Formel E

Überschreitung des Kostendeckels: McLaren muss nach Formel-E-Ausstieg 400.000 Euro Strafe zahlen

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

NEOM-McLaren-2025-London-E-Prix

Ein knappes Jahr nach dem Formel-E-Ausstieg des NEOM McLaren Formula E Teams endet das Kapitel in der Elektroserie für den britischen Rennstall nun mit einer Strafe: Aufgrund der Überschreitung des Kostendeckels um 4,54 Prozent in seiner letzten Saison muss das Team eine Geldstrafe von 400.000 Euro zahlen. Das gab der Automobil-Weltverband FIA am Donnerstagmorgen bekannt. Als Ursache für den Regelbruch gilt die Entscheidung von McLaren, die Formel E am Ende von Saison 11 zu verlassen.

McLaren hat mit der FIA eine "Vereinbarung über einen akzeptierten Vertragsbruch" unterzeichnet, in der das Team zugab, die in der Formel-E-Weltmeisterschaft geltenden Regeln bezüglich des Kostendeckels in der Saison 2024/25 nicht eingehalten zu haben. Anstelle von 12.246.766 britischen Pfund (umgerechnet rund 14,1 Millionen Euro) wurden 12.802.394 Pfund (etwa 14,8 Millionen Euro) ausgegeben.

Mit Mehrausgaben von 555.628 britischen Pfund (etwa 642.000 Euro), was 4,54 Prozent des Budgets entspricht, handelt es sich dabei laut Reglement um eine "geringfügige Überschreitung". Das Ergebnis: McLaren muss binnen 30 Tagen 400.000 Euro Geldstrafe zuzüglich der im Zusammenhang mit der Erstellung der Vereinbarung entstandenen Kosten zahlen. Es handelt sich dabei um die höchste Geldstrafe, die in der Formel E jemals ausgesprochen wurde.

FIA: "Kostenüberschreitung in erster Linie durch die Auflösung des Teams"

"Das McLaren Formula E Team hat die Cost Cap Administration vor Einleitung einer formellen Untersuchung freiwillig über eine geringfügige Überschreitung der Kostenobergrenze um 4,54 % informiert", schreibt der Automobil-Weltverband FIA in einer Pressemitteilung. "Die Cost Cap Administration erkennt an, dass das Team während des gesamten Prozesses kooperativ und vollkommen transparent gehandelt hat, dass die Kostenüberschreitung in erster Linie auf Kosten im Zusammenhang mit der ordnungsgemäßen Auflösung des Teams nach der Entscheidung, die Meisterschaft zum Ende der Saison 11 zu verlassen, zurückzuführen ist und sich hauptsächlich auf operative Angelegenheiten im Zusammenhang mit diesem Prozess bezieht."

"Es gibt keine Vorwürfe oder Beweise für erschwerende Umstände oder dafür, dass das Team zu irgendeinem Zeitpunkt versucht hat, in böser Absicht zu handeln", so die FIA weiter. "Unter diesen Umständen bot die Cost Cap Administration dem McLaren Formula E Team eine Vereinbarung über einen akzeptierten Vertragsbruch zur Beilegung dieser Angelegenheit an. Dieses Angebot wurde vom Wettbewerber angenommen."

3. Überschreitung des Kostendeckels seit der Einführung

Seit Beginn der Gen3-Ära müssen die Teams und Hersteller ihre Ausgaben streng dokumentieren und sich dabei an eine vom Automobil-Weltverband vorgegebene Kostengrenze halten. Diese betrug für Teams ursprünglich 13 Millionen Euro pro Jahr, bezogen auf zwölf Rennwochenenden. Bei weniger oder mehr Rennwochenenden wird auch das Budget angepasst, außerdem wird die Inflation mit eingerechnet, sodass in Saison 11 etwas mehr als 14.1 Millionen Euro ausgegeben werden durften.

Es handelt sich um die insgesamt dritte Überschreitung des Kostendeckels der Formel E: Jaguar und Nissan hatten in Saison 9 zu viel Geld ausgegeben und dafür neben Geldstrafen in Höhe von 100.000 Euro (Jaguar) bzw. 300.000 Euro (Nissan) sowie ein Fahrverbot für eine Session im Rahmen der Vorsaison-Testfahrten in Valencia 2024 erhalten. Der Hersteller Porsche musste zudem für eine falsch eingereichte Abrechnung ohne Überschreitung des Kostendeckels 50.000 Euro Geldstrafe bezahlen.

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