lernen.

Den "Schaeffler 4ePerformance" treiben gleich vier jeweils 220 kW starke Formel-E-Antriebe aus dem dreimal siegreichen Rennwagen ABT Schaeffler FE01 an. Insgesamt steht eine rein elektrische Antriebsleistung von bis zu 880 kW (ca. 1.200 PS) zur Verfügung, was den Konzeptboliden in weniger als sieben Sekunden von 0 auf 200 km/h beschleunigt. Mittels eines Stirnradgetriebes ist jedes einzelne Triebwerk direkt an ein Rad angebunden. Dabei teilen sich je zwei Motoren ein Getriebegehäuse und bilden so eine elektrische "Twin-Achse". Mit dieser Architektur lässt sich eine radselektive Steuerung der Antriebsmomente (Torque Vectoring) realisieren. Die dafür notwendige Energie kommt aus zwei Batterien mit einer Gesamtkapazität von 64 kWh.

"Durch die freie Skalierung der Antriebsleistung stellt das Fahrzeug für Schaeffler ein fahrendes Prüflabor dar", sagt Simon Opel, Leiter Sonderprojekte Motorsport bei Schaeffler. "Derzeit erproben und entwickeln wir auf Basis einer physikalischen Fahrzeug- und Reifenmodellierung unsere eigene Fahrdynamikregelung. Gerade im Bereich der softwarebasierten Fahrdynamikregelung lernen wir enorm viel."

"So wie Schaeffler seine technische Kompetenz von der ersten Stunde an in der Formel E einbringt, ist der Technologiekonzern auch in der Elektromobilität für den Serieneinsatz im Straßenverkehr Pionier und Partner für Komponenten- und Gesamtsystem-Lösungen", ergänzt Vorstand Prof. Gutzmer.

Die Fakten im Überblick

  • Motoren aus dem Formel-E-Rennwagen ABT Schaeffler FE01 (Saison 2)
  • Integration von vier E-Motoren mit je 220 kW (Pmax)
  • Gesamtleistung von 880 kW (ca. 1.200 PS)
  • MGU mit 320 Nm Peak
  • in <7 Sekunden von 0 auf 200 km/h
  • Radselektiver Antrieb
  • Batteriekapazität: 64 kWh
  • Konzeption und Gesamtauslegung Fahrzeug: Schaeffler Technologies
  • Gesamtauslegung und Fertigung Getriebe: Schaeffler Engineering
  • Fahrzeugaufbau: Schaeffler Technologies & ABT Sportsline
  • Effizienz von Motor und Getriebe bei Volllast ca. 95 Prozent

Lucas di Grassi testet Schaeffler 4e Performance

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