Formel E

Toto Wolff über Hersteller-Ausstiege: "Vielleicht braucht die Formel E eine Art Neustart"

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

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Erst Audi und BMW, nun Mercedes: Gleich drei globale Automobilhersteller - alle aus Deutschland - kehren der Formel E den Rücken. Der Ausstieg von Mercedes-Benz, der nur wenige Tage nach dem Titelgewinn in Berlin verkündet wurde, bahnte sich bereits seit einigen Monaten an. Motorsportchef Toto Wolff sieht in der Neuaufstellung jedoch keineswegs das Ende der Elektroserie.

Schon im April 2021 deutete sich an, dass die Zukunft des Mercedes-Teams ungewiss sei. Damals ließ der Hersteller die Gen3-Einschreibefrist verstreichen und somit offen, ob er sich bis 2026 in der Formel E engagieren wird. Obwohl das Unternehmen später eine Option erwarb, um wenigstens an vorläufige Fahrzeugdaten zu gelangen, rumorte es schon beim Formel-E-Finale in Berlin.

Wenige Tage nachdem Nyck de Vries und Mercedes die Weltmeisterschaftstitel gesichert hatten, kommunizierte Mercedes den bereits in der Woche zuvor beschlossenen Ausstieg. Nach der Saison 2022 werde das Rennteam nicht mehr in der Formel E antreten, wenngleich die Fortführung des Einsatzes in privater Hand möglich sei.

"Umbrüche bieten immer Möglichkeiten für Veränderungen", erklärt Motorsportchef Toto Wolff den Rücktritt. In der 'BILD am Sonntag' führt er aus: "Auf den ersten Blick ist es natürlich unglücklich, dass drei Premiumhersteller auf einen Schlag aussteigen."

"Aber vielleicht braucht die Formel E gerade eine Art Neustart, um den nächsten Schritt zu machen. Andere Teams, eventuell noch mehr private, werden wachsen, weil sie in den Blickpunkt geraten."

Auch Wolff selbst zählt laut Medienberichten zu den Interessenten am Mercedes-Einsatzteam. Um das in der Werksmannschaft gebündelte Wissen nicht an Rivalen zu verlieren, könnte der Österreicher das Team übernehmen und es in der Gen3-Ära beispielsweise als privaten Rennstall unter dem Branding von Lagonda einsetzen.

Die Luxusmarke soll künftig als E-Ableger von Aston Martin aufgebaut werden und könnte sich folglich für die Formel E eignen. Wolff ist seit 2020 Anteilseigner der britischen Traditionsmarke, ihm gehören Berichten zufolge rund 0,95 Prozent von Aston Martin.

Wie genau die Zukunft des Mercedes-Werksteams aussieht, bleibt abzuwarten. Ehe der Ausstieg vollzogen wird, vergeht ohnehin noch rund ein Jahr. Nach der Saisonpause startet die neue Formel-E-Saison am 28./29. Januar 2022 in Diriyya.

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1 Kommentare

Chris ·

Na mit 0,95 % Anteil wird er ja nicht viel zu kamellen haben bei Aston Martin. Aber der Name Wolff wiegt ja was.

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