Formel E

Überholmanöver unter Gelb oder nicht? Flaggenchaos in Berlin sorgt für Ungewissheit auf dem Podium

Tim Neuhaus

Tim Neuhaus

Rowland-Wehrlein-Race-2

Die Schlussphase des zweiten Berlin-Rennens war furios. Mitch Evans konnte sich durchsetzen und der Konkurrenz davonfahren. Direkt dahinter gab es jedoch eine entscheidende Situation zwischen Rowland und Wehrlein um Platz 2: Der amtierende Weltmeister überholte Wehrlein auf der Start-Ziel-Geraden scheinbar unter gelber Flagge. Eine Untersuchung dagegen blieb aus, da es sich um eine andere Flagge handelte, als in der TV-Übertragung erkennbar war.

TV-Bilder sorgen für Verwirrung

Nach einer Kollision zwischen Antonio Felix da Costa und Nico Müller landeten Trümmerteile auf der Strecke. Die Rennleitung ließ kurzzeitig die gelbe Flagge zeigen, Überholmanöver waren verboten. Kurz darauf zeigte sie stattdessen die rot-gelb-gestreifte Flagge, die bei unerwartet rutschigen Streckenverhältnissen, aber auch bei Trümmerteilen auf der Rennstrecke gezeigt wird. Ein Überholmanöver unter dieser Flagge ist erlaubt.

In den TV-Bildern von Rowlands Onboard-Kamera sah es so aus, als ob die digital angezeigte Flagge gelb sei. Dies brachte nicht nur für die Zuschauer, sondern auch für die TV-Moderatoren enorme Verwirrung. Man war sich zunächst sicher, dass Rowland unter Gelb überholt haben muss. Die FIA gab jedoch kurz darauf offiziell Entwarnung: Kein Verstoß. Der amtierende Weltmeister fuhr somit legal auf den zweiten Platz.

Rowland musste Nissan erst von seiner Strategie überzeugen

Rowland und Evans fuhren im heutigen Rennen eine riskante Strategie, die allerdings belohnt wurde. Im Qualifying nutzten sie nur alte Reifen gefahren und nahmen in Kauf, von weit hinten zu starten. Zum Rennstart zog man dann den frischen Satz auf und hatte somit mehr als fünf Runden jüngere Reifen als die Konkurrenz - ein entscheidender Vorteil auf dem speziellen Untergrund in Berlin-Tempelhof.

Der amtierende Weltmeister musste sein Team zunächst aber davon überzeugen: "Ich musste das Team wirklich lange mit meiner Idee bearbeiten, sie sind bei so etwas immer zurückhalten. Ich war überrascht, dass sie es nach dem 3. Freien Training umsetzen wollten, aber es war auch eine Menge Druck für mich, die Strategie dann wirklich funktionieren zu lassen."

Pascal Wehrlein maximiert sein Ergebnis

Direkt nach dem Rennen war Wehrlein selbst noch verwirrt, ob Rowland bestraft wird und er möglicherweise den zweiten Platz erbt. Im Nachhinein beschreibt der Deutsche die Situation jedoch als eindeutig. Wehrlein ist sehr zufrieden mit seinem Ergebnis: "Oli und Mitch hatten beide neue Reifen. Wir waren mit Abstand aber das beste Auto auf der anderen Strategie. Deswegen haben wir das Beste draus gemacht."

Zur Saisonmitte wird es immer enger an der Spitze. Zwischen Wehrlein, Evans und Mortara liegen aktuell nur acht Punkte. In zwei Wochen findet das nächste Rennwochenende in Monaco statt. Hier könnte wieder alles durcheinander gewürfelt werden.

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